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Unbeschwerte Stunden erlebt

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Das Ehepaar Meyer mit Kindern aus der Ukraine. © privat

Mehr als 160 Kinder, Frauen und wenige Männer aus der Ukraine leben in Laubach. Jetzt fand im Jugendgästehaus ein Begegnungsfest statt

Laubach (red). Seit Ende März ist Laubach zu einem sicheren Ort für geflüchtete Menschen aus der Ukraine geworden. Anfangs kamen sieben, dann weitere 80 und jetzt leben mehr als 160 Kinder, Frauen und wenige Männer in dem Residenzstädtchen am Rande des Vogelsbergs. »Es ist hier wie im Paradies«, sagt die 35-jährige Oksana, die mitten aus dem Kriegsgebiet mit ihren drei Kindern jetzt im Laubacher Jugendgästehaus ein sicheres Zu- hause gefunden hat.

So wie ihr geht es vielen Frauen, die mit ihren Kindern die Flucht aus der Ukraine in angrenzende Länder angetreten haben. Zurück blieben ihre Männer, Brüder oder Väter, die sich dem Kampf gegen den russischen Aggressor stellen.

Zentraler Ort für die Menschen aus der Ukraine ist das Laubacher Jugendgästehaus. Unter der Leitung von Jochen Bantz und mit Unterstützung von Laubachs Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn und dem ehrenamtlichen Leitungsteam »Ukraine«, finden alle Geflüchteten hier Hilfe und Unterstützung aus ganz Laubach und der Umgebung. »Wir sind tief beeindruckt von der Dankbarkeit der Menschen«, so Laubachs Stadtverordnetenvorsteher. »Alle möchten sich einbringen und Deutsch lernen«, ergänzt Jochen Bantz.

Deutsch lernen

Und Arbeit ist auch ein wichtiges Thema. Niemand will sich aushalten lassen. Deutsch zu lernen ist ein Wunsch aller. Daher ist die Dankbarkeit groß für die Hilfe und Unterstützung, die den Menschen entgegengebracht wird. Das war auch Anlass für ein Begegnungsfest, das am vergangenen Wochenende am Jugendgästehaus stattgefunden hat. Viele Laubacher Bürgerinnen und Bürger haben den Weghierher gefunden, um gemeinsam mit den Menschen aus der Ukraine einige schöne Stunden zu verbringen. In der Tat, der Weg zum Jugendgästehaus hat sich gelohnt. 16 verschiedene Spezialitäten wurden von den Ukrainerinnen zubereitet, dekorativ angerichtet und zu einem großen Buffet zusammengestellt. Luca Casagrande, Inhaber vom Laubacher Eiscafé Venezia, ließ es sich nicht nehmen, das Begegnungsfest mit einer großen Eisspende zu versüßen.

Auch viele Laubacher Kommunalpolitiker besuchten das Fest. Stadtverordneter Dirk-Michael Hofmann löste sein Versprechen ein und spendierte 150 Bratwürste. Bereits zuvor hatte der Jugendclub Lauter bei einer Party 400 Euro gesammelt und dem Jugendgästehaus für die Feier übergeben. Musikalisch umrahmte Jörg Krüger mit seiner Drehorgel den sonnigen Nachmittag. Allerdings konnte er nicht mit den aktuellen Gewinnern des Eurovision Song Contests mithalten, deren Siegertitel unermüdlich über den Lautsprecher zu hören war.

Bürgermeister Matthias Meyer wurde ebenso herzlich von den Ukrainerinnen und Ukrainern begrüßt. »Ich freue mich sehr, dass wir den Menschen hier in Laubach einen sicheren Platz geben können. Es ist in der Tat bemerkenswert, wie groß die Hilfsbereitschaft in Laubach ist. Ich danke allen, die sich für die Menschen einsetzen und ihnen auch Wohnraum anbieten«, so Meyer.

Neben den vielen Spielmöglichkeiten und einer Hüpfburg für die Kinder waren die Pferde, die auf den Wiesenflächen des Jugendgästehauses grasen, eine besondere Attraktion. Die Kinder durften striegeln und sich natürlich auch einmal auf den Pferderücken setzen.

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