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Wegweisende Entwicklungen angestoßen

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Feierliche Entpflichtung von Schulleiterin Reuther (vorne links) mit Propst Matthias Schmidt (3. v. l.), Schulleiter Matthias Wermuth, Jessica Haak und Michaela Schojan, die dazu Segensworte sprachen. Foto: Schütte © Schütte

Die Schulgemeinde des Laubach-Kollegs hat ihre langjährige Leiterin Ellen Reuther.verabschiedet.In feierlichem Rahmen wurde sie von Propst Matthias Schmidt entpflichtet.

Laubach (klk/red). Mit einem Gottesdienst in der Laubacher Stadtkirche verabschiedete die Schulgemeinde des Laubach-Kollegs am Donnerstag ihre langjährige Leiterin Ellen Reuther. In feierlichem Rahmen wurde sie von Propst Matthias Schmidt entpflichtet.

Seit Februar 1999 stand Ellen Reuther an der Spitze der evangelischen Modell-Schule des ersten und zweiten Bildungswegs in Laubach (Kreis Gießen). Die Religions- und Chemielehrerin baute in ihrer Amtszeit unter anderem das Bildungsangebot an dem Kolleg in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) deutlich aus.

An der traditionsreichen kirchlichen Schule, deren Anfänge auf das Jahr 1555 zurückgehen, wird inzwischen seit fast einem Jahrzehnt auch digitaler Unterricht angeboten. Zudem wurden die naturwissenschaftlichen Fächer deutlich ausgebaut. Die zuletzt 265 Schülerinnen und Schüler haben heute auch die Möglichkeit, in Laubach das hessische internationale Abitur abzulegen.

Zudem setzte Reuther in ihrer Zeit verstärkt darauf, »erlebbare Lern-Anlässe« zu schaffen, die Praxis und Theorie miteinander verbinden. So gehörten Sponsoring-Fahrradfahrten zum Klimaschutz oder Pilgern auf Luthers Spuren zur Projektarbeit. Zuletzt stellte sich das Kolleg auch der Herausforderung, jungen Geflüchteten hierzulande eine Perspektive zu geben. Dazu wurde das zur Schule gehörende Wohnheim reaktiviert und spezielle Bildungsprogramme aufgelegt. »Ich habe versucht, weder Machbarkeitswahn noch stiller Ergebenheit im Bereich der Bildungsverantwortung zu folgen, sondern zuzuhören und dazuzulernen«, erinnerte sich Reuther.

Nach den Worten von Sönke Krützfeld, dem verantwortlichen Oberkirchenrat für Schule und Religionsunterricht in der Hessen-Nassauischen Kirche (Darmstadt) hat Reuther das Laubach-Kolleg mit »unermüdlicher Energie, einem klaren Blick für notwendige Entwicklungsschritte und hoher schulfachlicher Kompetenz« als Oberstufengymnasium und Kolleg in der Region neu platziert«. An der Spitze eines engagierten Kollegiums habe sie »über Jahre hinweg immer wieder pädagogische Entwicklungen eingeleitet, die sich Jahre später als wegweisend erwiesen - zuletzt in Zeiten der Pandemie, das seit Jahren erprobte digitale Lehren und Lernen«. Krützfeld hob auch das schulische Engagement für Geflüchtete heraus. So habe das Gymnasium auf Reuthers Initiative hin innerhalb weniger Wochen einen Realschulzweig für erwachsene Geflüchtete gegründet.

Ellen Reuther wurde am 6. September 1957 in Herfa-Grund (Landkreis Hersfeld-Rothenburg) geboren und wuchs in Siershahn, Haigerseelbach und Dillenburg auf. Dort war sie ehrenamtlich in der Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde und als angestellte Küsterin in der örtlichen Kirchengemeinde tätig.

Nach dem Abitur an der Wilhelm-von-Oranien-Schule in Dillenburg 1976 studierte Ellen Reuther bis 1982 für das Lehramt an Gymnasien die Fächer Evangelische Theologie und Chemie. 1999 trat Reuther dann die Stelle als Schulleiterin des Laubach-Kollegs an.

Auch in der Kirche war sie aktiv. So war sie etwa unter anderem ab 1993 in der Arbeitsgemeinschaft der Religionslehrer/innen und Pfarrer/innen im Dekanat Nidda mit der Gestaltung von Fortbildungsveranstaltungen betraut und wirkte in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung im Netzwerk von Gemeinde und Schule. 1995 wurde sie in den gesamtkirchlichen Ausschuss für Religionsunterricht der EKHN berufen.

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