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»Wir backen, Spender packen«

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Schüler und Unterstützer der Benefizaktion mit Bürgermeister Matthias Meyer vor dem Rewe-Markt in Laubach. © Stadt Laubach

Schüler des Laubach-Kollegs haben Gebäck nach ukrainischen Rezepten hergestellt und vor dem ortsansässigen Rewe-Markt zum Verkauf angeboten. Es kamen über 1500 Euro zusammen.

Laubach (red). Laubach stand dieser Tage ganz im Zeichen von Hilfsaktionen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. »Schüler backen, Spender packen«, lautete die Devise.

Am Eingang zum Rewe-Markt haben angehende Abiturientinnen und Abiturienten des Laubach-Kollegs eine Verkaufs- und Spendenaktion durchgeführt. Sie hatten Gebäck nach ukrainischen Rezepten zubereitet, Marktleiter Thorsten Bobek hatte sich sofort bereiterklärt, alle Zutaten für die Backaktion kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Über 1500 Euro an einem Nachmittag

Neben dem Verkaufserlös sammelten die engagierten Schülerinnen und Schüler Spenden für die Ukrainehilfe ein. Mit dem Verkauf der Backwaren und den eingenommenen Spenden sind an einem Nachmittag als 1500 Euro zusammengekommen. Das Geld geht jetzt an das Spendenkonto der Ukrainehilfe.

»Ich bin sehr beeindruckt von den jungen Leuten, was die auf die Beine gestellt haben«, sagte Marktleiter Bobek. »Ganz fantastisch«, so der Kommentar von Laubachs Bürgermeister Matthias Meyer, als er von der Höhe der Spendensumme erfuhr. »Das stimmt mich sehr zuversichtlich, wenn Flüchtlinge aus der Ukraine hier in Laubach aufgenommen werden. Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß und ich bitte alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, dies weiterhin zu unterstützen.«

Auch die Schulleiterin vom Laubach-Kolleg, Ellen Reuther, war stolz auf ihre Schülerinnen und Schüler. »Das Engagement zeigt die Haltung in unserer Schule. Füreinander eintreten und respektvoll miteinander umgehen, Not anderer erkennen und helfen«, so Reuther. »Ich danke allen, die sich hier so vorbildlich engagiert haben.« Damit nicht genug. Wer wollte, konnte auch Hygieneartikel am Verkaufsstand abgeben. Denn nur ein paar hundert Meter entfernt öffnete sich in Absprache mit der Stadt Laubach zum gleichen Zeitpunkt das Tor eines Containers am Alten Bahnhof, um gepackte Hygieneartikel für geflüchtete Familien aufzunehmen.

Die private Initiative von Dr. Janina Braune-Diepolder machte wie ein Lauffeuer die Runde. Mit Unterstützung von »Laubach hilft! Wir geben aufeinander acht« sammelten Helferinnen und Helfer Hygienepakete mit vorgegebenem Inhalt. Die Nachricht von der Initiative erreichte auch den kleinen Ort Lorsbach im Taunus. Allein von dort wurden 250 Hygienepakete nach Laubach gebracht.

»Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß«, berichtete Braune-Diepolder. »Wir haben jetzt fast 1000 Pakete entgegennehmen können. Unglaublich.« Auch aus den umliegenden Orten wurde die Aktion unterstützt. Die Kirchengemeinde in Merlau hat Werbung gemacht und 40 Pakete gepackt.

Weitere Aktion am Freitag

Am Folgetag hatten Teilnehmende eines Workshops vom Jugendgästehaus geholfen, Pakete zu packen. »Das macht Mut für die zweite Sammelrunde«, erklärte Laubachs Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn. »Am kommenden Freitag werden wir von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr erneut Hygienepakete entgegennehmen. Wir haben noch Platz im Container vom Global Aid Network (GAiN) aus Gießen. Ich bin mir sicher: Den werden wir füllen.«

Auch hier werden Schüler vom Laubach-Kolleg mit Unterstützung von Englischlehrerin Denise Schmidt die Spendenpakete in den Container packen. Sie hatte bereits den Backwarenverkauf tatkräftig unterstützt.

Diese bemerkenswerten Aktionen wurden mit einem Friedenssymbol von Thorsten Bobek gewürdigt. An Fahnenmasten am Getränke- und Supermarkt hisste der Marktleiter eine ukrainische Flagge, die mit einer aufgenähten Friedenstaube ein klares Zeichen setzt.

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