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120 Kitaplätze kurzfristig geplant

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Ehe der neue Waldkindergarten in den Licher Pflanzgarten einziehen kann, muss die alte Hütte einem Neubau weichen. © Kächler

Die Stadt Lich investiert massiv in neue Kindergartengruppen und sucht händeringend Fachpersonal.

Lich . Seit Wochen stand die Betreuungsampel an der Tür des Kindergartens Oberstadt in Lich auf »Rot«, angeboten werden konnte lediglich eine »Notbetreuung« von 8 bis 13 Uhr. Für berufstätige Eltern eine belastende Situation. Jetzt allerdings soll sich die Lage entspannen. Wie Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) auf Anfrage mitteilte, habe man für das durch den Weggang einer Erzieherin und Krankheitsausfälle dezimierte Team kurzfristig qualifizierten Ersatz gefunden.

»Nach einigen Gesprächen erklärte sich eine Betreuerin bereit, ihre Elternzeit zu verkürzen«, berichtet Neubert. Eine weitere Fachkraft sei bereits aus einer anderen städtischen Kita zum Oberstadt-Team dazugestoßen.

Damit springe die Ampel hoffentlich bald wieder auf grün - soweit es Corona zulasse.

Auch für die in der Asklepios-Klinik untergebrachte Kindertagesstätte habe man eine Lösung gefunden. Hier wird eine Verwaltungsmitarbeiterin eingesetzt.

Die ausgebildete Sozialpädagogin soll nach einer Einarbeitungsphase stundenweise Personalengpässe abpuffern.

130 Plätze zu wenig

Generell suche die Stadt Lich aber händeringend Erzieherinnen oder Erzieher, so Neubert.

Erhöhte gesetzliche Betreuungsstandards, die Beitragsfreistellung im Bereich der über Dreijährigen, das Baukindergeld sowie ein nicht erwarteter, enorm hoher, positiver Familienwanderungssaldo hätten die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den letzten Jahren stetig nach oben getrieben.

Mittlerweile warten über 130 Kinder im Kindergartenalter auf einen Betreuungsplatz in Lich - Tendenz steigend.

Die Schaffung neuer Plätze habe deshalb oberste Priorität, machte das Stadtoberhaupt deutlich. Kurzfristig solle im Pflanzgarten eine städtische Waldgruppe entstehen. Hierzu müsse allerdings die bestehende Blockhütte - entgegen anderer Planungen - zunächst abgerissen und neu aufgebaut werden. Eine Gruppe für 20 Kinder finde dann dort Platz. Insgesamt stünden dafür 145 000 Euro bereit.

Erweitert werden sollen ferner die Einrichtungen in Muschenheim und Langsdorf um jeweils zwei Gruppen.

Da das Kindergartengelände in Langsdorf für einen solchen Ausbau nicht ausreichend Platz vorhalte, sei gerade eine Kooperation mit dem Landkreis Gießen in Vorbereitung. So solle das alte Hausmeistergebäude auf dem angrenzenden Schulgelände abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der sowohl für den Kindergarten- als auch für den Schulbetrieb genutzt werden könne.

In der Kernstadt will man eine neue Einrichtung im Neubaugebiet »Guteleutsgärten« entstehen lassen. Die Vergabe eines Grundstückes an einen freien Träger für den Bau einer Kindertageseinrichtung wurde kurz vor Weihnachten von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Dort sind fünf Gruppen (drei Gruppen für über Dreijährige und zwei Krippengruppen) vorgesehen.

116 bis 120 neue Kitaplätze wolle man noch in diesem Jahr schaffen, so das ehrgeizige Ziel. Langfristig sollen es sogar Plus 239 sein, versprach Neubert.

Mit der Schaffung neuer Räumlichkeiten sei das Problem alleine aber nicht gelöst, betont der Bürgermeister. »Ohne entsprechendes Fachpersonal bringen neue Räumlichkeiten herzlich wenig.« Dass die Rekrutierung von Personal im Sozial- und Erziehungsdienst alles andere als leicht sei, erfahre die Stadt Lich nun schon seit einigen Jahren. Man versuche deshalb kreativ zu sein, etwa durch Gespräche mit Erzieherinnen im Ruhestand.

Generell laufe eine Dauerausschreibung, um die Einstellung so schnell und unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Auch auf verschiedenen Online-Portalen werbe man für eine Anstellung in einer Licher Kita. Zusätzlich würden gerade Banner gedruckt, die an markanten Stellen aufgehängt werden sollen.

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