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24 Kühe mit Kälbern durch den Ort geführt

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Von: Thomas Wißner

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Zuchtbulle »Toni« zieht beim Zug durchs Dorf besondere Blicke auf sich. Fotos: Wißner © Wißner

Angeführt von sechs Oldtimer-Traktoren folgten die Landjugend und die 24 Kühe und Kälber und mit dabei Zuchtbulle Toni, auf den die Schaulustigen entlang der Strecke einen besonderen Blick warfen.

Lich (twi). »In München benötigte der Oberbürgermeister gestern drei Schläge, bei unserem Markus sind es gefühlte 96«, unkte Moderator Wieland Geißler als beim Fassbieranstich Nieder-Bessingens Ortsvorsteher Markus Pompalla gut drei Dutzend Schläge benötigte, bis der Gerstensaft in die Bierkrüge floss und die Bessinger Almparty startete.

Doch im Gegensatz zum Oktoberfest in München war der Fassbieranstich nicht der Höhepunkt, denn dieser fand bereits vorher mit dem Almabtrieb statt. Wie Ingo Lotz bei der Begrüßung im Zelt im Hof des Traditionsgasthauses »Kaffeehannes« ausführte, war es für den Licher Stadtteil der »Almabtrieb 13 ein Viertel«, weil 2020 aufgrund von Corona kein Almabtrieb mit Zuschauern stattfinden durfte und die Kühe lediglich mit Glockengeläut und Alphornklängen ins Dorf geholt wurden. Im vergangenen Jahr gab es einen Almabtrieb in abgespeckter Form. »Deshalb bin ich umso glücklicher, dass heute wieder richtig gefeiert werden kann«, so Lotz.

Im Zelt präsentierten die sieben Tanzpaare der heimischen Landjugend drei Tänze, neben dem »Nagelschmied«, den »Glatzendans« und die »Sternpolka« und auch die Alphornbläser waren zu hören. Das aus Wetzlar kommende Trio »Trealp« hatte zuvor bereits auf dem Sportplatz aufgespielt, wo nach dem von Pfarrer Lutz Neumeier gehaltenen Gottesdienst neben den Alphornbläsern auch die Bessinger Säustallschwalben für Stimmung sorgten und sogar die legendäre »Pullbomb« zum Besten gaben.

Damit wurde die Wartezeit überbrückt, bis die Kühe hier beim Almabtrieb einen ersten Stopp einlegten auf ihrem Weg zur Herbstweide im Ort. Lutz hatte seine Predigt unter Worte aus Psalm 8 gestellt und darauf verwiesen, dass der Mensch am Schöpfungsauftrag Gottes teilnimmt und mit der Natur achtsam umgehen soll.

Angeführt von sechs Oldtimer-Traktoren folgten dann die Landjugend und sodann die 24 Kühe und Kälber und mit dabei Zuchtbulle Toni, auf den die zahlreichen Schaulustigen entlang der Strecke einen besonderen Blick warfen, galt es doch beim anschließenden Bullenschätzspiel dessen Gewicht zu erraten.

Rippchen mit Kraut, Fleischkäse und Rindswurst standen auf der Speisekarte bei der Almparty, wurde zünftig zur Musik des Duo Wöll plus gefeiert und dem Regen so auch getrotzt, denn dieser prasselte erst hernieder, als die Kühe bereits auf der Herbstweide waren.

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