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71 000 Euro für Gerätehaus

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Freuten sich über den Förderbescheid für das neue Feuerwehrhaus: Wehrführer Müller, Bürgermeister Neubert und Staatssekretär Sauer (vorn, v.l.). Foto: Wißner © Wißner

Zum Dorfjubiläum gab es einen Förderbescheid und eine Ehrenurkunde. Aber: Bleibt der »KultDorf«-Verein auf den »Schilder-Kosten« sitzen?

Lich (twi). »Bettenhausen... weil’s schön is!« war auf der Rückseite der T-Shirts der Verantwortlichen des Vereins »KultDorf Bettenhausen 2020« zu lesen und Vorsitzender Stefan Müller konnte zum Höhepunkt der (verspäteten) 1250-Jahrfeier den Staatssekretär des Hessischen Innenministeriums Stefan Sauer (CDU) als besonderen Gast begrüßen. Dieser hatte gleich zwei Geschenke für den 500-Einwohner zählenden Licher Stadtteil mitgebracht. Neben der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde für Bettenhausen konnte Lichs Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) auch noch einen Förderbescheid über 71 082 Euro für den Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses entgegennehmen. Noch bevor der Lobgesang auf das ehrenamtliche Engagement der Bürger und auch der Einsatzkräfte der Feuerwehr erfolgte, war es der Vorsitzende des für die Organisation und Durchführung der 1250-Jahrfeier verantwortlichen »KultDorf«-Vereins, Stefan Müller, der angesichts einer Rechnung für das von der Verkehrsbehörde des Kreises angeordneten Aufstellen von 165 Verkehrsschildern für das Festwochenende zu bedenken gab: »Wenn wir mit der Bürokratie so weitermachen, dann machen wir alles das kaputt, was wir erhalten wollen«. Über den zu entrichtenden Betrag wollte er nichts sagen, jedoch habe der Verein darüber schon einmal »schlucken müssen«.

Sauer blickte angesichts der Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde nicht nur auf die erste urkundliche Erwähnung 771 im Lorscher Codex zurück, sondern verwies auch auf weitere Jubiläen die es in Bettenhausen zu feiern gilt, 175 Jahre Gesangverein Eintracht und 50 Jahre Eingemeindung zu Lich. »Lich ist nicht einfach nur Lich, sondern Lich ist jeder Ortsteil in seiner Summe«, so Sauer zu den neun Stadtteilen, die die 15 000 Einwohner-Stadt ausmachen. »Was Sie auszeichnet ist das, was wir heute hier ehren wollen: Unermüdlicher Einsatz, Ehrenamt, die Ortsgeschichte und Selbstverwaltung auch Identitätsstiftung genannt. Mit der Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde würdigt die Hessische Landesregierung die von den Einwohnerinnen und Einwohnern zum Wohl des Gemeinwesens geleistete Arbeit mit den besten Wünschen für eine friedliche Zukunft«, zitierte Sauer den Wortlaut der Ehrenurkunde. Und hier ist auch vermerkt, dass Bettenhausen bereits am 24. Mai 1990 die Freiherr-vom-Stein-Plakette erhalten hatte. Neubert reichte die Ehrenurkunde an Ortsvorsteher Michael Rückel (FW) weiter und konnte umgehend den Förderbescheid aus den Händen von Sauer entgegennehmen und diesen Wehrführer Jochen Müller übergeben. »Es ist dies ein Stück weit ein Meilenstein, den ich hier übergeben darf«, freute sich Sauer bei der Übergabe des Förderbescheids für den Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses und versicherte den Einsatzkräften, dass diese »einen unschätzbaren Dienst für ihr Ehrenamt leisten«. Sie sind immer da, wenn sie gerufen werden an 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche. »Es ist gut investiertes Geld. Wir würden seitens des Landes überhaupt keinen flächendeckenden Brandschutz anbieten können«, so Sauer. Mit dem Erweiterungsbau werden geschlechterspezifisch getrennte Umkleiden und gleichzeitig sanitäre Anlagen geschaffen. Darüber hinaus soll ein Jugendfeuerwehrraum, ein Büro für die Wehrführung sowie eine Teeküche entstehen. »Mein Fahrzeug wurde heute ordnungsgemäß vor Bettenhausen abgestellt«, versicherte Neubert, nachdem er noch beim Kreisfeuerwehrtag vor einer Woche in Nieder-Bessingen als Falschparker ausgerufen wurde (wir berichteten). Lich sei in den vergangenen zehn Jahren um über 1000 Einwohner angewachsen. Der kleine Stadtteil Bettenhausen zeige, dass auch die Lust auf das Landleben wachse. »Wir haben noch viel vor hier in den nächsten Jahren und angesichts der Dorfgemeinschaft habe ich keine Angst davor, denn die Bettenhäuser machen ein kleines Dorf ganz groß«.

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