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Auch Toni war wieder dabei

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Toni Schumacher, Anton Grasserbauer und Rainer Dippold (v. l.) mit einem vor 15 Jahren vor den ehemaligen Stallgebäuden des Hofgutes Kolnhausen aufgenommenem Bild. © Kächler

27 Wohnungen komplettieren die Wohnanlage an historischer Stätte in Lich.

Lich . 15 Jahre sind eine lange Zeit. So lang hat es gedauert, bis nun endlich die letzten Wohnungen im Wohnpark »Fürstliches Hofgut Kolnhausen« in Lich entstehen. Zum nachgeholten Richtfest begrüßte jetzt ein freudestrahlender Anton Grasserbauer die Gäste im stilvoll gestalteten Innenhof des früheren Milchviehbetriebs. Der Inhaber und Geschäftsführer der Immobilienfirma DIGRA GmbH & Co.KG (Wiesbaden) hatte aber nicht nur ein Foto vom Baubeginn für das erste Wohngebäude vor exakt 15 Jahren mitgebracht, sondern mit Fußball-Europameister Toni Schumacher auch einen seiner besten Freunde. Auch die Fußball-Legende war damals in Lich dabei und scherzte sofort: »Schau mal, da war ich ja noch richtig schlank!«

Grasserbauer begrüßte besonders Rainer Dippold von der Firma Wohn- und Anlagenbau Niersberger (Erlangen), die als Generalunternehmer fungiert, sowie den Bürgermeister der Stadt Lich Dr. Julien Neubert (SPD).

Nach dem Start 2007 wurden zunächst in drei Bauabschnitten die historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert saniert. Dazu gehörten die völlig verfallenen Stallungen, das Heulager, die große Scheune und viel Mauerwerk. Schließlich wurden auch das beeindruckende Herenhaus und die alte Mühle undmodern ausgebaut. So sind insgesamt 56 Wohneinheiten entstanden.

Nun kommen noch weitere 27 Wohnungen in drei Gebäudekomplexen dazu, die das eindrucksvolle Ensemble endgültig vervollständigen.

Rückschläge, etwa Insolvenzen meherer ausführender Baufirmen hätten das Gesamtprojekt jedoch immer wieder ins Stocken geraten lassen, so Grasserbauer. Umso glücklicher sei er nun, mit den bereits im Rohbau befindlichen Gebäuden den Wohnpark in einem wunderschönen Ambiente zum Abschluss bringen zu können.

Ehe Zimmermann Otto Ralf den Richtspruch zu Gehör brachte und die am Werk beteiligten Maurer, Dachdecker und Zimmerleute hochleben ließ, erläuterte der bauleitende Architekt Marc Seubert die drei Gebäudekomplexe, die das Ensemble im Hofgut komplettieren werden.

So seien in den letzten Wochen und Monaten 1000 Kubikmeter Beton, 130 Tonnen Stahl und 3000 Quadratmeter Mauerwerk verarbeitet worden.

Entstanden sind acht exklusive Reihenhäuser, ein Gebäude mit acht Wohneinheiten und ein weiteres mit elf Wohnungen.

Trotz der aktuell äußerst schwierigen Marktumstände, sei er zuversichtlich, den Bau termingerecht abschließen zu können, erklärte Seubert.

Auch Bürgermeister Neubert freute sich, dass aus dem heruntergekommenen, denkmalgeschützten Gebäudekomplex nun ein »Schmuckstück« geworden sei, in dem Historie und Moderne perfekt harmonierten. Er danke allen Verantwortlichen, die trotz der Größe der Baustelle stets für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hätten. Das Hofgut sei insofern ein Vorzeigeprojekt, da auch die Stadt Lich bei der Ausweisung von Baugebieten »lieber auf die Bremse« trete und sich für den innerörtlichen Ausbau stark mache. »Mit seinem gleichwohl geschichtsträchtigen wie wohnlichen Ambiente ist das Hofgut zu einem lebendigen Denkmal geworden«, so der Bürgermeister.

Gegründet wurde das Hofgut Kolnhausen vom Zisterzienser-Orden, der in Arnsburg siedelte. Später fiel es an das Fürstenhaus zu Solms-Hohensolms-Lich. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war hier ein Milchbetrtieb untergebracht. Später noch, bis ins Jahr 2001, die bekannte Rinderzucht von Philipp Reinhard zu Solms. Um das Hofgut herum ist in den 80er Jahren ein Golfplatz in idyllischer Lage entstanden.

Zur Freude der Besucher, gab Toni Schumacher noch ein paar Einblicke in seine Karriere, die bekanntlich mit vielen Höhen und Tiefen verbunden war. Schließlich gab er den Anwesenden die wahre Erkenntnis mit auf den Weg: »Kein Wettkampf ist größer als das Leben.«

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