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Besuch in Ober-Bessingen stimmt aufs Fest ein

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Der Osterweg in Ober-Bessingen ist auch dieses Jahr wieder liebevoll gestaltet worden. Foto. Schäfer © Rose-Rita Schäfer

In Ober-Bessingen gibt es zum siebten Mal einen liebevoll dekorierten Osterweg.

Lich (rss). Der Osterhase ist in Ober-Bessingen zu Hause, denn ab sofort bis zum 1. Mai kann man ihn auf dem Osterweg nahe der großen Friedenseiche besuchen. Lockte in der Vorweihnachtszeit der Krippenweg hunderte Besucher in den Ort, verzaubern jetzt auf dem gut ausgebauten Waldweg viele österliche Dekorationen - eingebettet in den vorsichtig grünenden Forst - Groß und Klein.

Passiert man das Ober-Bessinger Ortsschild, weisen großen Holzosterhasen am Straßenrand - von Gerhard Schäfer aus großen Baumscheiben gefertigt - den Weg. Ausgangspunkt der Wanderung auf dem etwa 800 Meter langen Osterweg ist der reich mit bunten Eiern geschmückte Osterbogen an der großen Eiche im Ortskern. Ein farbenfroh behängter Tannenbaum und eine große hölzerne Bude, in der sich Osterhasen, Hühner, Schwäne und Lämmchen gemütlich räkeln, laden zum Verweilen und Schauen ein. Dann geht es die Straße hinauf Richtung Wald, wo in länglichen Vitrinen eine kunterbunte Playmobil-Welt kleine Geschichten nicht nur von Ostern erzählt, während nebenan Eulen, Katzen und Kaninchen aus Keramik Wache halten.

Angekommen am Waldrand tut sich eine weitläufige Osterlandschaft auf. Eine Hasenfamilie aus Holz hat sich unter den drei dicken alten Bäumen häuslich niedergelassen. Die Hasenmama mit ihrer weißen Spitzenschürze und der Hasenpapa, eine riesige Mohrrübe tragend, sind umgeben von den Hasenkindern und vielen bunten Holzblumen. Einige Gänse gucken neugierig Richtung Besucher und im Hintergrund sorgt eine kleine etwa mannsgroße Waldkapelle mit ihrem schmucken Zwiebeltürmchen inklusive Glocke für Entzücken. Kaum zu glauben, dass sie in vielen Arbeitsstunden aus einer ehemaligen Hundehütte entstanden ist.

Blickt man in den Wald hinein, leuchten schon von weitem unzählige gelben Osterglocken und viele Narzissen. Dann geht es auf dem leicht ansteigenden Osterweg tiefer hinein in den Wald. Der Weg ist eben, ohne Furchen und auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator kein Problem. Überall am Wegesrand liegen Baumstämme, hohle Baumstümpfe, Geäst von gefällten Bäumen sowie Reisig und sorgen für ein urig-verwunschenes Erleben. Dazwischen, in mit Stroh ausgelegten Nestern aus Ästen, in Winkeln von Wurzelhöhlen oder in Löchern abgestorbener Bäume entdeckt man kleine Hasenfamilien, Gänse, Hühner, Ostereier, Schweine und vieles mehr. Manche Figuren sind aus Stroh geformt und brauchen einen hölzernen Wetterschutz, andere aus Holz gesägt und bemalt. Viele Hasen sind aus Baumscheiben modelliert oder aus Keramik gebrannt vom Flohmarkt erstanden. Überall dazwischen leuchten bunte Holzblumen, aber auch viele echte Frühlingsblumen erfreuen die Augen.

Der Wald verändert sich von Tag zu Tag, je wärmer es wird und der Osterweg mit ihm. Bald wird der Waldboden ein weißer Teppich aus tausenden kleiner Buschwindröschen sein und Bäume sowie Büsche werden mit ihren neuen grünen Blättern die warme Jahreszeit einläuten.

Nach Durchquerung des Waldes kündigt ein Wegkreuz mit einem kleinen Osterhasen das Ende des Weges an. Dem Besucher eröffnet sich ein weiter Ausblick auf Röthges, Münster, Grünberg sowie bei klarer Sicht auch auf den Hoherodskopf. Übrigens wartet sonntags eine vorwitzige Ziegenherde als ganz besonderer Höhepunkt auf die Besucher.

Initiatoren des Osterweges und die kreativen Gestalter der österlichen Szenen sind Ortsvorsteherin Karin Römer und die »Eichbaum«-Gruppe. Ehemann Karl-Heinz Römer sowie Gerhard Schäfer und Ottmar Römer haben fleißig gewerkelt, die Frauen der Gruppe haben in mühevoller Kleinarbeit Blumenzwiebeln gesteckt sowie die Dekorationen im Wald aufgebaut.

»Das ist schon unser siebter Osterweg«, wundert sich Römer darüber, wie schnell die Zeit vergeht. »Geschmückt haben wir zu Ostern schon immer. Dann kamen öfters Leute zum Anschauen vorbei und so entwickelte sich schließlich der Osterweg. Für Spenden sind wir dankbar. Gleich am Startpunkt des Weges steht eine kleine Spendenbox. Mit dem Geld werden wir eine bisher noch nicht feststehende soziale Einrichtung unterstützen. Die Spenden vom vergangenen Krippenweg zum Beispiel gingen ins Ahrtal«, berichtet die Ortsvorsteherin.

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