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Bushaltestelle in Höhe Parkdeck

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Befristet bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 wird eine Haltestelle an der Klinik (Parkdeck) bedient und die Linie 52 durch die Goethestraße/Höhlerstraße geführt.

Lich (kag). Die Bedienung der Haltestelle des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Licher Asklepios-Klinik ist seit einiger Zeit ein Thema, das außer mit den üblichen Sachzwängen auch mit Emotionen behaftet ist. Derzeit wird die Haltestelle an der Klinik von der Buslinie 52 bedient.

Der derzeitige Betreiber der Linie, die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), will das ändern und hat deshalb den Vertrag am 23. August gekündigt. Wirksam soll die Kündigung mit Änderung des Fahrplanes im Dezember 2022 werden.

Die VGO will die Haltestelle auf dem Klinikgelände nicht mehr bedienen, weil der Linienbus dort häufig durch falsch- und rechtswidrigparkende Pkw behindert wird, und es zwangsläufig zu Verspätungen des Busses kommt.

Nachdem das Thema bereits Ende Oktober im Beisein betroffener Bürger im Ausschuss Logistikzentrum Langsdorfer Höhe und Verkehr (ALV) der Stadt Lich beraten worden ist, stand es jetzt zur Entscheidung durch die Stadtverordnetenversammlung an. In der Sitzung des ALV haben Anwohner und andere Bürger eine Petititon mit dem Ziel vorgelegt, die angedachte Linienführung durch die Goethestraße/Höhlerstraße zu verhindern.

Widerstand

Die VGO hatte zwei Optionen aufgezeigt, von der eine vorsah, die Haltestelle Asklepios-Klinik nicht mehr zu bedienen. Dann wäre die Haltestelle Brunnenstraße (an der Hainbuche) die Ausstiegsmöglichkeit mit der kürzesten Entfernung zur Klinik gewesen.

Die zweite Option sah eine Haltestelle in Höhe des Parkdecks der Klinik mit Weiterfahrt durch die Goethestraße/Höhlerstraße vor.

Eine weitere Haltestelle sollte dann neu in der Höhlerstraße geschaffen werden.

Die erste Option schien für die Besucher und Patienten der Klinik, vor allem wenn es sich um ältere Personen handelt, nicht zumutbar. Gegen die zweite Option regte sich der Widerstand der Anwohner.

Das sei mit »heißer Nadel« gestrickt, sagte Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung. Man habe sich im Magistrat beraten und wolle eine Lösung für ein Jahr anbieten, um dann bis zum übernächsten Fahrplanwechsel (Dezember 2023) weitere Optionen gemeinsam mit der Asklepios-Klinik zu prüfen.

Es sei ihm wichtig, ein tragfähiges Konzept zu schaffen, denn der ÖPNV gehöre zur Daseinsvorsorge, und dafür sei die Stadt verantwortlich.

In einer Sitzungsunterbrechung erläuterten PD Dr. Thilo Schwandner und Fabian Mäser von der Klinikleitung ihre Sicht der Dinge. Die Anbindung der Klinik an den ÖPNV sei zwingend notwendig, sagte Mäser. In Kürze werde dort ein neues Ärztehaus entstehen, sodass nicht nur für die vielen Patienten der Klinik und des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) die Erreichbarkeit gegeben sein müsse.

Es kommen noch viele weitere dazu. Das Problem seien die Falschparker vor Ort, aber die Lösung könne nicht sein, die Haltestelle zu streichen.

Für alles offen

Die Klinik werde sich gerne mit den Beteiligten um eine Lösung bemühen. Die Asklepios-Klinik sei für alles offen, sagte Mäser.

Es sei sehr wichtig, dass die Anbindung der Klinik an den ÖPNV erhalten bleibe, denn nicht nur Patienten, die zum Ärztehaus, zu den verschiedenen Arztpraxen oder in die Klinik kommen, benötigen diese. Auch viele Mitarbeiter kommen mit Bus und Bahn. Da sei die Buslinie wichtig, sagte Schwandner.

Magnus Schneider (BfL) äußerte seine Unzufriedenheit mit dem Ablauf. Er verlangte eine rechtzeitige Vorlage der Konzepte bis Ende September 2023 in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung, um ohne Zeitnot zu einer Lösung zu kommen.

Die Licher Stadtverordneten haben mit großer Mehrheit (30 Ja-, 6 Nein-Stimmen) entschieden, dass zunächst befristet bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 eine Haltestelle an der Klinik (Parkdeck) bedient und die Linie 52 durch die Goethestraße/Höhlerstraße geführt wird.

Es ist ihnen allen wichtig, dass die Klinik an den ÖPNV angebunden ist, aber man müsse auch prüfen, ob es auf dem Klinikgelände eine Lösung gebe.

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