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»Die Hütte ist einfach Bombe«

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Von: Klaus Kächler

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Schneeflöckchen, Weißröckchen: In diesen Tagen bietet der neue Waldkindergarten in Lich auf dem Areal des Pflanzgartens wirklich ein romantisches Bild. Foto: Kächler © Kächler

Kita »Pfanzgarten« hat Betrieb aufgenommen. Mittelfristig Platz für 20 Kinder.

Lich . »Wenn aus einem Pflanzgarten für junge Bäumchen ein Kindergarten wird, dann ist das doch ein charmantes Bild«, freut sich Jennifer Schmitt, die Leiterin des neuen Waldkindergartens »Pflanzgarten« im Licher Forst.

»Die Idee zu diesem Projekt stammt von Revierförster Ulrich Gessner, der mich angesichts des großen Bedarfs an Betreuungsplätzen und der weitestgehend ungenutzten alten Grillhütte einfach angesprochen hat«, erinnert sich Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD). Er sei froh, dass dieses Projekt auch kurzfristig umgesetzt werden konnte und so mittelfristig 20 weitere attraktive Kita-Plätze geschaffen wurden.

»Gestartet haben wir auf dem Gelände der früheren Baumschule offiziell am 23. November mit vier Jungen und Mädchen zur Eingewöhnung«, berichtet Bianca Heyer, zuständig für die Kinderbetreuung in der Stadtverwaltung. Geöffnet sei die Wald-Kita zunächst von 8 bis 15 Uhr.

Erfreulicherweise hätten sich auf die Ausschreibung für den Waldkindergarten viele Bewerber gemeldet, so Neubert. Jennifer Schmitt verrät, dass es sie vor allem gereizt hätte, ein neues Projekt zu starten - und das auch noch in der Natur. »Außerdem ist die Hütte einfach Bombe«, bringt sie ihre Begeisterung zum Ausdruck. Auch die Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung sei prima. Im Juni habe man dann begonnen, das Konzept zu erarbeiten. Der Ansatz der Montessori-Pädagogik habe dabei Pate gestanden. Zum Erzieher-Team des städtíschen Waldkindergartens gehören auch Katrin Koch und Sascha Funk.

Wie Thomas Heckmann vom Bauamt der Stadt Lich als Zuständiger Projektleiter erläutert, sei in kürzester Zeit auf dem Fundament der alten Grillhütte ein Bau in Holzständerbauweise entstanden. Die Ursprüngliche Idee, die vorhandene Hütte zu ertüchtigen, habe man verwerfen müssen, da diese in einem zu maroden Zustand gewesen sei. Insgesamt habe die Stadt 160 000 Euro investiert.

Entstanden sind ein rund 50 Quadratmeter großer Aufenthaltsraum mit einem integrierten Holzofen, ein 20 Quadratmeter großer Abstellraum sowie eine geräumige, überdachte Terasse. Zwei Komposttoiletten runden die Ausstattung ab. Strom gibt es nicht.

Die romantische Vorstellung, mit den Kindern frei durch den Wald zu schlendern, gehöre heute leider der Vergangenheit an, macht Revierförster Gessner deutlich. Durch die zahlreichen Trockenschäden an den Bäumen werde die Gefahr von Astschlägen immer größer. In Lich habe man dieses Problem gelöst, indem die Kinder an festen Plätzen im Wald spielen, die regelmäßig durch Forstarbeiter kontrolliert würden. Trockene Äste an den Bäumen wurden im Frühjahr entfernt.

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