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Ein Zuhause für Schwalben

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Guido Linke, Julien Neubert, Heinrich Schultheis, Markus Sonnberg, Johannes Grindl und Adolf Maruschka (v.r.) hoffen auf viele gefiederte Bewohner. © Schäfer

Lich (rrs). Jedes Jahr kehren die Mehlschwalben Mitte April aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück, um bei uns zu brüten. In der Nähe von Häusern, Schuppen und Ställen ist ihr munteres Gezwitscher zu hören, wenn sie auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz quirlig herum flattern.

Gerade noch rechtzeitig wurde nun direkt vor den Toren der Bereitschaftspolizei in Lich ein neues Schwalbenhaus aufgestellt, das mit acht bezugsfertigen »Eigentumswohnungen« auf die gefiederten Gäste wartet. Derweilen sorgt die umgebende aufblühende Natur für einen abwechslungsreichen Insekten-Speiseplan.

Das Schwalbenhaus ist kein Neubau, sondern ein von Grund auf renovierter Altbau aus dem Jahre 2004. Damals hatte der Licher Heinrich Schultheis mit viel Liebe und mit eigenen finanziellen Mitteln ein Schwalbenhaus gebaut. Die acht künstlichen Schwalbennester sponserte der Naturschutz. Jahrelang thronte das Haus auf einem hohen Pfahl gegenüber der Kindertagesstätte Oberstadt in der Straße am Wall, aber die Schwalben fanden wenig Gefallen daran. Sie nahmen das Haus nicht an und es stand leer. Dagegen richteten sich die Mehlschwalben unter dem Dachüberstand am Pförtnerhaus der Bereitschaftspolizei häuslich ein und sorgten dort für den wenig geliebten Vogeldreck. Grund genug, das Schwalbenhaus vom Wall zu dem von den Schwalben so geliebten Ort, allerdings vor dem Bereitschaftspolizei-Gelände direkt am Parkplatz, umzusetzen.

Doch zuerst restaurierte Schultheiss mit finanzieller Unterstützung der Stadt Lich das in die Jahre gekommene Haus. Etliche Schwalbensachverständige der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz- (HGON) prüften den ins Auge gefassten Standort und gaben grünes Licht. Schwalben brüten gerne in Kolonien, nehmen »Fertig«-Nester problemlos an und fühlen sich in einer von Menschen geprägten Umgebung wohl. Auch der angrenzende Parkplatz ist für sie kein Problem.

Die Bereitschaftspolizei stimmte der Aufstellung freudig zu, in der Hoffnung, dass die Pförtnerhaus-Tauben vielleicht doch bereitwillig umziehen, und auch Patricia Koch vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen hatte keine Einwände. Nachdem Ludwig Fischer (Ingenieurbüro Fischer in Lich) die statischen Berechnungen auf privater Basis abgeschlossen hatte, machte sich die Stadt Lich schließlich an die Herstellung des Beton-Fundaments und im März war es dann endlich so weit - Heinrich Schultheis stellte zusammen mit der Licher Zimmerei Bröckl das neue alte Schwalbenhaus auf.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert lobte bei der Einweihung, zu der auch Polizeidirektor Johannes Grindl und sein Kollege Markus Sonnberg (zuständig für die Liegenschaften bei der Bereitschaftspolizei Lich) sowie Guido Linke (Dipl.-Ing.agr. für Umwelt und EDV bei der Stadt Lich) gekommen waren, das ehrenamtliche Engagement. »Ich hoffe, dass die Schwalben den neuen Standort nutzen werden«, so Neubert.

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