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Erste Arbeiten erfolgreich

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Die Birklarer Kirche kann sich wieder sehen lassen. © Jung

Die Birklarer Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Im Frühjahr geht es mit dem Kirchenschiff weiter.

Lich (hju). Die Birklarer Kirche ist das historische Kulturdenkmal des Dorfes. Im Jahr 1819 wurden Teile der ehemaligen Bibliothek des Klosters Arnsburg im Licher Stadtteil neu aufgebaut. Die Kirchengemeinde hatte das Gebäude erworben, abgebaut und nach Birklar transportiert - hier wird es seitdem als Kirche genutzt. Undichtigkeiten im Dach führten 2018 zu einer Untersuchung durch Fachleute und Gutachter. Die Sachverständigen stellten fest, dass die Kirche, wie auch der Turm, unbedingt ein neues Dach benötigten, zudem war das Holz des Dachstuhls an vielen Stellen stark geschädigt.

Substanzerhalt

Rechtzeitig vor Weihnachten sind nun die Sanierungsmaßnahmen des ersten Bauabschnittes an der Turmkonstruktion sowie an der nördlichen Walmfläche des Mansarddaches vom Kirchenschiff beendet worden. Während der Bauarbeiten war der Kirchturm komplett eingerüstet, die vorhandene Schieferdeckung und die Schalung des Kirchturms sowie die nördliche Walmfläche wurden komplett abgenommen. Die vielfältigen Holzschäden an der Tragkonstruktion setzten Zimmerleute fachgerecht instand. Dabei war auf größtmöglichen Substanzerhalt zu achten, denn es war Eichenholz aus Zweitverwendung einzusetzen. Wenn möglich, verwendete man historische Holzverbindungen. Die Schallluken in der Glockenstube mussten nach Vorgaben der Glockensachverständigen regensicher erneuert werden.

Die Gesims-Bretter wurden für die Instandsetzungsmaßnahmen abgenommen, noch intakte Bretter wieder eingebaut und defekte mit der historischen Profilierung erneuert.

In Abstimmung mit dem baubegleitenden Restaurator waren die Gesimse und Schallluken mit Leinölfarbe zu streichen. Die vorspringenden halbrunden Gesims-Kränze der Glockenstube und der Turmlaterne wurden entsprechend des Bestands wieder mit Zinkabdeckungen bekleidet, im Zuge der Dachdeckerabreiten abzunehmen und instand zu setzen war die Turmbekrönung. Die zeltdachförmige Turmspitze erhielt neue Kupferbleche als Einfassung.

Der Windpfeil wurde repariert, neu gelagert und mit Dokumenten als Zeitzeugen für die Nachwelt versehen. Die vier vorhandenen Ziffernblätter der Turmuhr waren in gutem Zustand und mussten nur parziell ausgebessert werden. Alle Dachrinnen an der Traufe erhielten neue Zinkrinnen. Nach den Instandsetzungen waren die Dachflächen mit einer Lärchenschalung verschalt und mit einer Schieferdeckung aus Naturschiefer in altdeutscher Deckung wieder neu eingedeckt worden.

Zeitlich parallel arbeiteten Maurer, Elektriker, Schlosser, Blitzschutzmonteure und Maler im und am Kirchturm, gut koordiniert in der Planung und Bauleitung durch das Architekturbüro Seidel & Muskau. Auch das Innere des Turmes wurde technisch teils erneuert und heutigen Standards angepasst. Nach dem Abbau des Arbeitsgerüstes erstrahlt der Turm wieder in neuem Glanz. Während der Arbeiten waren die Turmuhr und das Geläute abgeschaltet. Die Birklarer mussten daher von März bis November 2021 ohne Kirchturmuhr und Glocken auskommen.

Mit der Inbetriebnahme, rechtzeitig vor Weihnachten, kehrte wieder ein Stück Freude und Normalität in Birklar zurück. Das Innere der Kirche wurde von den Arbeiten nicht beeinflusst, Gottesdienste waren auch während der Bauzeit möglich.

Der erste Bauabschnitt ist somit planmäßig und erfolgreich abgeschlossen. Über die Jahreswende liefen die Planungen für die Arbeiten am Kirchenschiff, welche im Frühjahr mit dem zweiten Bauabschnitt gestartet werden.

Die Kirchengemeinde hofft weiterhin auf Spenden, diese können auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Birklar bei der Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE67 5139 0000 0075 9225 15; BIC: VBMHDE5F, mit dem Hinweis: »Sanierung Kirche Birklar«, eingezahlt werden. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.

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