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Für Notfälle ist man gerüstet

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Lich (kag). Die Licher CDU-Fraktion hat im September eine Anfrage an die Stadtverord-netenversammlung gerichtet, in der sie wissen wollte, wie die Stadt Lich auf Notfälle insbesondere im Bereich der Stromversorgung vorbereitet ist. Zuständigkeitshalber wurden diese Anfragen beantwortet von: Detlef Sartorius von den Stadtwerken Lich, Sabine Bork vom Abwasserverband Lauter-Wetter und Rolf Ringshausen vom Abwasserverband Hungen.

Sartorius schloss bei einem Stromausfall den sofortigen Ausfall der Trinkwasserversorgung aus. Ohne Strom erfolge zwar keine weitere Einspeisung in die Hochbehälter, aber je nach Füllungsgrad des Behälters werde die Bevölkerung noch bis etwa 24 Stunden mit Trinkwasser versorgt. Danach müsse ein externer Stromerzeuger die technischen Einrichtungen, wie Pumpen, wieder in Gang setzen. Alle Anlagen im Bereich der Wasserversorgung haben deshalb einen Anschluss für die externe Stromversorgung, so Sartorius.

Das Wasserwerk Lich verfügt über ein Stromaggregat, das mit Diesel betrieben wird, und über eine Leistung von 60 kVA verfügt. Mit diesem Gerät können die Brunnen und Pumpstationen angefahren werden. Die Stadtwerke prüfen, ob ein weiterer mobiler Notstromerzeuger angeschafft werden soll. Damit für den Betrieb ausreichend Diesel vorhanden ist, wurde ein 1000-Liter-Tank beschafft. Eine Notfallübung fand im November 2021 statt. Bei der Trinkwasserversorgung ist die Stadt Lich auf die Ovag angewiesen. Wenn diese kein Wasser mehr liefert, ist die Trinkwasserversorgung in Lich gefährdet. Notfalls können die Licher Hochbehälter per Wassertankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. Die Kläranlage in Lich verfügt über ein stationäres Notstromaggregat, welches einen 24-Stunden Stromausfall überbrücken kann, und einen 1000-Liter-Tank für Treibstoff. Auch drei neuere Abwasserhebepumpen verfügen über externe Stromanschlüsse, ältere Anlagen sollen nachgerüstet werden.

Stromausfälle im Kläranlagen und Pumpwerken können dazu führen, dass das Abwasser aus dem Kanal herausgedrückt wird, und es zu Überschwemmungen kommt. Das Abwasser könnte ungeklärt in die Gewässer fließen, heißt es in der Stellungnahme von Sartorius.

Die Kläranlage Ober-Bessingen stellt ihren Strom selbst her (Blockheizkraftwerk, Photovoltaik) und kann vier bis fünf Tage mit dem eigenen Strom auskommen. Ausreichend große mobile Notstromaggregate hat der Abwasserverband Lauter-Wetter nicht. Die Kosten, um Stromaggregate für die Kläranlagen und Pumpstationen zu beschaffen, liegen bei etwa einer Million Euro. Im Fachverband arbeite derzeit eine Arbeitsgruppe »Notstromerzeugung«, die ein Regelwerk für die Anwender erstelle, das demnächst zur Prüfung vorgelegt werden soll, sagte Sabine Bork.

In Langsdorf werde das Abwasser im freien Gefälle zur Kläranlage in Utphe geleitet, erläuterte Rolf Ringshausen. Hierzu sei keine Energie notwendig. In der Kläranlage gebe es ein Diesel-Notstromaggregat, mit dem man die Anlage 2 bis 3 Tage betreiben könne.

In Lich verfügen alle Feuerwehrhäuser und Hochbehälter sowie die Sport- und Kulturhalle in Muschenheim über Notstromeinspeisemöglichkeiten. Das Bürgerhaus in der Kernstadt wird nach seiner Fertigstellung ebenfalls eine Einspeisemöglichkeit haben. Das Licher Rathaus, das Bürgerbüro und alle Dorfgemein-schaftshäuser sollen Einspeisemöglichkeiten bekommen.

Notfallplanungen befinden sich im Verwaltungsstab bereits in der Abstimmung. Ziel ist es, einen »Offline-Alarmplan« der Stadt zu erstellen.

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