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Ganz persönliche Impressionen

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Iris Fischer, Vorsitzende des Fördervereins für Städtepartnerschaften der Stadt Lich, führte die Besucher durch die Ausstellung. © Schäfer

Als Auftakt für die Veranstaltungen rund um den Historischen Markt ist die Fotoausstellung »Von Freunden umgeben« im Licher VHS-Haus zu sehen

Lich (rrs). Drei lange Jahre mussten die Licher auf ihren Historischen Markt verzichten. Am 21. und 22. Mai aber darf wieder über den Kram- und Kunsthandwerkmarkt geschlendert werden und die fünf Partnerstädte präsentieren sich wie gewohnt in ihrer kulturellen Vielfalt.

Als Auftakt für die Veranstaltungen rund um den Historischen Markt lud der Förderverein für Städtepartnerschaften der Stadt Lich in Kooperation mit der Volkshochschule des Landkreises Gießen in das Licher VHS-Haus zu einer ganz besonderen Fotoausstellung zum Thema »Von Freunden umgeben« ein. Gezeigt wurden großformatige ganz persönlich eingefärbte Impressionen vom gelebten Kontakt über kulturelle und sprachliche Barrieren hinweg mit den Partnerstädten Dieulefit (Frankreich), Vänersborg (Schweden), Budakeszi (Ungarn), Tata (Marokko) und Tangermünde (Sachsen-Anhalt). Aus Fremden wurden in mehr als 40 Jahren Partnerschaft Freunde, was die bis zum 27. Mai im VHS-Haus zu sehende Ausstellung eindrucksvoll in bunten Fotos festgehalten zeigt. Da erinnern Gruppenfotos, aufgenommen bei Historischen Märkten vergangener Jahre, an glückliche Stunden des Beisammenseins, ein Eintrag ins Goldene Buch wurde festgehalten oder auch Treffen und Feiern in den ausländischen Partnerstädten. Nur einige wenige Bilder zeigen Landschaften, Burgen oder Märkte. Natürlich fehlen auch Fotos vom Historischen Spiel nicht.

Iris Fischer, Vorsitzende des Fördervereins für Städtepartnerschaften der Stadt Lich, erzählte bei der Führung lächelnd von dem Schweden Thomas Friden, einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung Vänersborg, der stets extra zeitig anreiste, um noch bei der Generalprobe zum Historischen Spiel eine Rolle zu ergattern. Ein Foto zeigt ihn bei einem Auftritt mit den »Kircheblazzgauglern«. Bei den Besuchern wurden derweil die Erlebnisse bei Fahrten oder Urlauben in den Partnerstädten wieder lebendig.

Begegnungen waren der Ursprung

Zur Ausstellungseröffnung gab es eine kleine Feierstunde mit zahlreichen Gästen, darunter auch Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD). In Vertretung der Leiters der Volkshochschule Torsten Denker sprach Dr. Iris Korte-Klimach, Programmbereichsleiterin Sprachen & Integration an der VHS, die einführenden Worte. »Das Zitat ›Aller Anfang ist Begegnung‹ beschreibt sehr gut, wie aus Fremden Freunde werden. Durch Engagement, Anteilnahme und gegenseitigen Respekt entstanden in Lich so echte Freundschaften mit den Partnerstädten über alle Grenzen hinweg.«

Bürgermeister Neubert bedauerte, dass er noch nicht alle Partnerstädte besuchen konnte, hob hervor, »Jeder braucht Freunde, um große Herausforderungen zu meistern, Energie zu schöpfen oder Kreativität zu entwickeln. Freundschaften zwischen Städten sind ähnlich bedeutsam« und erinnerte an Ciceros »Ein wahrer Freund ist wie ein zweites Ich«. Ja, so würde er sich immer in Dieulefit fühlen, verstanden und akzeptiert.

Dann kam die Stunde des Licher Teufelsgeigers Robert Varasy, der seinem Instrument bei zwei Eigenkompositionen nie zuvor gehörte Töne entlockte. Da zwitscherten und frohlockten Vögel und im irisch angehauchten Stück brachten die Saiten sogar Dudelsackmusik hervor.

Iris Fischer stellte anschließend die Frage »Sind die Partnerschaften Zufall?« und verneinte. Im Falle Dieulefits brachte 1956 ein Schüleraustausch einen jungen Franzosen in das damalige Pfarrhaus Kammer, wo sich die Tochter prompt verliebte. Jahre später wurde die Liebe mit einer Heirat besiegelt und führte 1974 zur Städtepartnerschaft. Marokko musste 1986 gegen 14 Jahre Trockenheit kämpfen und erhielt Unterstützung von einer französischen Hilfsorganisation, mit dabei eine Licherin. Diese ersten Begegnungen mit dem Bürgermeister von Tata führten 2004 zur Partnerschaft. Die Begegnung von Josef Hoff mit Maria Herceg-Köti und ein Transport von 600 Schulbüchern nach Budakeszi waren der Beginn der 2005 geschlossenen Partnerschaft und Vänersborg 2010 ging auf eine große Liebe zurück. Alles Zufall - nein, Begegnungen waren der Ursprung, die Liebe zur Heimat und das Verständnis füreinander. Die folgende Führung erzählte von den kleinen Geschichten der Menschen und ihrer Kultur.

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