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Gewaschen, getrocknet, gewickelt

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Die Schlauchpflege gehört zum Service, den das neue FTZ für alle Wehren der 18 Kreiskommunen anbieten wird. © Wißner

Schlauch- und Atemschutzgeräte sowie Pumpen könnten künftig vom Feuerwehrtechnischen Zentrum gewartet werden Der Licher Ausschuss stimmte für einen entsprechenden Vertragsbeitritt.

Lich . Gewaschen, getrocknet und gewickelt, so sollen die Löschschläuche der heimischen Wehren aus dem neuen Gefahrenabwehrzentrum zurückkommen, das noch in diesem Jahr planmäßig in Betrieb genommen wird. Alle 18 Kreiskommunen sollen den neuen Stützpunkt von Stadt und Kreis für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz in Gießen nutzen können. Dazu muss auch die Stadt Lich dem »Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit bei der Erfüllung von Aufgaben nach dem Hessischen Brandschutz- und Katastrophenschutz« beitreten. Über die Zustimmung zu diesem Vertrag beriet am Mittwochabend in der Sport- und Kulturhalle Muschenheim der Haupt- und Finanzausschuss des Licher Stadtparlaments.

Kreisbrandinspektor Mario Binsch erläuterte den Ausschussmitgliedern den Vertragsentwurf und schilderte die Vorteile eines Beitritts. Neben den Schläuchen seien es vor allem die Atemschutzgeräte und die Pumpenwartung, um die sich das Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) mit modernsten Maschinen sachgerecht kümmere.

Durch den Vertrag verpflichte sich die Stadt Lich, dauerhaft die Atemschutzpflege, die Schlauchpflege und die Pumpenprüfungen ausschließlich im FTZ durchführen zu lassen.

Genau diesen Punkt monierte Florian Stein (FW): Wenn ich das richtig lese, kommt man aus diesem Vertrag nie wieder raus.« Zustimmung erhielt er von Magnus Schneider (BfL), der sich anstelle eines »solchen Ewigkeitsvertrags« lieber eine lange Laufzeit beispielsweise über 20 Jahre gewünscht hätte. Verständnis für die Regelung äußerte dagegen Markus Pompalla (CDU). Aufgrund der Tatsache, dass es immer schwieriger werde, ehrenamtliche Helfer für die Pflege und die Wartung der Gerätschaften zu finden, stimme er dem Vertrag zu, so der CDU-Mann.

Binsch betonte, dass Lich und Hungen die beiden letzten Kreiskommunen seien, die noch nicht grünes Licht zum Vertrag gegeben hätten. Zur Laufzeit des Vertrages sagte er: »Der Landkreis hat immerhin 17 Millionen Euro für das Gefahrenabwehrzentrum ausgegeben. Den Vertrag jetzt nochmal aufzudröseln, halte ich für unrealistisch.« Außerdem kämen die Wehren durch die Dienstleistungen des Zentrums, die voraussichtlich durch Experten der Gießener Berufsfeuerwehr vorgenommen würden, auch finanziell günstig davon.

Insgesamt investieren Stadt und Kreis Gießen 35 Millionen Euro in den Aufbau des FTZ. Der Kreis übernimmt die Einrichtung. Die Kommunen teilen sich lediglich die anfallenden Personalkosten für die anfallenden Dienstleistungen.

Mit acht Ja-Stimmen (2 BfL, 2 Grüne; CDU und FDP) bei zwei Enthaltungen (FW und SPD) wurde die Beschlussvorlage schließlich angenommen, die der Stadtverordnetenversammlung einen Beitritt zum Vertrag empfiehlt.

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