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Hoffen auf November

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So präsentiert sich das Bürgerhaus Lich nach fast dreijähriger Bauzeit heute dem Betrachter. © Kächler

Die Öffnung des Licher Bürgerhauses verschiebt sich erneut. Statt 1,5 Millionen wird die runderneuerte »Gute Stube« der Licher dann etwa 3,8 Millionen Euro gekostet haben

Lich (klk). Anders als beim Berliner Flughafen ist nicht das neue Brandschutzkonzept Schuld daran, dass die Sanierung des Licher Bürgerhauses sich weiter in die Länge zieht - und auch deutlich mehr kostet. Bei einem Pressetermin am Mittwoch erläuterte Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD), warum sich die Öffnung der Halle nun noch einmal verschieben wird, und zwar voraussichtlich auf November 2022. Statt der veranschlagten 1,5 Millionen Euro wird die runderneuerte »Gute Stube« der Licher dann etwa 3,8 Millionen Euro gekostet haben.

3,8 Millionen Euro

»Ich kann den Unmut der Licher Vereine gut verstehen, die jetzt über so viele Monate hinweg das Bürgerhaus nicht nutzen konnten«, machte Neubert gleich zu beginn klar. »Ich bedaure das sehr.«

Als im April 2019 mit der Sanierung begonnen wurde, habe man noch nicht ahnen könne, was im Verlauf der Bauarbeiten für weitere Mängel auftauchen würden. Dennoch sei die Entscheidung zur Sanierung richtig gewesen, weil ein Neubau nicht nur »viel, viel teurer geworden« wäre, sondern man auch die zentrale Lage in der Stadt hätte aufgeben müssen. Wie Stefan Rauch, zuständig für den Hochbau beim Bauamt der Stadt Lich, deutlich machte, seien erhebliche Mängel wie Schäden an der Stahlträgerkonstruktion erst sichtbar geworden, als man das marode Unterdach zurückgebaut habe.

Zusätzlich hätten ein kurzfristig notwendig gewordenes Konzept für die Betonsanierung und die Schadstoffanalyse für die Abbrucharbeiten für weitere Verzögerungen gesorgt. Zu allem Überfluss sei zwischenzeitlich auch noch der Fachplaner für die Elektroarbeiten »abgesprungen«.

Über den Fortschritt der Arbeiten informierte Christoph Leidner vom Architekturbüro »leidner & partner«, das für Planung und Bauleitung verantwortlich zeichnet. »Sobald es die Witterung zulässt, legen wir mit dem Innenausbau und den Fassadenarbeiten los«, so Leidner. Anstelle des Treppenlabyrinths von und zu den Umkleidekabinen werde es zukünftig einen barrierefreien Eingang für die Vereine geben.

Wesentliche Neuerung im Innern sei die in den Saal hinein vorgezogene Bühne, die eine deutlich bessere Sicht für das Publikum ermögliche.

Außerdem soll der stets auf Hochglanz gewachste Parkettboden, an den sich viele Generationen von Lichern als »halsbrecherisch« beim Sport erinnern dürften, durch einen strapazierfähigen Mehrzweckboden ersetzt werden.

»Wir sind optimistisch, dass unser Bürgerhaus ab November wieder zu einem Ort der Begegnung mitten in der Kernstadt wird«, betonte Bürgermeister Neubert.

Auch die Vereine dürften sich dann über ein modernes Gebäude freuen, das vielen Anforderungen gerecht werde.

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