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Humorvoll und lebensbejahend

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Lichs Bürgermeister Julien Neubert ist erfreut, dass die verabschiedete Pfarrerin Barbara Lang auch als Dekanin in Lich wohnen wird. © Evangelisches Dekanat Gießener Land

Barbara Lang verabschiedet sich als Pfarrerin der evangelischen Marienstiftsgemeinde Lich. Sie wird Dekanin des Evangelischen Dekanats Gießener Land. .

Lich (red). Gedanken an Abschied und Neubeginn, aber auch Appelle für Frieden in der Ukraine prägten den Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Barbara Lang aus der evangelischen Marienstiftsgemeinde Lich. Die beliebte Seelsorgerin wird am 1. April Dekanin des Evangelischen Dekanats Gießener Land.

Hervorragende Voraussetzungen

Barbara Lang habe man immer angemerkt, wie sehr sie den Facettenreichtum ihres Berufs genieße, resümierte Propst Matthias Schmidt, der die Seelsorgerin im Gottesdienst von ihren Aufgaben in Lich entpflichtete. Auch als Pfarrerin habe sie sich bereits im Dekanat engagiert, etwa als Jugendpfarrerin und stellvertretende Dekanin. Er beschrieb sie unter anderem als fleißig, freundlich, verbindlich, engagiert und belastbar. Diese Eigenschaften hätten aus ihr nicht nur eine gute Pfarrerin gemacht, sie seien auch hervorragende Voraussetzungen für ihr neues Amt.

Lich sei für sie in den vergangenen 16 Jahren Heimat geworden, erklärte Barbara Lang in ihrer Predigt. Sie wechsle jetzt zwar beruflich nach Grünberg, bleibe der Stadt aber als Bürgerin, Gemeindemitglied der Marienstiftsgemeinde und Chorsängerin in der Kantorei erhalten. Die Begegnungen mit den Menschen in der Gemeinde in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und Lebenslagen, in der Kommune und in der Ökumene, aber auch Konflikte und Auseinandersetzungen hätten sie gestärkt und belebt und »unfassbar reich gemacht«. Sie habe die kurzen Wege zum Rathaus und zu den Kulturschaffenden in der Stadt geschätzt und hoffe, gemeinsam etwas für »der Stadt Bestes« getan zu haben.

In ihrer Predigt fand sie auch Worte für das aktuelle Geschehen in der Ukraine. Das Kreuz fordere die Menschen auf, Leid mitzutragen, Verantwortung zu übernehmen und die Stimme zu erheben gegen den »Wahnsinn des Lebens«. In diesem Sinne läuteten in diesen Tagen die Kirchenglocken, gebe es Aufrufe zu Gebeten, Andachten und Solidaritätsbekundungen für die Ukraine. In diesem Sinne wurde die Kollekte nach dem Gottesdienst umgewidmet zur Unterstützung von Hilfsaktionen in der Ukraine.

Zwischen dem Bedauern über ihren Weggang aus der Kirchengemeinde und der Freude darüber, dass ihre Pfarrerin zur neuen Dekanin gewählt wurde, bewegten sich die zahlreichen Grußworte für Barbara Lang. Ihr Kollege im Licher Pfarramt, Lutz Neumeier, brachte es schon in der Begrüßung auf den Punkt: Eigentlich sei die Verabschiedung für die Kirchengemeinde ein trauriger Tag. Er freue sich jedoch darüber, dass Barbara Lang der Gemeinde »als unsere Dekanin« erhalten bleibe.

Dass die Pfarrerin auch als Dekanin in Lich wohnen wird, nannte auch Bürgermeister Dr. Julien Neubert eine tröstliche Tatsache.

Wie positiv das Wirken von Pfarrerin Lang in unterschiedlichen Zusammenhängen aufgenommen wurde, kam auch in weiteren Grußworten zum Ausdruck. Der katholische Pfarrer Martin Sahm würdigte ihren Einsatz für die Ökumene und lud als Geschenk zu einem gemütlichen Abend im Ökumene-Ausschuss ein. Dr. Christiane zu Solms-Lich verabschiedete Barbara Lang als »geborenes Mitglied« im Stiftungsrat der Stiftung Arnsburg und begrüßte sie gleichzeitig als zukünftiges gewähltes Mitglied. Sie sei »mit Herzblut den Kindern und Jugendlichen«, die von der Stiftung betreut werden, zugetan.

Sie verabschiede sich ungern von der humorvollen und lebensbejahenden Kollegin, sagte Pfarrerin Martina Belzer als Vertreterin der Pfarrerinnen und Pfarrer im ehemaligen Dekanat Hungen. Sie freue sich aber auf die humorvolle und lebensbejahende Dekanin Barbara Lang. Auch Michael Knoll war als Vorsitzender des Kirchenvorstands und Mitglied des Dekanats-Synodalvorstands emotional gespalten. Sichtlich gerührt verabschiedete er die Pfarrerin und sprach sich selbst den Trost zu, dass er sie in ihrer neuen Funktion ja weiterhin begleiten werde.

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