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Jesus als Brückenbauer

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Ivan Bogdanov sprach über Brücken am Rednerpult. Pfarrer Matthias Bubel und Dekanin Barbara Lang gestalteten den Pfingstgottesdienst. Foto: Dekanat © Dekanat

Ein Ukrainer spricht im Dekanatsgottesdienst in Lich berührende Worte zum Thema Brücken.

Lich (red/twi). »Brückenbauer sind Gold wert«, stellte Dekanin Barbara Lang beim Pfingstgottesdienst des evangelischen Dekanats Gießener Land zum Thema Brücken in der Kirchenruine von Kloster Arnsburg fest. Nach zwei Jahren Corona-Pause füllte sich der Innenraum der Ruine am Pfingstmontag wieder mit Besucherinnen und Besuchern, zu denen auch Gäste aus der Ukraine gehörten.

Jesus sei der bedeutendste Brückenbauer in der Bibel, so die Dekanin weiter. Er habe Brücken gebaut zwischen Armen und Reichen, Ausgestoßenen und Würdenträgern, Mächtigen und Machtlosen. Auch heute würden Brückenbauer gesucht, die helfen, die Kluft zwischen unterschiedlichen Interessengruppen, Menschen und Staaten zu überwinden. Um die gemeinsame Sprache als Brücke zwischen Menschen und um Gottes Geist, der diesen Brückenbau ermöglichst, geht es in der biblischen Pfingstgeschichte. Sie wurde auf Ukrainisch, Englisch, Französisch und Deutsch vorgetragen. Bei den von Barbara Lang (Lich), Pfarrer Matthias Bubel (Holzheim/Dorf-Güll), dem geflüchteten Ukrainer Ivan Bogdanov (Lich), Lara Schneider und Paula Hansen (Lollar) eingebrachten Impulsen waren die Worte von Bogdanov besonders berührend. Der aus der Ukraine geflüchtete Musiker, der jetzt in Lich lebt, sprach die im doppelten Sinne zerstörten Brücken zwischen Russland und der Ukraine an: »Brücken werden von zwei Seiten gebaut«, sagte er. Wenn aber der Dialog zwischen den beiden Brückenanrainern nicht mehr möglich sei, »rollen irgendwann Panzer über die Brücke, die du gebaut hast.«

Er beendete seinen Beitrag aber in der Zuversicht, dass die Mannschaft, die auf »Leben, Freiheit und Liebe« baDer Leiter des Mathematikums, Prof. Albrecht Beutelspacher, hatte einen Bausatz einer Leonardo-Brücke zum Gottesdienst in der Arnsburger Kirchenruine mitgebracht. Während Dekanatssekretärin Sigrid Fink und Hartmut Lohrey, Mitglied im Dekanatssynodalvorstand, die Brücke auf der Bühne vor dem Altar entstehen ließen, erläuterte Beutelspacher die erstaunlichen Eigenschaften des genauso fragilen wie stabilen Gebildes.

Mit großem Applaus bedachten die Menschen in der Kirchenruine die Gesangs- und Instrumentalbeiträge der ukrainischen Gäste Anastasiia Kostohnyz (Bratsche), Eleonora Akchurina (Klavier), Vitalina Pucci (Klavier und Gesang) sowie Ivan Bogdanov, Nataliia Bogdanova und Voktoria Bogdanova (Gesang). Die Gemeindelieder begleiteten die Dekanatskantorinnen Beatrix Pauli und Daniela Werner mit unterschiedlichen Instrumenten.

Zur Erinnerung an das Thema des Gottesdienstes konnten die Besucher und Besucherinnen kleine Holzbrücken mit dem Friedenstauben-Symbol mit nach Hause nehmen. Für die Ukraine-Hilfe der Diakonie spendeten die Besucherinnen und Besucher 873 Euro.

Dekanatssekretärin Sigrid Fink wurde nach 27 Jahren im Amt von ihren beiden langjährigen »Chefs«, Dekan i.R. Rolf Klingmann, und dem stellvertretenden Dekan Hans Theo Daum sehr herzlich verabschiedet. Foto: Wißner

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