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Kein Bushaltepunkt mehr an Asklepios Klinik?

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Der Pkw vor dem Bus hält, um beladen zu werden. Im Wendehammer kann der Bus nicht vorbeifahren, weil der Platz nicht reicht. Foto: Graf © Graf

Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll es keine Bushaltestelle an der Licher Asklepios Klinik mehr geben. Der Vertrag wurde gekündigt. Doch auch die Alternativen kommen nicht gut an.

Lich (kag). Seit etwa zwei Jahren befindet sich auf dem Gelände der Asklepios Klinik in Lich eine Haltestelle der VGO (Verkehrsgesellschaft Oberhessen). Jetzt hat die VGO den bestehenden Vertrag mit der Asklepios Klinik gekündigt, so dass ab neuem Fahrplan (Dezember 2022) die bisherige Haltestelle nicht mehr bedient wird. Ralf Nieme (VGO) stellte im Licher Ausschuss zwei Lösungsoptionen vor. Danach soll entweder die Bedienung der Asklepios Klinik komplett gestrichen oder eine Haltestelle in der Goethestraße bei einer Linienführung des Busses FB-52 über Goethestraße und Höhlerstraße eingerichtet werden. Gegen Letzteres formiert sich Widerstand bei den Anwohnern, die mit etwa 20 Personen in der Sitzung präsent waren, eine Petition übergaben und in der Sitzungspause ihre Vorstellungen vortrugen sowie mit Ralf Nieme diskutieren konnten.

Behinderungen

Zu Beginn der Sitzung trug Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) vor, dass die VGO ihn angesprochen habe, die Haltestelle auf dem Kliniksgelände nicht mehr bedienen zu können, weil trotz Halteverbots und Schraffur der Flächen immer wieder widerrechtlich parkende Fahrzeuge den Bus der VGO behindern und aufhalten. Auch die Kontrollen durch die Stadtpolizei haben letztlich keine Verbesserung gebracht. Die VGO habe eine entsprechende Lösung bei einer veränderten Linienführung und einer Haltestelle auf dem Höhlerberg angeboten.

Nieme erläuterte die vorgesehene Linienführung Brunnenstraße, Goethestraße, Höhlerstraße, Gießener Straße mit einer Haltestelle in der Höhlerstraße und der Haltestelle am Parkhaus der Asklepios-Klinik. Dabei wäre ein Halt an der Klinik (am Parkhaus) möglich. Bei der Linienführung Brunnenstraße, Zum Wingert, Jahnstraße (nicht durch Goethe- und Höhlerstraße) sei eine Haltestelle an der Asklepios-Klinik nicht möglich.

Den Diskussionsbeiträgen der Ausschussmitglieder, die VGO könne doch am Krankenhaus einen fünf Minuten Puffer einrichten, widersprach Nieme, da dies ein ausgeklügeltes Fahrplansystem in Bewegung bringe und der Bus pünktlich in Butzbach am Bahnhof sein müsse, damit die Bahnreisenden ihre Anschlüsse erreichen.

In der Sitzungsunterbrechung übergab Herbert Lohr die Petition der Anwohner, die Liste mit den 100 Unterschriften und trug die Stellungnahme der Anwohner vor. Diese wollen keinen Busverkehr durch die Goethestraße und keine Wegnahme von Parkplätzen in der Goethestraße. Sie fordern die Beibehaltung und Kontrolle der aktuell bestehenden Verkehrsregeln: Anliegerstraße und Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde. Weiter formulieren sie, ein problemloser Durchgangsverkehr für die Einsatzfahrzeuge müsse gewährleistet sein, und es bestehe kein Interesse an einer Bushaltestelle in der Goethestraße. Bereits heute seien das Ein- und Ausfahren zu den Grundstücken der Anwohner (in die Garagen) kritisch, die Gefährdung durch den Straßenverkehr gestiegen und ein dichter Verkehr mit teilweise überhöhten Geschwindigkeiten gegeben. Insbesondere Kinder seien gefährdet.

Alternativlos

Dazu komme noch der Parkplatzsuchverkehr der Angestellten und Besucher der Asklepios-Klinik. In der Goethestraße könne man oft nur von Lücke zu Lücke fahren. Wir wollen keine Busse in der Goethestraße, bekräftigte Lohr in seiner Rede.

Für ältere Mitbürger sei die Anbindung der Klinik an den ÖPNV alternativlos, sagte Peter Nehmer vom Licher Seniorenbeirat. Aber die ankommenden und abfahrenden Privat-Pkw halten dort eher kurz, um ein- oder auszuladen sowie Patienten ein- oder aussteigen zu lassen. Das Dilemma sei der Wendehammer.

Für Michael Pieck, den Technischen Leiter der Klinik, ist das nicht neu. Man sei ständig in Kontakt mit der VGO. Er sehe auch nicht, was man noch unternehmen könne. Der Platz sei begrenzt, und wenn es ganz schlecht laufe, stapeln sich auch noch die Rettungswagen. Die Asklepios-Klinik habe 250 Betten und 600 Mitarbeiter und plane gerade ein neues Ärztehaus. Aus seiner Sicht müsse die Klinik an die Buslinie angebunden werden.

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