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Kommt nicht in die Tonne

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Einweginstrumente, speziell im OP., werden in Lich jetzt recycelt. Ermöglicht wird dies durch ein gemeinsames Projekt mit dem Medizinproduktehersteller Ethicon.

Lich (red). Aktuelle Schätzungen gehen von einem jährlichen Verbrauch in Höhe von über 20 Millionen Einweginstrumenten in der deutschen Gesundheitsversorgung aus. Bisher landet der größte Teil davon im Müll. Das soll sich in der Licher Klinik ab sofort ändern.

»155 Kilogramm CO2 haben wir allein in den ersten drei Wochen nach Start des Recycling-Projekts eingespart«, berichtet Joachim Faber, Leitung OP-Pflege. Faber organisiert mit seinem Team den Ablauf des Recyclings von Einweginstrumenten in der Licher Klinik, speziell im OP. Ermöglicht wird dies durch ein gemeinsames Projekt mit dem Medizinproduktehersteller Ethicon.

»Es handelt sich bei dem Projekt um ein digital unterstütztes Rücknahmesystem für recyclingfähige Ethicon Endocutter und Circular Stapler. Dies sind Klammernahtinstrumente, die den Chirurg:innen helfen - etwa in der Schlüssellochchirurgie - eine sichere Entfernung oder Verbindung von Geweben und Organen durchzuführen«, berichtet Privatdozent Dr. med. Thilo Schwandner, der als Ärztlicher Direktor der Klinik schnell für die Durchführung des Projekts begeistert werden konnte.

Entwickelt wurde das System vom Medizinproduktehersteller Ethicon sowie dem Start-up Resourcify.

Die Instrumente werden nach Gebrauch im OP desinfiziert und gesondert gesammelt. Resourcify holt die Behälter regelmäßig ab, dann werden die Geräte bei einem externen Sterilisationsdienstleister sterilisiert und anschließend dem Recycling zugeführt.

Arbeitsgruppe

Ein besonderer Fokus liegt bei dem Projekt außerdem darauf, dass das Recycling in Deutschland stattfindet und somit nur geringe CO2-Emissionen beim Transport anfallen.

Bereits seit vielen Jahren ist in der Asklepios-Klinik Lich eine interne Arbeitsgruppe mit Kollegen aus Medizin, Pflege, Hygiene, Technik und Verwaltung damit betraut, neue Konzepte und Möglichkeiten zu erörtern und zu entwickeln, die einen optimierten Einsatz wertvoller Ressourcen und die Einsparung von CO2 beinhalten. »Die exzellente Versorgung der Patientinnen und Patienten ist unser oberstes Ziel, aber wir wollen auch unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Dies zu verbinden, ist mit diesem Projekt bestens möglich«, erklärt Thilo Schwandner.

Fabian Mäser, Geschäftsführer der Licher Klinik freut sich über die erfolgreiche Implementierung des Recyclings von Einweginstrumenten im OP und verspricht sich weitere Impulse und Ideen. »Der Klima- und Umweltschutz ist für unseren Konzern ein wichtiges Anliegen, denn wir wollen eine nachhaltige Gesundheitsversorgung etablieren«, so Mäser.

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