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Komplizierte Planung

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Das städtebauliche Entwicklungskonzept für das Baugebiet »Guteleutsgärten« wurde im Bauausschuss abgelehnt.

Lich (kag). Weil die schriftliche Zusage der Eigentümer von drei Baugrundstücken vorlag, diese aber zu dem vereinbarten Preis nicht mehr verkaufen wollten, musste der Bebauungsplan »Guteleutsgärten« der Stadt Lich überarbeitet und neu aufgestellt werden. Bürgermeister Dr. Julien Neubert stellte am Dienstag im Bauausschuss (ABUS) das städtebauliche Entwicklungskonzept als Grundlage für den Bebauungsplan (Vorentwurf) zur Entscheidung. Nach intensiver Beratung wurde das Konzept nach einer Sitzungsunterbrechung mit sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt (Variante E). Man kann gespannt sein, wie es jetzt weitergeht.

Claudia Müller vom Bauamt der Stadt Lich erläuterte die Details des Konzeptes. Dabei ging sie auch auf das bereits im November 2021 beschlossene Entwicklungskonzept ein und erläuterte die Rahmenbedingungen, die dieses zum Scheitern brachten. Der Grundstückseigentümer habe sein Einverständnis für den Verkauf der Grundstücke zu dem vereinbarten Preis zurückgezogen und fordere jetzt erheblich mehr, sagte Müller und fuhr fort, der Magistrat habe diese Forderung abgelehnt. Weiter habe sich gezeigt, dass im Westen des Plangebietes eine Ringerschließung erfolgen müsse (unter anderem wegen der Wasserleitung). Dadurch verkleinere sich die vorgesehene Kita-Fläche auf ein Maß, welches für eine fünfzügige Kita mit Stellplätzen und Außenspielbereich nicht ausreiche. Anstelle der erforderlichen 3000 bis 3500 Quadratmeter stehen nur 2600 Quadratmeter zur Verfügung, so Müller.

Zwei Varianten

Das Planungsbüro Fischer (Wettenberg) wurde beauftragt, zwei Varianten für die zukünftige Entwicklung des Plangebietes auszuarbeiten. Mathias Wolf und Thorsten Hitz stellten die Ergebnisse vor: Variante D, die keine Erweiterung in Richtung Westen sinnvoll macht und Variante E mit einer Erweiterungsmöglichkeit (BA II) in Richtung Westen. Bei beiden Varianten sind für die Kita inklusive des zugeordneten Parkplatzes 3288 Quadratmeter eingeplant. Bei Variante D befinden sich die Stellplätze auf jedem Grundstück und der motorisierte Individualverkehr ist möglich. Bei Variante E ist das Wohngebiet autofrei, und die Wohngebäude sind nur zu Fuß oder per Rad erreichbar (mit Ausnahmen für Feuerwehr, Rettungsdienste und bei Umzug). Die Pkw werden zentral abgestellt. Die Erschließung erfolgt als Ringerschließung, ist komplett umlaufend und in Richtung Westen erweiterbar. Die Erschließungskosten liegen mit 123 Euro (D) und 129 Euro (E) sehr nahe beieinander. Unter den Aspekten »Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Reduzierung Autoverkehr« bietet E eine zukunftsfähige Bauentwicklung.

Vorfluter benötigt

In den intensiven Beratungen erfuhren die Ausschussmitglieder, dass die Grundstücke für Einzelhäuser zwischen 450 und 550 Quadratmeter, für Doppelhäuser je Doppelhaushälfte 300 Quadratmeter groß sein sollen. Das Schmutzwasser müsse abgepumpt werden, und für das Regenwasser brauche man einen Vorfluter, erläuterte Hitz und empfahl, unbedingt mit der Infrastruktur in den öffentliche Flächen zu bleiben und diese nicht über private Flächen (Grundbuch) zu führen.

Berchthold Büxel (Grüne) findet den Vorschlag E ganz gut, aber für die Kita brauche man mindestens 2500 Quadratmeter. Die Erschließung des Gebietes sei relativ unwirtschaftlich. Den hohen Kosten stehen geringe Erschließungsflächen gegenüber, so Büxel. Claudia Müller erklärte, die Fläche für die Kita sei knapp bemessen. Eine Außenspielfläche für die Kinder sei nicht möglich.

Er bekomme »Bauchschmerzen«, sagte Markus Pompalla (CDU) und fuhr fort, er sehe das sehr kritisch. Das Ganze sei nicht wirtschaftlich und bringe weitere Probleme: Im Süden die Trafostation und im Norden die grün markierte Fläche. Beide seien noch nicht im Besitz der Stadt.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert bekräftigte noch einmal, man habe das Gebiet in Eigenregie entwickelt, weil es eine komplizierte Planung sei, und man das besser machen könne als ein Investor. Auch erklärte der Bürgermeister, aufgrund der kleiner werdenden Kita-Fläche habe man sich die DRK-Kita in Staufenberg angesehen, die auch entsprechend den Vorgaben des Landkreises gebaut worden sei.

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