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Lich: Neuer Bahnsteig bis 2025

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Der Bahnsteig am alten Empfangsgebäude in Lich ist längst nicht mehr zeitgemäß. Foto: Kächler © Kächler

Neuer Zugang wird direkt vom Busbahnhof her kommen. Die alte Haltetrasse am denkmalgeschützten Empfangsgebäude wird »blind« gelegt

Lich . Die Stadt Lich wird 2025 einen neuen Bahnsteig bekommen. Wie dieser aussieht und welche Maßnahmen wann durchgeführt werden, erläuterten Projektleiter Jens Fiedler und Projektingenieur Alexander Krebs von der DB-Netz AG (Frankfurt) am Dienstagabend im Licher Ausschuss für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung.

Hübsch sieht er aus, der Licher Bahnhof mit seinem 1869 errichteten Empfangsgebäude mit den von gusseisernen Säulen gestützten Pultdach. Der davor liegende Bahnsteig ist mit Kopfsteinen gepflastert. Genau so, wie man sich einen Bahnhof von anno dazumal vorstellt. Kein Wunder also, dass hier auch gerne Fotos von Hochzeitspärchen mit Koffer in der Hand gemacht werden,

Doch was so romantisch aussieht, entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Höhe der Bahnsteigkante ist mit nicht einmal 38 Zentimetern deutlich zu gering. Mindestens 55 Zentimeter werden heute verlangt, um ein erleichtertes Einsteigen in die Züge zu ermöglichen. Aber Barrierefreiheit war zu früheren Zeiten noch ein Fremdwort.

Deshalb hat sich die Deutsche Bahn dazu entschlossen, den Bahnsteig vollkommen neu zu gestalten.

Der alte Bahnhof steht ebenso wie der Güterschuppen unter Denkmalschutz. So wird der jetzige Bahnsteig am früheren Empfangsgebäude, das sich längst in Privatbesitz befindet, quasi »blind« gelegt.

Entsprechend wird es einen völlig neuen Zugang mit direkter Anbindung zum Busbahnhof geben, erklärte Fiedler.

Von dort führt ein mit Schranken gesicherter ebenerdiger Überweg auf den 140 Meter langen Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 1 und 2. Auf diesem sogenannten Z-Bahnsteig sollen sich zwei Wetterschutzhäuschen befinden. Von hier aus steigen die Passagiere dann in die Züge ein und aus.

Alle weiteren noch existenten Gleise werden abgebaut.

Wie Krebs weiter ausführte, würden die Arbeiten nur tagsüber durchgeführt, damit die Anwohner durch Baustellenverkehr und Baulärm nicht über Gebühr belastet werden.

Die Vorplanungen haben bereits begonnen. Bis 2023 sollen die Genehmigungsplanung mit Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die Bauausschreibung erfolgt sein. 2024 steht dann die Baustellenherrichtung auf dem Programm, ehe 2025 mit den Gleisbauarbeiten, dem Bahnsteigneubau und der Zuwegung begonnen wird,

Für die Zeit der Baumaßnahmen, die laut Fiedler zwischen drei und acht Monaten dauern können, wird ein Bahnersatzverkehr eingerichtet.

Durch den neuen Zugang wird eine direkte Verbindung zum Busbahnhof geschaffen.

Lich ist durch das Busnetz des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) an Linien nach Gießen, Butzbach, Schotten und Grünberg angebunden.

Inwieweit die geplante Reaktivierung der Horlofftalbahn eine direkte Bahn-Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet von Lich aus ermöglicht, dazu konnten die beiden DB-Experten keine Aussage treffen.

Auch zu dem dringend benötigten zweiten Bahnhaltepunkt am Gleienberg konnten sie nichts sagen, das falle in die Zusträndigkeit des RMV.

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