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»Liebe überbrückt Gräben«

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Annemi Möhring von »Mehr Impulse« (l.) und Organisatorin Karla Katja Leisen (2.v.l.) stimmen die Gruppe auf den Friedenslauf durch Lich ein. Foto. Schäfer © Rose-Rita Schäfer

Aus Anlass des Internationalen Frauentages fand in Lich ein »Lauf für den Frieden in der Welt« statt.

Lich (rrs). Der Internationale Frauentag, jährlich begangen am 8. März, steht für die weltweite Solidarität unter Frauen, für gleiche und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, gegen Diskriminierung und für mehr Selbstbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit. Aus diesem Anlass hatte die Künstlerin Karla Katja Leisen einen rituellen »Lauf für den Frieden in der Welt« initiiert. Vorgabe für die Teilnehmerinnen; Sie sollten ganz in weiß gekleidet sein. Die Veranstaltung stand auch im Zeichen des Ukraine-Krieges.

30 entweder ganz in weiß gehüllte oder zumindest mit einem weißen Kleidungsstücke ausgestattete Frauen trafen sich am Licher Bahnhof. Solidarisch dabei waren auch zwei Männer und ein weißer Engel. Die leisen Gitarrenklänge zum ruhig-getragenen Gesang von Annemi Möhring von »Mehr Impulse« sorgten für eine andächtige, in sich gekehrte Stimmung.

Organisatorin Leisen fand eindringliche Worte: »Die Idee zu einem Friedenslauf mit anschließendem Feuer-Ritual treibt mich schon seit vergangenem Jahr um. Die alten Strukturen funktionieren seit der Corona-Pandemie nicht mehr, alles hat sich geändert. Passend dazu steht der diesjährige Frauentag unter dem Motto ›Wandel ist weiblich‹. Weiblich meint für mich weibliche Energie, die für den Frieden in der Welt einsteht. Es ist die weibliche Energie, die Spaltungen überwinden kann, es ist die Liebe, die Gräben überbrückt und alles miteinander verbindet.« Gerade im Krieg müssten Frauen unsägliches Leid über sich ergehen lassen, wie man im Augenblick an den fliehenden ukrainischen Frauen und ihren Kindern sieht. »Deshalb wollen wir für den Frieden, für eine Überwindung von Abgrenzung und Ausgrenzung laufen«, erklärte Leisen.

Die Frauenbeauftragte des Landkreises, Angelika Kämmler, betonte: Für Frauen gibt es kein Heldentum und auch keine Helden, sie sind im Krieg noch mehr auf der Verliererseite als jeder Mann.

Nach einer kleinen Übung zur Erdung erklang der Song »Sounds of the grounds«, in dem es darum geht, wie die Welt wäre, wenn wir nur hören, aber nicht mehr sehen und sprechen könnten. Mit den letzten Klängen machte sich die Gruppe dann langsamen Schrittes auf zu ihrem Rundgang, flankiert von Feuerwehr und Polizei.

Vom Bahnhof ging es durch die Ringstraße, quer durch den Bürgerpark in die Heinrich-Neeb-Straße, Unterstadt, Marktplatz, Kirchgasse und über die Braugasse zum Parkplatz hinter dem Restaurant »Savanne« in der Schlossgasse, wo ein Feuer in einer großen Tonne entzündet wurde. Zettel und Stifte lagen bereit, damit jeder seine Wünsche für alle Frauen, die Menschheit oder gleich die ganze Welt notieren konnte, um die Zettel in einem kleinen Ritual dem Feuer zu übergeben. Mit einer vom Restaurant gespendeten Linsensuppe klang der Friedenslauf aus.

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