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Markus Kerscher neuer Wehrführer

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Ehrung mit Bürgermeister Julien Neubert, Hartmut Schäfer, Jörg Keil, Robert Schmitt, Markus Kerscher und Stadtbrandinspektor Marco Römer (v.l.). Foto: Schäfer © Schäfer

Ein Umdenken fordert die Nieder-Bessinger Wehr: Sie fragt, warum sie nicht zu Einsätzen in Lich gerufen wird.

Lich (rrs). In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nieder-Bessingen, zu der auch Bürgermeister Dr. Julien Neubert und Stadtbrandinspektor Marco Römer gekommen waren, zog der stellvertretende Wehrführer Markus Kerscher gleich zu Beginn Bilanz. Am Jahresende 2021 zählte die Einsatzabteilung 22 aktive Mitglieder, davon acht Frauen. Nur insgesamt sechs Mal musste die Einsatzabteilung zu Hilfeleistungen ausrücken, darunter ein Hochwassereinsatz, zwei Verkehrsunfälle, ein Alarm wegen Gasgeruchs und die Begleitung des Laternenumzugs. Damit war jedes Mitglied der Einsatzabteilung im Schnitt 16 Stunden im Einsatz, was sich zu insgesamt 116 Einsatz-Stunden aufaddierte.

Während des Corona-Jahres 2021 wurden nur drei Fortbildungen, Wärmebildkameratraining (Thomas Krause), Leiter einer Feuerwehr (Thorsten Vekens) und Sprechfunker (Laura Volk) besucht. Feierlichkeiten fielen aus. »2021 war ein schweres Jahr, unsere Wettkampftruppen haben sich kaum getroffen. Trotzdem rangierten sie beim Wettkampf in Koblenz im vorderen Bereich und waren auch beim Silberlauf in Elsass/Lothringen erfolgreich. Trainer Thorsten Vekenz hat sich nach über 16 Jahren im Oktober 2021 zurückgezogen und das Amt dem Dreiergespann Sebastian Grün, Markus Pompalla und Michael Pein überlassen«, blickte Kerscher zurück.

Mit 14 Mitgliedern bei einem Altersdurchschnitt von 13 Jahren, darunter fünf Mädchen, ist die Jugendfeuerwehr sehr beliebt. Absolviert wurden seit Mai 18 Übungen.

Das große Highlight 2021 aber war das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr, das zusammen mit der Abschlussübung aller Jugendfeuerwehren der Stadt Lich im Oktober gefeiert wurde.

Da Dirk Keil sein Amt als Wehrführer niedergelegt hat, standen anschließend Neuwahlen an. Als neuer Wehrführer wurde Markus Kerscher einstimmig mit zwei Enthaltungen gewählt, Jörg Keil wurde einstimmig mit einer Enthaltung zum stellvertretenden Wehrführer bestimmt. Keil rief die Aktiven dazu auf, im Bekanntenkreis vermehrt Werbung für die Feuerwehr zu machen, da die Einsatzabteilung zwingend auf neue Leute angewiesen sei.

Bürgermeister Julien Neubert lobte das Engagement und die gute Zusammenarbeit der Feuerwehr Nieder-Bessingen bei der Ausrichtung ihres 125-jährigen Bestehens und des Kreisfeuerwehrtages, der gleichzeitig stattfand. Ein freudiges Schmankerl aber sei die Gold- und Silbermedaille der Herren und Damen bei der Olympiade in Slowenien gewesen.

Stadtbrandinspektor Marco Römer dagegen musste sich der unangenehmen Frage von Jörg Keil stellen: »Warum wird bei Notsituationen in der Nähe unseres Dorfes nicht die Feuerwehr Nieder-Bessingen, sondern eine andere Feuerwehr aus weiter entfernten Orten alarmiert?«

Römer beleuchtete daraufhin einen Verkehrsunfall nahe Langsdorf, den Brand in Kloster Arnsburg und einen Waldbrand zwischen Lich und Nieder-Bessingen, wo aus unterschiedlichen Gründen die Feuerwehr Nieder-Bessingen nicht geholt wurde.

»Einmal lag Langsdorf zusammen mit Bettenhausen näher, in Arnsburg spielten logistische sowie Fahrzeug- und Ausrüstungs-technische Gründe eine Rolle und beim Waldbrand schrieb der Einsatzplan wohl Eberstadt als zu alarmierend vor«, so Römer. »Man übt und übt und wird dann nicht alarmiert, das ist ärgerlich und schadet der Motivation«, konterte Keil stocksauer und forderte weitere klärende Gespräche gepaart mit einem Umdenken.

Abschließend wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft im Verein Freiwillige Feuerwehr Nieder-Bessingen Bodo Klös, Antje Schröder, Rene Balser, Werner Keil und Dieter Brück, für 50 Jahre Günther Kowal und Robert Schmitt (anwesend), für 60 Jahre Ulrich Vekens und Dieter Haas sowie für 65 Jahre Gerhard Röhlich geehrt.

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