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Mit Mut und Gottvertrauen

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Die neue Dekanatsleitung vor der Licher Kirche: Michael Knoll, Pfarrer Matthias Bubel, Stellvertretender Dekan Hans-Theo Daum, Roland Meuschke, Präses Dr. Thilo Schneider, Pfarrerin Verena Reeh, Dekanin Barbara Lang, Daniela Reif, Susanne Koch, Pfarrerin Sarah Kiefer und Hartmut Lohrey (v.l.). Es fehlen Sigrid Jox und Pfarrerin Cordula Michaelsen. © Stender

In einem feierlichen Gottesdienst in der Licher Marienstiftskirche wurde die neue Leitung des Dekanats Gießener Land in ihr Amt eingeführt

Lich (red). Viele Segensworte und gute Wünsche begleiten die neue Leitung des evangelischen Dekanats Gießener Land auf dem vor ihr liegenden Weg. In einem feierlichen Gottesdienst in der Licher Marienstiftskirche wurden Dekanin Barbara Lang, ihr Stellvertreter Hans-Theo Daum, Präses Dr. Thilo Schneider und die weiteren Mitglieder des Dekanatssynodalvorstands unter Anteilnahme einer großen Gästeschar aus Kirche, Politik und Gesellschaft in ihre Ämter eingeführt.

Propst Matthias Schmidt sieht in der neuen Dekanatsleitung Menschen mit Kraft und Gottvertrauen, aber auch mit dem Mut, »in dieser krisenhaften Zeit neue Wege zu gehen«. Er benannte zwar die bevorstehenden Einschnitte und Veränderungen aufgrund von zurückgehenden Mitgliederzahlen, schwindenden finanziellen Ressourcen und sinkender gesellschaftlicher Relevanz der Kirche, richtete aber gleichzeitig einen optimistischen Blick in die Zukunft. Die Kirche habe dort Zukunft, wo sie die Menschen im Blick habe und Strukturen schaffe, »dass Menschen eine seelsorgliche Kirche vorfinden«. Vordringliche Leitungsaufgabe sei es jetzt, zu ermöglichen, »dass wir kleiner werden können, ohne uns zu verlieren« und »dass Menschen Gott begegnen und Heil finden für ihr Leben«.

In einer Zeit, in der die Mitgliedschaft in der Kirche keine Selbstverständlichkeit mehr sei, müsse begründet werden, was »uns als Kirche wichtig ist«, betonte Schmidt. Kleiner werden, loszulassen und sich zu verändern habe mit Trauern zu tun, aber auch mit neu anfangen. Die Gemeinden und die Menschen dabei zu begleiten und zu inspirieren, sei die »zentrale Aufgabe des Dekanats«.

Um Neuanfang ging es auch in der Predigt von Dekanin Barbara Lang. Doch bevor sie zu ihrem Thema kam, erinnerte sie an die Ukrainerinnen und Ukrainer, die an diesem Sonntag trotz Krieg und Bombenangriffen das orthodoxe Osterfest feierten: »Ich kann mich nur tief verneigen vor einem solchen Glauben.« Mit ihnen verbunden wolle sie festhalten »an ihrer Hoffnung, dass das Leben siegen wird«.

Wie zuvor Propst Schmidt hob auch sie die positiven Entwicklungen hervor, die sie in den Dekanatsgemeinden wahrnehme. Welche Kraft und Kreativität hier zu finden sei, habe man in der Pandemie feststellen können: »Manches strotzt vor Energie«. Das Alte hinter sich lassen, neue Seiten aufschlagen, darum gehe es aktuell, betonte Lang. In ihren Augen hat die evangelische Kirche im Dekanat Gießener Land dann Zukunft, wenn sie darauf schaue, was die Menschen in den 83 Dörfern und Städten im Dekanat brauchen.

Vernetzung

Die Dekanin forderte zur Vernetzung mit den anderen gesellschaftlichen Akteuren und mit allen auf, »die guten Willens sind. Leben wir Nächstenliebe und Barmherzigkeit, setzen wir uns ein für Frieden und Versöhnung, treten wir mutig allen entgegen, die Hass säen und Krieg treiben, die Menschen missachten, kleinmachen, unterdrücken«. Im Anschluss an den Gottesdienst, den die Dekanatskantorinnen Anja Martiné, Beatrix Pauli und Daniela Werner sowie die Dekanatskirchenmusiker:innen Ulrike Sgodda-Theiß, Dorotea Pavone und Christof Becker mit einem Projektchor, der Marienstiftskantorei und dem Trompeter Johannes Oßwald musikalisch gestalteten, folgten zahlreiche Grußworte aus Kirche, Ökumene und Politik. So wünschte sich der Gießener Dekan André Witte-Karp eine enge Abstimmung zwischen den beiden Nachbardekanaten. Der katholische Dekan Pfarrer Martin Sahm kündigte dagegen an, dass die Abstimmung mit den katholischen Schwestern und Brüdern ab August schwieriger werden könnte, weil dort die Dekanate aufgelöst würden. Mirjam Aasman, Geschäftsführerin der Jugendwerkstatt Gießen, freute sich darüber, dass auch das Dekanat Gießener Land in der Person des stellvertretenden Dekans Hans-Theo Daum weiter die Arbeit der Einrichtung unterstützen werde. Der stelllvertretende Kreistagsvorsitzende Martin Hanika outete sich als Kirchenmusik-Liebhaber und lud dazu ein, miteinander zu reden und einander aufmerksam zuzuhören. Nach Ralf Schnell, dem stellvertretenden Leiter der Regionalverwaltung Oberhessen, schloss der Licher Bürgermeister Dr. Julien Neubert den Reigen der Gratulanten mit der Überzeugung, dass Barbara Lang die vor ihr liegenden Aufgaben als Dekanin hervorragend meistern werde.

Der Gottesdienst ist unter https://www.youtube.com/watch?v=U8e0E_gfCxA zu finden.

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