1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lich

Neuartige Stammzellen-Transplantation

Erstellt:

gikrei_0211_jcs_Stammzel_4c
Dr. Thilo Schwandner mit einer Dose Stammzellen im OP-Saal. Foto: Irene Wille © Irene Wille

Zur Behandlung von Analfisteln setzt die Asklepios-Klinik Lich eine neue Methode ein. Es handelt sich dabei um einen minimalinvasiven Fisteleingriff,

Lich (red). In der Asklepios-Klinik Lich wird seit kurzem eine neuartige Behandlungsmethode bei Analfisteln eingesetzt. Den betroffenen Patienten, die unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden, werden Stammzellen gesunder Spender transplantiert.

»Bei der Analfistel handelt es sich um eine häufige Erkrankung, an der meist Männer zwischen 30 und 50 Jahren leiden«, berichtet Privatdozent Dr. Thilo Schwandner, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die Analfistel ist ein abnormaler Trakt, der Teile des unteren Darms, Rektum und Anus, mit der Haut in der Nähe des Anus verbindet, sodass eine oder mehrere Öffnungen in der Nähe des Anus entstehen.

In der Regel bilden sich die Gänge aufgrund einer Entzündung spezieller Drüsen im Analkanal. Die Betroffenen leiden unter einem starken Schmerzempfinden, gefolgt von einer oft eitrigen Sekretion aus der Fistelöffnung. In vielen Fällen kommt es auch zu Fieber und äußeren Entzündungszeichen wie Rötung und Schwellung. Chefarzt Thilo Schwandner freut sich, nun bei der Behandlung von Analfisteln die Stammzellen-Transplantation einsetzen zu können. »Bei der sogenannten Alofisel-Behandlung werden Stammzellen gesunder erwachsener Spender den Patienten injiziert und wirken in ihrem direkten Umfeld regulierend auf das Immunsystem und die entzündlichen Prozesse«, erläutert Schwandner.

Gewonnen werden die Stammzellen aus dem Fettgewebe der Spender. Sie werden in Dosen aufbereitet, dabei besteht eine Dosis aus 120 Millionen Stammzellen, die in kleinen Depots direkt in die Fistelwand der Betroffenen transplantiert werden.

Angewendet wird die neuartige Behandlungsmethode bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die überdurchschnittlich oft von perianalen Fisteln betroffen sind. »Der Vorteil der Stammzellen ist, dass sie sich zu verschiedenen Zelltypen entwickeln können. So können lokale Entzündungen um die Fistel reduziert werden und die Wahrscheinlichkeit zur Abheilung erhöht sich«, so Schwandner.

45-minütiger Eingriff

Die Behandlung erfolgt in der Licher Klinik unter Narkose und der Eingriff dauert in der Regel 45 Minuten. Es handelt sich dabei um einen minimalinvasiven Fisteleingriff, der Vorteile wie weniger Wundinfektionen, geringere Schmerzen und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt mit sich bringt. Im Anschluss an den Eingriff verschließt ich die Fistel innerhalb weniger Wochen und die Patienten sind beschwerdefrei. Besonders stolz ist Schwandner, dass die Licher Klinik bundesweit eines von drei Zentren ist, die für diese Stammzellentransplantation zugelassen sind: »In einem speziellen Zertifizierungsprozess konnten wir überzeugen und damit diese spezielle Behandlungsmethode in unserer Klinik einführen.«

Auch interessant