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Neues Parkdeck »Am Wall«?

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Der Parkplatz »Am Wall« in Lich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Gemeindehaus, Kirche und Stadtturm. Hier könnte sich die Projektgruppe von »Licherleben« ein dreigeschossiges Parkdeck vorstellen. Foto: Licherleben © Licherleben

Eine Projektgruppe des Vereins »Licherleben« machte jetzt Vorschläge.zum Verkehrskonzept der Stadt Lich.

Lich (klk/red). Könnten ein dreigeschossiges Parkdeck an der Straße »Am Wall« oder eine »schmale« Südumgehung der Innenstadt entlang der Bahnlinie die angespannte Parkplatz- und Verkehrsituation in Lich lösen? Eine Projektgruppe des Vereins »Licherleben« machte zumindest jetzt genau diese Vorschläge.

Wie es in einer Mitteilung des Vereins heißt, habe sich bereits Ende vergangenen Jahres die Projektgruppe zum Thema »Stadtentwicklung« zusammengefunden, um unter anderem die vom Ingenieur-Büro R+T Verkehrsplanung GmbH erarbeitete Bestandsanalyse des Verkehrs in Lich zu betrachten und auch eigene Gedanken zum Thema Verkehr in der Kernstadt zu entwickeln. Im Rahmen der gewünschten Bürgerbeteiligung gehe man nun mit den eigenen Vorschlägen an die Öffentlichkeit.

In Lich könne man drei städtebauliche und verkehrstechnische Bereiche erkennen: Im Westen den Mühlacker bis zum Höhler, im Süden und Osten den Hardtberg bis zum Egelseeweg.

Um von einem Bereich zum anderen zu kommen, müsse man über den Ringverkehr durch die Altstadt fahren. Insbesondere die Lage der Einkaufsmöglichkeiten - verteilt auf alle drei Bereiche - führe zu einer erheblichen Belastung im Bereich des Ringverkehrs. Die Situation solle laut Verkehrskonzept künftig durch eine reine Anwohnernutzung der Straße »Am Wall« und Verlegung des Verkehrs in die Kirchhofgasse entspannt werden. »Diesen Ansatz halten wir für keine zielführende Lösung«, so die Projektgruppe.

Der Verkehr Am Schwanensee, Heinrich-Neeb-Straße und Braugasse werde dadurch nicht entlastet. Der Verkehr in Gießener Straße und Kirchhofgasse werde mehr. Die Erreichbarkeit der örtlichen Einkaufsmöglichkeiten verschlechtere sich weiter, sodass man leichter in den Nachbarorten Pohlheim oder Hungen einkaufe als am eigenen Ort.

Deshalb habe man sich mit einer südlichen Umfahrung der Altstadt beschäftigt und sieht entlang des Bahndammes die Möglichkeit, hier eine Entlastung zu schaffen. So würde etwa die Erreichbarkeit vom Höhler zu den Einkaufsmöglichkeiten in der Hungener Straße erheblich vereinfacht. Man solle aber nicht den Fehler begehen, von einer »Südumgehung« zu sprechen. »Die schmale Straße, die wir hier sehen, muss baulich und verkehrstechnisch so ausgelegt werden, dass sie für den überörtlichen Verkehr nicht attraktiv ist«, so »Licherleben«.

Auch mit der Stellplatzsituation in der Altstadt habe man sich beschäftigt. Die vielen kleinen Stellplätze innerhalb der Altstadt führten dazu, dass viele Besucher auf der Suche nach Parkplätzen durch die Altstadt fahren. Eine Lösung sehe man hier in der Erweiterung des Parkplatzes »Am Wall« durch ein Parkdeck.

Auf dieser Fläche stehen derzeit etwa 50 Parkplätze zur Verfügung. Ein Unterdeck, ein Erdgeschoss und ein Oberdeck könnten hier zirka 100 zusätzliche Stellplätze schaffen.

Im Gegenzug könnten die Stellplätze auf dem Kirchplatz sowie in der Unter- und Oberstadt entfallen. Für Anwohner wäre im Unterdeck sogar Platz für eigene Parkplätze. »Wir gehen von einer Fußgängerzone von Unterstadt bis Oberstadt und einem Rückbau der Heinrich-Neeb-Straße aus, um mehr Flächen für Fußgänger und Fahrradfahrer zu schaffen«, so die Gruppe.

»Stadt in der Pflicht«

Allerdings müssten die geplanten Maßnahmen natürlich finanziert werden. Hier sehe man aber die Stadt in der Pflicht. Diese habe anlässlich der Altstadtsanierung erhebliche Einnahmen im Rahmen der Stellplatzablösungen eingenommen. Diese Gelder seien aber nicht wie in Laubach, Grünberg oder Butzbach für die Errichtung neuer Parkflächen oder Parkdecks verwendet worden.

Der Verein »Licherleben« sieht sich nicht als Nachfolger des Licher Gewerbevereins, sondern legt Wert darauf, dass sich in ihm über 100 Licher Unternehmen, Vereine, und Privatpersonen zusammengefunden haben, um die Stadt zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

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