1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lich

Photovoltaik in Genossenschaft

Erstellt:

gikrei_klk_Daecher_Musch_4c
Ungenutzte Dachflächen bieten viel Potenzial für regenerative Energien. © privat

Die städtischen Liegenschaften mit Photovoltaik ausstatten, die Finanzierung mit Bürger-Gemeinschaften sichern - dieses Ziel sieht ein Antrag der Freien Wähler in Lich vor.

Lich (red). Die Freien Wähler Lich wollen, dass die Dächer der städtischen Liegenschaften in Lich mit Photovoltaikanlagen bestückt und mittels eines Bürgerbeteiligungskonzepts betrieben werden. Bereits Anfang Februar hat die Fraktion einen entsprechenden Antrag, der jetzt in den Gremien beraten wird, eingebracht.

Alternativen entwickeln

»Angesichts der derzeitig explodierenden Energiepreise werden regionale regenerative Energiekonzepte immer wichtiger«, begründet Josef Benner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Lich, den Antrag. »Wir möchten nicht nur, dass die Dachflächen der städtischen Gebäude zur Energieerzeugung herangezogen werden, sondern auch, dass die Bürger sich über ein Beteiligungskonzept an dem Betrieb und den Erlösen der Energieerzeugung beteiligen können.«

Im Rahmen der Energiewende und insbesondere auch angesichts der derzeitigen internationalen Krisen muss mittel- und langfristig eine sichere und bezahlbare Energieversorgung hergestellt werden. Dazu ist auch der zügige Zubau von weiteren Photovoltaikanlagen unabdingbar.

Die Liegenschaften der Stadt Lich sind bisher nur zu einem geringen Teil mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Zum Beispiel können die großen sanierten neuen Dachflächen des Bürgerhauses oder auch die der Sport- und Kulturhalle Muschenheim so einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Daneben gibt es weitere Dachflächen auf gewerblich genutzten Gebäuden sowie Wohnhäuser in Lich, die bei Zustimmung der Eigentümer ebenfalls in das Konzept eingebunden werden könnten.

»Durch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger können diejenigen Licher, die nicht über eigene oder nur über ungeeignete Dachflächen verfügen, aktiv in die Energiewende eingebunden werden«, erläutert Sascha Ott, Vorsitzender der Freien Wähler in Lich. »Ein sinnvolles Modell könnte die Einrichtung einer Energiegenossenschaft darstellen.«

Laut dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband gewährleisten Energiegenossenschaften den Interessenausgleich der Akteure vor Ort und steigern durch Beteiligung am eigenen Unternehmen die Akzeptanz der Bürger für die Umsetzung von Erneuerbare-Energien-Projekten in den Regionen.

»Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien leisten wir nicht nur unseren Beitrag zum Klimaschutz, sondern lassen uns auch unabhängig werden von despotischen Energielieferanten, die demokratische Prinzipien mit den Füßen treten«, stellt Josef Benner fest. »Und wenn wir das System noch in die Hände der Bürger geben, dann stiften wir auch an dieser Stelle einen finanziellen Nutzen.«

Auch interessant