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Photovoltaikanlage auf der Dachfläche

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Standortleiter Ali Türk (rote Weste) führte durch die Hallen von Wayfair und gab Einblicke in die Arbeitsabläufe und Zukunftspläne des E-Commerce Unternehmens. Foto: FW Lich © FW Lich

Die Freien Wähler Lich erhalten bei einer Besichtung von Wayfair Informationen aus erster Hand.

Lich (red). Umfangreiche Informationen zur aktuellen Personal- und Standortentwicklung von Wayfair sowie zukünftigen Planungen am Standort Lich erhielten die Stadtverordneten und Ortsbeiratsmitglieder der Freien Wähler bei einer Besichtigung des Online-Möbelhändlers. Ali Türk, Standortleiter von Wayfair, und Florian Egner, Abteilungsleiter, gaben einen Einblick in die Investitionen in das regionale Gewerbe. Seit der Übernahme des Standorts im Juni 2021 habe man bisher für über 1,5 Millionen Euro von Unternehmen vor Ort Dienstleistungen und Ware eingekauft.

Neben dem Handel mit Möbeln und Accessoires bietet Wayfair, laut Standortleiter Türk, Herstellern und Großhändlern auch an, ihre Produkte über die Online-Plattform und Logistik zu handeln und auszuliefern. Die Teilnehmer erfuhren von dem aufwendigen Qualitätssicherungsprozess. »Ziel ist es, dass unsere Partner ihre Produktions- und Lieferprozesse verbessern. Dadurch erreichen wir eine hohe Kundenzufriedenheit und stärken nachhaltig unsere Plattform. Die Qualitätskontrolle ist die Basis unseres Erfolgs«, erläuterte Florian Egner. Bisher habe man rund 65 Prozent der Nutzfläche im Gebrauch, diese verteile sich auf 140 000 Regalfächer. Die Ein- und Auslagerung sei ein dynamischer EDV-gesteuerter Prozess.

»Mittlerweile habe wir am Standort in Lich 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 2023 wollen wir den Mitarbeiterbestand nochmals deutlich ausbauen. Der Frauenanteil liegt bei uns zurzeit bei rund 40 Prozent«, erklärt Türk. »Wir zahlen einen Basislohn von 14,25 Euro pro Stunde für Tätigkeiten im Lager und liegen damit über dem Branchendurchschnitt.« Auch bildet Wayfair ab diesem Sommer erstmals zwei Fachkräfte für Lagerlogistik aus. Mittelfristig will Ali Türk die Ausbildung auch auf die Bereiche Mechatronik und IT ausweiten, um den steten Bedarf an Fachkräften auch aus dem eigenen Nachwuchs zu bedienen.

Die derzeitige Krise am Energiemarkt beschäftigt auch die Standortleitung in Lich. »Wir arbeiten an verschiedenen Projekten zur Energieeinsparung. So haben wir in vielen Bereichen durch weitere Automatisierung und den Einbau von Sensoren die Energieverbräuche deutlich reduziert. Auch planen wir, in Abstimmung mit dem Eigentümer der Gebäude, die Nutzung der Dachflächen für Photovoltaik«, berichtet Ali Türk. Daneben gebe es Überlegungen, die in großen Mengen anfallenden Einwegholzpaletten als Brennmaterial zur Wärmeerzeugung zu verwerten.

Auch einen Ausblick auf die Planungen der Zukunft erhielten die Mitglieder der Licher Freien Wähler. »Um im E-Commerce in Europa Fuß zu fassen, zeigen die Erfahrungen anderer erfolgreicher Unternehmen, dass es wichtig ist, zunächst einen Standort in Deutschland aufzubauen. Diese Strategie verfolgt auch Wayfair.« Man plane, analog zu den USA und Kanada, mittel- bis langfristig die komplette Logistik in eigener Regie durchzuführen. Dies sei ein wichtiger Baustein des Erfolgs in Übersee gewesen.

Josef Benner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in der Stadtverordnetenversammlung, freut sich darüber, dass sich das Unternehmen am Standort »Langsdorfer Höhe« positiv entwickelt. »Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen, ist eine wichtige kommunale Aufgabe. Und es ist gut zu sehen, dass sich die vielen negativen Behauptungen der Gegner der Ansiedlung des Onlinehändlers Wayfair nicht bewahrheitet haben, auch wenn dies im Nachgang von deren politischen Vertretern immer wieder versucht wird«, stellt Benner fest. Auch Sascha Ott, Vorsitzender der Freien Wähler, hebt im Bereich der Verkehrssituation die positiven Effekte der beiden Kreisverkehre, die gebaut wurden, hervor. »Durch die Anbindung der Hungener Straße mittels Kreisverkehr an die B 457 hat sich die Verkehrssituation für die Stadt als Ganzes spürbar entspannt und ein unfallträchtiger Gefahrenpunkt wurde deutlich entschärft.«

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