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Radler haben es schwer in Lich

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Soll die Oberstadt in Lich zur Fußgängerzone werden? © Kächler

Lich . Soll die Oberstadt vom Marktplatz bis zum Schwanensee zur Fußgängerzone umgestaltet werden? Und wie wäre es, die Wallstraße ab dem Stadtturm für den Durchgangsverkehr zu sperren?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mitglieder des Ausschusses »Logistikzentrum Langsdorfer Höhe und Verkehr« des Licher Stadtparlaments.

Sabrina Hadwiger von der R+T Verkehrsplanungs GmbH in Darmstadt trug zunächst die Ergebnisse eines bereits 2019 erstellten Verkehrskonzeptes vor. Aus Verkehrsbeobachtungen und Datenerhebungen wurde dabei zunächst der Status Quo ermittelt.

»Das Straßennetz funktioniert«, bilanzierte die Verkehrsexpertin. Allerdings wäre das Verkehrsaufkommen etwa in der Braugasse oder der Wallstraße »gefühlt« zeitweise sehr belastend.

Auch für Fußgänger sei die Situation in der Altstadt den Gegebenheiten entsprechend insgesamt gut gelöst. Einige neuralgische Punkte für Fußgänger machte sie dennoch aus. Besonders an der Einmündung von Wallstraße und Schwanensee in die Oberstadt: »Für Fußgänger ist hier ein überqueren der Straße besonders gefährlich, zumal sich dort auch der Kindergarten Oberstadt befindet.«

Nachbessern müsse man unbedingt bei der »Parkraumbewirtschaftung«. Zwar seien genug Parkflächen ausgewiesen, doch würden diese von viel zu vielen Dauerparkern genutzt. »Eine durch Parkscheiben-Nutzung auf zwei Stunden begrenzte Parkzeit wäre im Kernbereich unbedingt wünschenswert«, so Hadwiger.

Schlechte Noten gab es aber vor allem für das Radwegenetz. Die Radwege von außerhalb endeten alle an den Ortseingängen, ohne den Radlern eine Möglichkeit zu bieten, sicher die Innenstadt zu erreichen. Es gebe weder Querungshilfen noch Hinweisschilder. Besonders die Straße »Hopfengarten« sei regelrecht gefährlich für Zweiradfahrer. Auch die Erreichbarkeit der Schulen mit dem Rad sei alles andere als optimal. Schließlich fehlten im gesamten Stadtgebiet zeitgemäße Abstellmöglichkeiten. »Wer ein teures E-Bike fährt, möchte es auch sicher abstellen können«, machte Sabrina Hadwiger deutlich.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte ihr Vorschlag, die Wallstraße ab Höhe des Stadtturms nur noch für Anlieger und den Busverkehr freizugeben.

Gleich mehrere Abgeordnete und Gäste machten darauf aufmerksam, dass sich dann der gesamte Durchgangsverkehr auf die Gießener Straße und die Friedhofsgasse konzentrieren würde. Peter Blasini, selbst Schulleiter an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, wies darauf hin, dass sich an der Friedhofsgasse neben der weiterführenden Schule auch noch ein Seniorenheim sowie das Hallenbad befänden.

Als Anlieger drückte auch Reinhard Weber seine Sorgen über den ständig wachsenden Verkehrslärm an der Gießener Straße aus.

Zur Idee, die Oberstadt vom Marktbrunnen bis zur Einmündung Schwanensee zur Fußgängerzone zu machen, merkte Martin Seifert (BfL) an, dass gewährleistet sein müsse, dass die anliegenden Geschäfte von den Zulieferern erreicht werden können. Er erinnerte auch daran, dass dann zwölf Parkplätze in der Innenstadt wegfallen würden.

Auf weniger Verständnis stieß hingegen der Vorschlag, die Einbahnverkehrsregelung in der Straße »Am Kirchplatz« umzukehren.

Gisela Maier (SPD) regte an, den Verkehr großräumiger zu betrachten und brachte für die Planungen auch wieder eine mögliche Südumgehung ins Gespräch.

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