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Schottische Klänge im Verlies

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Musik und Hochprozentiges beim Whisky-Tasting im Verlies des Licher Stadtturms. © Graf

Lich , (kag). Nicht nur für das Licher Pils ist die Gerste unverzichtbar, auch für den Single Malt, den schottischen Whisky, benötigen die Destillateure Gerste. Doch es gibt noch mehr gemeinsamkeiten mit Lich. So ergeben der Duft der jahrhundertealten Eichebalken des Licher Stadtturms und das Aroma des Strohs auf dem Boden des Verlieses eine wunderbare Synthese zu dem jahrelang in Eichefässern gelager-tem Whisky mit seinen feinen Duft- und Geschmacksnoten, erläuterte Klaus Maier von den Malt Brothers.

Am Samstag fand das erste von sechs bereits ausverkauften Whisky-Tastings im Licher Stadtturm statt.

Hannelore Rischmann vom Kulturverein Lich e.V. begrüßte die Gäste, die zunächst den 50 Meter hohen Turm besteigen mussten und auf dem Gipfel, in der Türmerwohnung, ihren ersten Whisky kredenzt bekamen.

Für dieses Jahr seien die Tastings zwar ausverkauft, erläuterte Rischmann. Jedoch sei eine begrenzte Anzahl »Exclusiv-Tastings« anlässlich privater Feiern in diesem Jahr noch möglich, Die könnten unter der Telefonnummer 06404/2920 gebucht werden.

Die Gäste am Samstag wurden stilgerecht von Whisky-Piper Marco Kreissl mit Dudelsack-musik und von Klaus Maier von den Malt Brothers begrüßt. Mit dabei war auch Turmfreund Thomas Münch als Nachtwächter, der die Idee aus dem Wetzlarer Dunkelkaufhaus mitbrachte.

Das Tasting ist mit einer Turmführung und Turmbe-steigung, die Paul Leidner, leitete verbunden.

Natürlich fand die Turmbesteigung vor der Verkostung statt. Immerhin wurden sechs hochwertige Whiskys päsentiert.

Heißt es Whisky oder Whiskey? Die Teilnehmer lernten, dass Whisky die englische Schreibweise ist und überwiegend für den schottischen Single Malt Whisky verwendet wird . In Irland oder Amerika, aber auch der »Blended« wird mit »ey«, also Whiskey, geschrieben.

Der schottische »Single Malt«, ein reiner Whisky aus Wasser, Hefe und gemälzter Gerste (Malt) kommt aus den Lowlands, dem Highland und aus dem Speyside. Dort gibt es die bekannten Destillerien wie Glenfarclas, Glenfiddich, Glenlivet, Tamdu und Aberlour. Nördlich von Inverness befinden sich Destillerien, die erdige, zitrustönige Whiskys herstellen. Von der Insel Islay, vor der Westküste Schottlands, kommen die Whiskys mit den stärksten Aromen nach Rauch, Torf, Seetang und geräuchertem Schinken, erläuterte Maier in einem Vorgespräch.

Nachdem die Grundzutaten alle gleich sind, ergeben sich die Unterschiede in Geschmack und Aroma durch die unterschiedliche Behandlung des Whiskys.

Er habe sich in der Glengoyne Destillerie mehrere Bourbon- und Sherry-Fässer füllen lassen, und sei immer wieder fasziniert, wie sich der Whisky im Fass verändere und entwickele, so Maier.

Für die Lagerung des Whiskys, zehn Jahre und mehr, werden ehemalige Bourbon- und Sherry-Fässer aus Eiche verwendet.

In den Fässern entwickelt sich der Whisky mit seinen unterschiedlchen Aromen Vanille, helle Früchte und Holz im Ex-Bourbon-Fass oder Schokolade, Honig und dunkle Früchte im Ex-Sherry-Fass.

»Slainte Mhath« - »Prost, auf ihre Gesundheit«, sagen die Schotten auf gälisch, wenn sie mit Whisky anstoßen. Und so prostet man sich nun auch in Lich zu.

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