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Sonne lockt Adebar nach Hause

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Auch im Licher Niederried hat ein Storch schon den Horst besetzt. © Kächler

In Lich kann man einen Weißstorch gerade bei der Begutachtung des Horstes im Niederried beobachten und in der Nähe von Hungen haben sich sogar schon die ersten Pärchen niedergelassen.

Lich/Hungen (klk/red). Seit Tagen strahlt die Sonne von einem blauen Himmel und kündet vom Ende des Winters. Auch ein weiterer Frühlingsbote ist inzwischen eingetroffen: Meister Adebar ist zurück aus dem Winterurlaub. In Lich kann man einen Weißstorch gerade bei der Begutachtung des Horstes im Niederried beobachten und in der Nähe von Hungen haben sich sogar schon die ersten Pärchen niedergelassen.

Wie Stephan Kannwischer, Vorstandssprecher des Naturschutzbundes (Nabu) Horlofftal, berichtet, sei auch schon der ein oder andere Schwarzstorch in der Umgebung gesichtet worden. »Während der sehr seltene und hoch bedrohte Schwarzstorch ein obligatorischer Afrikareisender ist, bleiben mittlerweile viele heimische Weißstörche wegen der zunehmend milden Winter vagabundierend in der Region oder sind als Teilzieher bis nach Südeuropa unterwegs«, so Kannwischer.

1968 hatte das letzte Storchenpaar seinen angestammten historischen Brutplatz auf dem Hungener Schloss aufgrund von Lebensraumzerstörung und Nahrungsmangel verlassen. Den Platz auf dem Licher Kirchendach hatten die letzten Störche bereits ein Jahrzehnt zuvor aufgegeben. Erst vor gut 20 Jahren kehrten die stolzen Schreitvögel in den Ostkreis zurück. Durch unterstützende Maßnahmen von Naturschützern konnte der Bestand stetig wachsen. So wurden Nisthilfen auf Gebäuden installiert und auch Holzmasten mit vormontierten Nestgrundlagen an geeigneten Stellen in der offenen Landschaft errichtet. Nach den Worten von Stephan Kannwischer seien bei den letzten Februarstürmen einige Horststandorte zerstört worden, etwa am »Alten Bahnhof Trais-Horloff«. Er weist aber darauf hin, dass bisher unbesetzte Neststandorte in den Inheidener »Köstwiesen«, dem »Roth« und »Paradeis« bei Hungen sowie die 2020 auf dem Hungener Schloss wiedererrichtete Brutmöglichkeit für die Störche schnell und leicht als Ersatzstandort erreichbar seien. Das seit 2018 auf der »Teufelswiese« in der Hungener Hubbach-Niederung ansässige Storchenpaar habe seine Brutstätte auch wieder bezogen und bessere bereits das Nest für das bevorstehende Brutgeschehen aus.

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