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Tafel gegen Leinwand getauscht

Erstellt:

Von: Rose-Rita Schäfer

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Schorge präsentiert Motive in Acryl. Foto: Schäfer © Schäfer

Der pensionierte Lehrer Jörg Schorge stellt erstmals seine Werke aus. Die Vernissage in der Licher »Savanne« ist am 2. Oktober.

Lich (rrs). Jetzt, mit 70 Jahren, wagt sich der pensionierte Lehrer und Hobbymaler Jörg Schorge aus Hüttenberg unter dem Pseudonym JörgA erstmals mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. Im afrikanischen Restaurant »Savanne« in Lich können im Oktober seine zumeist im expressionistischen Stil gemalten Arcylbilder, darunter Landschaften, Menschen und Alltagsbegebenheiten wie der Auftritt einer Band, Warten am Bahnsteig oder die Hühner vor ihrer mobilen Behausung, bewundert werden. Stillleben oder Blumen sind nicht so sein Ding, gibt er offen zu. Die Farben folgen keinem bestimmten Farbkreis, sind aber immer kräftig und leuchtend in Szene gesetzt.

Gerade bei den Landschaftsbildern erinnert die Strichführung stark an van Gogh, obwohl Schorge versichert, dass er keinen Vorbildern nacheifert. Er malt frei nach seinem Gusto, wobei er großformatige Leinwände bevorzugt. Aus Platzgründen sind in der »Savanne« nur seine kleinsten, ein auf ein Meter messenden Exponate zu sehen.

Schorge, in Großen-Linden aufgewachsen und heute in Hüttenberg lebend, hat in Gießen Kunst, Soziologie und Psychosomatik für das Lehramt an Haupt- und Realschulen studiert.

Da in den 70ern und frühen 80ern Lehrer keinerlei Chancen auf eine Anstellung hatten, schulte er zum Physiotherapeuten um und arbeitete zehn Jahre auf psychomotorischer Basis mit Kindern und Jugendlichen. Erst 2002 zog es ihn als Lehrer an die Albert-Schweitzer-Schule nach Gießen, wo er bis zu seiner Pensionierung mit großem Spaß unterrichtete.

Schon in seiner Kindheit hat er gerne gemalt, damals angeleitet von väterlichen Ratschlägen und Tipps. Während seines Berufslebens blieb wenig Zeit für Hobbys, nur in den Ferien oder an freien Wochenenden holte er Pinsel und Farbe heraus und versuchte sich zuerst mit Ölfarben.

Schnell wechselte er aber zur Aquarellmalerei, um nach einigen Jahren festzustellen, dass die nicht so recht zu seinem Stil passen wollte. Mit den Acrylfarben hat er nun »sein« Medium gefunden.

Als Pensionär widmet er sich seit sechs Jahren engagiert und ernsthaft seiner Malerei, zwei Tage die Woche sind immer fest dafür eingeplant. Die übrige Zeit verbringt er mit Freundin, Mutter und natürlich seinen Enkelkindern, aber auch seine Hobbys wie Singen im Chor, Tanzen und Yoga kommen nicht zu kurz. »Meine Tage sind ausgefüllt. Malen ist für mich wie auch Singen oder Yoga gesund: Ein Weg zu mir selbst, Therapie, Meditation, Konzentration«, steht er zu seinem Lebensstil.

Die Vernissage findet am Sonntag, 2. Oktober, um 16 Uhr statt.

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