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Vier Menschen vom Balkon gerettet

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Mit der Drehleiter rettete die Licher Wehr die Menschen vom Balkon. Foto: Graf © Graf

Laut Drehbuch hatte der Brand neben der Küche auch das Treppenhaus erfasst. Vom Küchenpersonal galten zwei Personen als vermisst. Vier Personen im obersten Geschoss waren abgeschnitten.

Lich (kag). Im ehemaligen Hotel Pfaffenhof in Eberstadt hat sich das Fett in einer Friteuse entzündet. Erste Löschversuche des Küchenpersonals mit Wasser endeten in einem Fiasko. Es kam zu einer explosionsartigen Stichflamme und die ganze Küche stand in Flammen.

So lautete das Szenario der Großübung der Feuerwehr anlässlich des »Tages der Feuerwehr« in Lich, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Eberstadt eingeladen hatte.

Die Eberstädter Wehr unter der Leitung von Wehrführer Dieter Vorstandslechner war als erste zur Stelle und erkundete die Lage. Neben den Eberstädtern trafen kurz darauf die Brandschützer aus Birklar und Muschenheim sowie die Drehleiter aus Lich ein.

Laut Drehbuch, hatte der Brand neben der Küche auch das Treppenhaus erfasst. Vom Küchenpersonal galten zwei Personen als vermisst. Vier Personen im obersten Geschoss war der Weg über die verqualmte und teilweise brennende Treppe aus dem Gebäude abgeschnitten.

Aufgrund der Komplexität des Schadensereignisses wurden auch die Feuerwehren aus Münzenberg, Trais-Münzenberg, Oberhörgern und Gambach alarmiert.

Die Eberstädter Einsatzkräfte begannen mit zwei Atemschutztrupps mit der Rettung der beiden eingeschlossenen Personen aus der Küche und dem ersten Löschangriff.

Die Besatzung der Licher Drehleiter hatte diese in den Hof des ehemaligen Hotels gefahren und dort aufgebaut, so dass auch dort zügig mit der Rettung der Menschen vom Balkon des obersten Stockwerkes begonnen werden konnte. Eine verletzte Person musste mit der Trage von den Einsatz-kräften auf den Balkon und von dort auf den Rettungskorb der Drehleiter gebracht werden.

Die Münzenberger Feuerwehren, die kurz nach den Lichern eingetroffen waren, hatten die Aufgabe, von der Zisterne am Kleinsportplatz das Wasser über eine lange Strecke an die Brandstelle heranzuführen, so dass die Brandbekämpfung erfolgen konnte. Außerdem stellten sie weitere Atemschutztrupps für die Brandbekämpfung.

Die Koordination und Führung der Einsatzkräfte erfolgte durch den Eberstädter Wehrführer Dieter Vorstandslechner mit Hilfe des Einsatzleitwagens der Licher Kernstadtwehr.

Es dauerte nur eine knappe Stunde, dann waren das Feuer gelöscht und die Aufgaben erledigt.

Bei dieser Großübung ging es auch darum, die Brandbekämpfung und Menschenrettung mit den Feuerwehren aus dem Nachbarkreis zu trainieren.

Für die vielen interessierten Zuschauer ist festzuhalten, dass der Brand von Fett, etwa in einer Friteuse oder einer Pfanne, niemals mit Wasser gelöscht werden darf, weil das Wasser verdampft und sein Volumen um ein Mehrfaches verändert. Das Wasser treibt das brennende Fett auseinander und kann unmittelbar zur Explosion führen.

Eine bessere Maßnahme ist es, das brennende Fett abzudecken (Deckel oder Tuch), die Küche verlassen und die Feuerwehr unter 112 rufen.

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