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Von Mozart bis Rolling Stones

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Der Blues Workshop mit Special Guest Andreas Kühr an den Drums (ganz rechts). © Schäfer

Das traditionelle Frühlingskonzert der Licher Musikschule in der Bezalel-Synagoge begeistert das Publikum.

Lich (rrs). Nach drei langen Jahren online und gestreamten Konzerten, fand am frühen Samstagnachmittag das traditionelle Frühlingskonzert der Licher Musikschule endlich wieder in der Bezalel-Synagoge live und mit Publikum vor Ort statt. Die Schüler präsentierten eine bunte Palette musikalischer Stücke angefangen bei Telemann über Mozart, Beethoven und Tschaikowski bis hin zu Eric Clapton und den Rolling Stones. Klavier und Gitarre standen dabei besonders im Vordergrund, aber auch Flöte und ein kleines Blues-Orchester waren zu hören.

Schulleiter Andreas Kührs begrüßte die leider nicht sehr zahlreichen Zuhörer und war gespannt die Fortschritte zu hören, welche die Schüler wohl über die Corona-Jahre hinweg gemacht haben. »Konzerte vor Publikum sind wichtig, um sich auszuprobieren, um Bühnenerfahrung zu sammeln, um eine Rückmeldung vom Publikum für das eigene Spiel zu bekommen und vor allem um zu lernen, mit Aufregung und Lampenfieber umzugehen. Jeder von uns Musikern weiß doch nur zu gut, dass die Anspannung auf der Bühne geradezu Fehlgriffe, falsche Noten oder gar einen Blackout heraufbeschwören kann.«

Zu Beginn gab der neu eingestellte Gitarrenlehrer Robin Weber mit der Suite Castellana von Frederico M. Torroba seinen Einstand. Die spanischen Klänge erweckten nostalgische Gefühle und entführten die Zuhörer mit ihren magischen Harmonien in eine zauberhafte Märchenwelt. Ja, so kann eine Gitarre klingen, wenn man das Spiel beherrscht.

Als erster Schüler bestach der erst zehnjährige Aaron Reimer mit drei kurzen Klavierstücken von Tschaikowski, Kabelewski und Mozart, perfekt und fehlerfrei, ohne Notenblätter und damit rein aus dem Gedächtnis vorgetragen. Eine reife Leistung.

Viel Aufregung

Dagegen hatte Felicia Eckenbach am Klavier bei Burgmüllers »Les Sylphes« erst mal mit der Aufregung zu kämpfen, brach ihr Spiel ab, fasst dann aber den Mut noch mal neu zu beginnen und sich frei zu spielen. Hochachtung kann man da nur sagen. Heike Göbel mit ihrer Flöte hatte sich etwas aus der Barockmusik ausgesucht. Zusammen mit ihrer Lehrerin Ingrid Gardlowski-Wach, die sie am Klavier begleitete, brillierte sie mit der Sonate in F-Moll von Georg Philipp Telemann. Es folgte Angelina Varady am Klavier mit Ludwig van Beethovens bekanntem Stück »Für Elise«. Ein perfekter Vortrag, an dem wohl Beethoven seine reine Freude gehabt hätte. Das hätte selbst ein Starpianist wie Lang Lang nicht besser spielen können. Etwas holprig kämpfte sich dagegen Greta Jung durch die Anfangstakte bei »River flows in you« von Yiruma, aber nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, flogen ihre Finger in schnellen Läufen nur so über die Tasten. Gekonnt intonierte Salome Kotulla »Misty Mountains« von D. Donalson & D. Long auf ihrer Gitarre, bevor Ben Kapeller die Zuhörer am Klavier mit »Night Book« von Ludovico Einaudi in eine ruhige Traumwelt mitnahm.

Heiß her ging es zum Abschluss mit den Oldies Wolfgang Menges, Thomas Mück, Thorsten Noll, Rainer Ordiges und Ulrich von Zydowitz vom Blues Workshop. »Black Magic Woman« von P. Green, »Layla« von Eric Clapton und »Dead Flowers« von den Rolling Stones heizten den Zuhörern gehörig ein und ernteten tosenden Applaus, denn Kührs hatte vorher witzelnd angemahnt »Die Jungs sind so alt, die sehen und hören kaum noch was. Euer Klatschen muss Boden und Wände zum Schwingen bringen, sonst bekommen die das nicht mehr mit.«

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