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»Zusagen nicht eingehalten«

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Endlich hängt das Schild. © privat

Ortsbeirat und Bevölkerung von Eberstadt warten dringend auf die Herstellung der »Gesamtanlage« auf dem Festplatz. Jetzt sind der Investor und die Stadt Lich gefordert.

Lich (red/klk). Endlich hängt es, das Straßenschild, das auf die Straße »Am Alten Sportplatz« hinweist, an dem das Eberstädter Neubaugebiet liegt. Nachdem bereits einige Bürger in ihren Neubau eingezogen sind, kam es immer wieder zu Verwirrung, weil Handwerker, Postzusteller und Besucher nach Straßennamen und Hausnummern suchen müssen. Nun hat der Eberstädter Ortsbeirat Eigeninitiative ergriffen und das Straßenschild herstellen lassen.

Mit dem Schild wolle der Ortsbeirat alle »Neu-Eberstädter« herzlich willkommen heißen, erklärt Klaus Biermann (Freie Wähler). »Zugleich hoffen wir«, so der Ortsvorsteher weiter, »dass nunmehr die ausstehenden Erschließungsarbeiten und auch die Arbeiten bezüglich der vertraglich zugesagten Herstellung der Jugend- und Freizeiteinrichtung auf dem Eberstädter Festplatz durch die Verantwortlichen, die Stadt Lich und insbesondere den Investor JEP Fischer Projekt GmbH, zügig zum Abschluss gebracht werden.« Seitens des Investors habe es im Laufe dieses Projekts mehrfach persönlich entsprechende Zusagen gegeben, mahnt Biermann an. Dabei habe der Investor zugesagt, dass die im städtebaulichen Vertrag bereits 2019 konkret festgelegten Bedingungen zur Gestaltung und Ausstattung der Fläche erfüllt werden: Für die Kinder und Jugendlichen soll ein Spiel- und Bolzplatz sowie ein Treffpunkt/Jugendraum entstehen. »Alle sind voller Erwartung und freuen sich nun schon länger auf eine schöne und vor allem sichere Anlage. Doch bislang wurden die Zusagen und Versprechungen ein ums andere Mal enttäuscht, macht der Ortsvorsteher seinem Ärger Luft. Trotz jahrelangen intensiven Bemühungen und konkreten Zuarbeiten durch den Eberstädter Ortsbeirat, sei bis jetzt so gut wie nichts in die Tat umgesetzt worden.

Nach dem Wegfall und der Bebauung des vormaligen Sportplatzes gibt es zurzeit kein öffentliches Angebot für Jugendliche und Erwachsene für Sport- und Freizeitaktivitäten. Basketball und Fußball spielen etwa, sind nirgends möglich und auch für andere Sportarten sind keinerlei Plätze vorhanden.

Im Ortsteil Eberstadt leben zahlreiche Familien mit Kindern und Jugendlichen und es kommen derzeitig sehr viele durch Zuzug hinzu. Es gibt zwar einen Kinderspielplatz, doch muss dieser durch die Erweiterung des Kindergartens verlegt werden.

Ortsbeirat und die Eberstädter Bürger hofften nun, dass etwas »Attraktives« für die Kinder neu entstehe, so Biermann. »Wir hoffen, dass man auch in der jetzigen Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung die Belange und Anträge des Ortsbeirates unterstützt und alles Mögliche unternimmt, dass die Zusagen des städtebaulichen Vertrages eingehalten werden und der Investor seinen Verpflichtungen nachkommt«, unterstreicht er.

Ein Einwohnerzuwachs von 120 oder mehr Personen bei der jetzigen Einwohnerzahl von 850 stelle den größte Zuwachs seit der Ansiedlung von Heimatvertriebenen 1946 dar. Dadurch würde das vorhandene Angebot an sozialer Infrastruktur - vom Dorfgemeinschaftshaus über den Dorfladen bis zu den örtlichen Vereinen - mehr oder minder deutlich überfordert, wenn nicht schnellstens gegengesteuert werde.

Biermann: »In diesem Sinne haben wir als Ortsbeirat schon 2019 bei der Stellungnahme zur Planung des Neubaugebietes gefordert, dass durch die Größe des Neubaugebietes und den Wegfall des Sportplatzes die soziale Infrastruktur von Eberstadt angepasst werden muss.«

Der Ortsbeirat sowie die ganze Bevölkerung von Eberstadt warteten dringend auf die Herstellung der »Gesamtanlage« auf dem Festplatz.

Jetzt seien der Investor und die Stadt Lich gefordert.

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