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71 Prozent aller Fahrzeuge zu schnell unterwegs

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Zu viele Fahrzeuglenker waren zu schnell unterwegs. Foto: Wißner © Wißner

Von Verkehrsberuhigung ist »Am Heimatmuseum« in Leihgestern nichts zu spüren . Bei einer Blitzeraktion kam ein erschreckendes Ergebnis zutage.

Linden (twi). Es ist eine Bilanz, die so keiner erwartet hatte. Und auch Ordnungsamtsleiter Tim Schneider ist bei den Anwohnern, die sich über zu schnelles Fahren beschwert hatten und kündigte weitere »Blitzaktionen« an.

Beschwerden über Raser und zu schnelles Fahren ist ein Dauerthema in den Ordnungsämtern. So waren es auch Bürger aus der Straße »Am Heimatmuseum« in Leihgestern, die meldeten, dass in dieser ausgeschilderten »Spielstraße« zu schnell gefahren wird. Dabei ist der geläufige Begriff Spielstraße hier falsch, handelt es sich doch um einen sogenannten »verkehrsberuhigten Bereich«. Das rechteckige, blau-weiße Schild mit spielenden Kindern darauf markiert einen solchen und hier gelten andere Regeln als in einer echten Spielstraße. Sind dort Fahrzeuge komplett verboten, so dürfen Verkehrsteilnehmer eine verkehrsberuhigte Zone befahren, wobei für Fahrzeuge Schrittgeschwindigkeit vorgegeben ist. Fußgänger und Fahrzeuge sind gleichberechtigt. Kinder dürfen hier spielen, allerdings dürfen Fußgänger ihrerseits den Fahrverkehr nicht behindern. Fußgänger müssen zur Seite gehen, wenn ein Fahrzeug vorbeifahren möchte. Die Straße darf nicht blockiert werden, etwa durch große Gegenstände, Spielzeug oder Ähnliches. Motorisierte Fahrzeuge und Fahrräder müssen allerdings besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen und dürfen maximal Schrittgeschwindigkeit fahren. In der Rechtsprechung werden teilweise sieben und teilweise zehn Stundenkilometer als Schrittgeschwindigkeit angenommen.

Aufgrund der Bürgerbeschwerden wurde nicht nur die mobile Geschwindigkeitsanzeige dort über mehrere Tage angebracht, sondern nun auch eine »Blitzer«-Aktion durchgeführt.

Und das Ergebnis ist erschreckend. An einem Werktag wurde fünf Stunden lang, von 6.30 Uhr bis 11.30 Uhr Jagd auf Temposünder gemacht und in Richtung Rathausstraße gemessen. 71 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Wie Schneider mitteilte wurden im Messzeitraum insgesamt 32 Fahrzeuge gemessen, von denen 23 zu schnell unterwegs waren. Dabei lagen 18 Überschreitungen im Bereich zwischen 6 und 10 Stundenkilometer und werden mit einem Verwarnungsgeld von 30 Euro bedacht, während fünf Raser gar bis 15 Stundenkilometer zu schnell unterwegs waren und dafür nun mit 50 Euro zur Kasse gebeten werden. »Bei diesem Ergebnis müssen wir da dranbleiben und weiterhin schwerpunktmäßig messen, um die dortige Verkehrssicherheit zu erhöhen«, kündigte Schneider weitere Maßnahmen aufgrund des keinesfalls akzeptablen Ergebnisses an.

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