1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Linden

Auszeichnung für Lindener Dr. Ulrich Lenz

Erstellt:

gikrei1105Lenz-Ehrung50__4c
Meinrad Wösthoff händigte Ulrich Lenz die Urkunde zum 50-jährigen Dienstjubiläum aus. © Wißner

Lindens Ehrenbürgermeister Dr. Ulrich Lenz wurde jetzt für 50 Jahre im öffentlichen Dienst ausgezeichnet. Seit 2015 ist er nun Ortsgerichtsvorsteher für den Ortsbezirk Großen-Linden.

Linden/Gießen (twi). »50 Jahre sind eine Menge Holz«, merkte der Präsident des Amtsgericht Gießen, Meinrad Wösthoff, humorvoll bei der Überreichung der Urkunde an Lindens Ehrenbürgermeister Dr. Ulrich Lenz anlässlich dessen 50-jährigem Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst an. »Für gewöhnlich finden solche Ehrungen in den Kommunen statt, doch auch wegen Corona konnten wir fast zwei Jahre hier gar keine Ehrungen vornehmen und so freue ich mich umso mehr, gleich zu einem solch seltenen Jubiläum gratulieren und eine von Ministerpräsident Volker Bouffier unterzeichnete Urkunde überreichen zu können«, so Wösthoff. Er verwies bei der Ehrung in Gießen und dem Rückblick auf den Werdegang des Geehrten auf eine mittlerweile erfolgte Gesetzesänderung, die es noch schwieriger mache, ein solches goldenes Jubiläum zu erreichen. Mussten einst 50 Jahre insgesamt erreicht werden, so sind nun 50 Jahre ohne Unterbrechung erforderlich, um in den Genuss einer sogenannten finanziellen Jubiläumszuwendung oder auch Ehrengabe zu kommen. Lenz falle jedoch noch unter die »Altregelung« und so zählen hier schon jene 18 Monate Grundwehrdienst, die dieser am 1. April 1967 antrat. Es folgte ein Angestelltenverhältnis bei der Justus-Liebig-Universität 1974 und dann die Zeit als Bürgermeister der Stadt Linden von Juni 1977 bis Mai 2013. Am 1. April hatte Lenz den Vorsitz des Ortsgerichts Leihgestern übernommen und diesen bis zu seinem Wechsel zum Ortsgericht Großen-Linden bis zum 3. Mai 2015 inne. Seit dem 4. Mai 2015 ist Lenz Ortsgerichtsvorsteher für den Ortsbezirk Großen-Linden. »Sich gesellschaftlich zu engagieren, ist eine wichtige Sache. Leider lässt dieses Engagement nach und wir merken, wie schwierig es ist, Personen zu finden, nicht nur für Ortsgericht und auch als Schiedsmann«, so Wösthoff. Ortsgerichte gibt es nur in Hessen und diese sind für Wösthoff »sehr sinnvoll, weil gerade im Interesse der Bürger sehr wichtig und bedeutungsvoll«. Dies unterstrich auch Lenz, der durch die seitherige Ansiedlung in der Stadtverwaltung als Vorteil für den Bürger nicht nur kurze Wege, sondern auch niedrige Gebühren etwa für Beglaubigungen und bei Gebäudeschätzungen hervorhob. Gerade aber Corona habe zu einer schwierigen Situation geführt, weil das Rathaus geschlossen und das Ortsgericht schwer zu erreichen war. Hinzu kommen noch gesetzliche Vorgaben, die nach den Worten der für die Ortsgerichtsaufsicht zuständigen Amtsgericht-Geschäftsleiterin Gabriele Danne »den Ortsgerichten in den letzten Jahren ihre Arbeit nicht gerade leicht machen«. Aber auch das Miteinander in der Ortsgerichtsarbeit sei es, was den Spaß an dieser Arbeit ausmache. »Wir haben eine sehr positive Mannschaft und Echo aus der Bevölkerung und wenn ich zum Erhalt unserer Ortsgerichte beitragen kann, dann mach ich das gerne. Wenn wir nun aber eine Umsatzsteuer bei Kleinstbeträgen erheben müssen, dann greift sich mancher an den Kopf«, übte Lenz Kritik und dankte den bei der Ehrungen anwesenden Ortsgerichtsmitgliedern Hans Ulrich Heymann, Dieter Haggenmüller, Jürgen Herold und Frank Müller für ihr Engagement.

Auch interessant