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Bis 2035 sind in Linden 734 Wohneinheiten notwendig

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Klassiker: Der Anschluss Oberhof beschäftigt die Kommunalpolitiker weiterhin. © Mielke-Wolf

Planer Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer (Wettenberg) erläuterte den Mitgliedern des Bauausschusses die 49 Seiten umfassende Stellungnahme zum Regionalplan-Entwurf.

Linden (twi). Zweieinhalb Stunden lang erläuterte Planer Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer (Wettenberg) den Mitgliedern des Bauausschusses die 49 Seiten umfassende Stellungnahme zum Regionalplan-Entwurf. Und dennoch wurden von den Ausschussmitgliedern noch weitere Änderungen eingebracht.

Ein Klassiker der Lindener Kommunalpolitik der letzten vier Jahrzehnte fehlte gänzlich und soll nun noch aufgenommen werden - der Anschluss Oberhof. Zwar wollte stellvertretender Ausschussvorsitzender Hendrik Lodde (CDU) über die Änderungen und die Stellungnahme abstimmen lassen, musste sich dann aber von Matthias Spangenberg (SPD) belehren lassen, dass es sich um eine reine Info-Veranstaltung handelte und somit die Abstimmung in einer nächsten Sitzung erfolgen muss.

Diese ist nun für Montag (14. März) angesetzt.

Keine Eile

Wolf sah dennoch keine Eile geboten. Dazu reiche es völlig, wenn das Stadtparlament am 22. März die Stellungnahme endgültig beschließe.

Der RP hat den Kommunen bis 25. März Zeit gegeben, lässt aber auch zu, dass vorläufige Stellungnahmen bis zu diesem Zeitpunkt erfolgen, die im April allerdings fixiert werden. »Ich würde empfehlen, diese Frist in Anspruch zu nehmen, dann ist auch eine nachträgliche Stellungnahme noch möglich«, so Wolf.

Für Linden werde bis 2035 ein maximaler Wohnsiedlungsflächenbedarf von 29 Hektar definiert. Baulücken werden von dieser Zahl abgezogen. Gleiches gilt für rechtskräftige Bebauungspläne, die nicht umgesetzt wurden. Die Bilanzierung wird sehr genau von der Regionalplanung verfolgt. Notwendig seien bis 2035 insgesamt 734 Wohneinheiten.

Neu im Regionalplan ist ein Vorranggebiet für besondere Klimafunktionen, das sich südlich der A 45 und westlich von Großen-Linden und östlich der A485 im Bereich von landwirtschaftlichen Flächen und der Lage am Dießenbach befindet.

Ein Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen erstreckt sich über beinahe den gesamten zentralen Ortsteil von Großen-Linden in Richtung Osten teilweise über Leihgestern. In den nächsten zwölf Jahren ist ein Gewerbeflächenbedarf für Linden von sieben Hektar vorgesehen. Wolf führte aus, dass zur Fläche »Nördlich Breiter Weg« keine Umgehungsstraße vorgesehen und die Fläche Sudetenstraße nicht als Siedlungsfläche vorgesehen ist. Im Bereich Mühlberg und Forst habe sich nichts geändert, was an der Waldnähe liege. Wegen des Lückebach-Überschwemmungsgebiets darf hier keine weitere Wohnbebauung vorgenommen werden.

Spott für Kreisel

Auch ein interkommunales Gewerbegebiet Pfaffenpfad wäre verkehrstechnisch schwierig anzuschließen. »Die Probleme haben sie auf der kommunalen Bauleitungsplanebene zu lösen. Die Flächen sind ausgewiesen«, so Wolf.

Ehrenbürgermeister Dr. Ulrich Lenz (CDU) erntete für seinen Vorschlag »ein Kreisel wäre in der Frankfurter Straße die Lösung« Spott von Spangenberg: »Das wäre sensationell, ein Kreisel der fünf Straßen einbezieht«. Wolf räumte ein, dass die Erschließung hier ein wesentliches Problem darstelle, um vom Friedhofsweg aus zum später eventuell umsetzbaren Gewerbegebiet Pfaffenpfad zu gelangen. Überhaupt soll zur Umsetzung des Gewerbegebietes beantragt werden, dass die notwendige Kooperation von drei auf zwei Kommunen reduziert werden soll. Auch die Vorgabe, dass ein Ober- und ein Mittelzentrum beteiligt sein müssen, sei nicht erforderlich »auch aus Gründen eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden sogar städtebaulich wünschenswert ohne. Hier sollte eine größere Flexibilität für die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Weiterhin wird von Linden gewünscht, dass auf Ebene der Flächennutzungsplanung der vorgegebene Bedarf um bis zu maximal 30 Prozent überschritten werden kann, um im Verdichtungsraum mit erheblichen Flächen eine angemessene Entwicklungsoption einzuräumen. Das Siedlungsflächenkontingent bleibt das gleiche.

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Altenheimer hatte genau hingeschaut und ein Detailproblem bei der Darstellung eines Radschnellwegs durch Linden ausgemacht. Selbst bei einer Aufweitung der Angaben sei nicht zu erkennen, wie dieser durch die Frankfurter Straße in Großen-Linden verlaufen soll.

»Der Maßstab dieser Karte ist für die Örtlichkeiten nicht brauchbar. Sie sind angeschlossen an das Radhauptnetz«, räumte Wolf ein.

Und auch wenn die Aussichten auf eine Realisierung in den nächsten 13 Jahren mager sind, soll der Anschluss Oberhof aufgeführt werden.

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