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Der »Einpfünder« und die Unterwelt

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Ein »Einpfünder« ließ die Burgschüler bei der Stadtführung mächtig staunen. © Wißner

Ganz besondere Stadtführungen stehen auf dem Stundenplan der drei dritten Klassen der Burgschule Großen-Linden.

Linden (twi). Gleich drei ganz besondere Stadtführungen stehen auf dem Stundenplan der drei dritten Klassen der Burgschule Großen-Linden. Den Auftakt der Schulstadtführungen des Heimatkundlichen Arbeitskreises Linden und seinem Vorsitzenden Helmut Faber machte nun die dritte Klasse mit Lehrerin Andrea Plail.

Beim Rundgang durch den historischen Ortskern von Großen-Linden hatte Faber Schriftführer Hans Ulrich Heymann an seiner Seite, um den Schülern einen Einblick in die Geschichte des 1232 Jahre alten Lindener Stadtteils zu geben. Bereits die aus dem 19. Jahrhundert stammende Feuerwehrhelm-Kopfbedeckung, die Heymann mitgebracht hatte, interessierte die Schüler. Und beim kleinen Stadtrundgang war es eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Kanonenkugel, die Faber vor drei Jahren erhalten hatte. Bei dem wohl aus den Jahren 1758 bis 1762 stammenden Geschoss französischer Truppen handelt es sich um einen sogenannten »Einpfünder«, mit einem Gewicht von 410 Gramm. »Der Rest ist durch Rost verloren gegangen«, so Faber, der auch eine Abbildung eines Falkonetts mitgebracht hatte, mit dem diese Einpfünder abgeschossen wurden.

Neben den Stolpersteinen in der Bahnhofstraße zur Erinnerung an die einstigen jüdischen Mitbürger war es vor allem »Scholtesse Keller«, der es den Schülern angetan hatte. Wie Faber berichtete, handelt es sich hier um einen von insgesamt acht Kellern, die sich unter dem Kirchengelände und ganz besonders unter dem heutigen evangelischen Gemeindehaus befinden. Die Keller standen seit Jahrhunderten im Eigentum von Bauern, deren Höfe nahe der Kirche lagen. Für die Instandhaltung war die Stadt Großen-Linden zuständig. Die Keller wurden für die Lagerung genutzt und waren teilweise untereinander verbunden. Mit seinen 70 Quadratmetern ist »Scholtesse Keller« der größte und wird auch als »Hüttenberger Weinkeller« bezeichnet.

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