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»Eher schmal an Personal aufgestellt«

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Lindens Bürgermeister verspricht schnelle Abhilfe für das Auszahlungsproblem der Tagesmütter und: »Wer eine Super-Verwaltung fordert, muss Stellen schaffen.«

Linden (ww). Der Anzeiger sprach im Zusammenhang mit der Verzögerung bei den Auszahlungen an die Tagesmütter mit Bürgermeister Jörg König (CDU) allgemein über die Personalsituation im Lindener Rathaus an. Den Tagespflegepersonen in Linden versprach er, sich um die Angelegenheit nächste Woche zu kümmern, Abschlagszahlungen schloss er nicht aus. Er bestätigte, dass es in der Verwaltung eine »chronische Unterbesetzung« gebe. »Wir sind in Linden Stand heute eher schmal aufgestellt«, betont der Verwaltungschef.

Die Forderung nach mehr Personal ist daher kein reines Wunschkonzert ist. Andererseits wird die geforderte Aufstockung in der angedachten Größenordnung von 14 Stellen so manchem Kommunalpolitiker, der über den Doppelhaushalt der Stadt demnächst befinden wird, ventilieren lassen. 120 Stellen waren Mitte 2021 im rund 13000 Einwohner zählenden Linden besetzt, davon 67 in der Kinderbetreuung.

»Große Augen« hätten er als Bürgermeister und die anderen an der aktuellen Haushaltsaufstellung Beteiligten gemacht. Erstmals könne anhand von Produkten eingesehen werden, welche Aufgaben von den Kommunen zu bewältigen seien. Das Land habe dazu genaue Vorgaben erlassen. Linden ist im Kreis die erste Kommune mit einem vollständigen Produktetat, keine andere Kommune hat einen vergleichbar neu geordneten Etat, der verpflichtend ist. »Man sieht genau, was wir nicht erfüllt haben und was vonnöten ist. Man sieht den Nachholbedarf. Wenn ich aus dem Vollen schöpfen könnte, dann wäre das mit den Tagesmüttern schnell erledigt gewesen. »Der Tag hat nur 24 Stunden und Arbeitspflicht bestehe nur acht Stunden. Die Zeit ist endlich.«

Letztlich stelle man fest, die »Man- beziehungsweise Damen-Power« fehle. »Ich sage nicht, ich brauche die Stellen. Ich kann nachweisen, dass auf dem Produkt X, der die Stelle zugeordnet ist, ein Dienstekatalog abgearbeitet werden muss, der in dieser Konstellation nicht zu schaffen ist, aber dauerhaft gemacht werden muss. »Man verlangt von der Verwaltung eine 100 Prozent Superleistung. Das passt irgendwo nicht. Meine Mitarbeiter sind hochmotiviert und stehen hinter der Stadt, doch es wird ihnen über die Maßen etwas abgefordert. Die Bürger erwarten gut und schnelle Abarbeitung von Problemen, daher habe ich mich auf den mutigen Weg begeben, Stellen zu fordern.«

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