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Es gibt Luftfiltergeräte zum Ausprobieren

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Luftfilter sollen leihweise in den Kindertagesstätten in Linden eingesetzt werden. Symbolfoto: dpa © Red

Leihweise werden in Linden Luftfilter für fast alle Kitas besorgt, allerdings wohl erst im März. Man will Erfahrungen sammeln.

Linden (ww). Die Stadt Linden beabsichtigt, zunächst zehn Luftreiniger für die Kitas in Linden leihweise anzuschaffen. In der privaten Kindertagesstätte »Die Mäuschen« gibt es derartige Geräte schon, von Elternseite finanziert, informierte Bürgermeister Jörg König (CDU).

Auf diesen Kompromiss einigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses. Die Sozialdemokraten um Gudrun Lang hatten eigentlich die sofortige Anschaffung gefordert. Nachdem vor einem Jahr solche Geräte umstritten waren, werden sie jetzt empfohlen, heißt es in der Antragsbegründung. Es wurde dazu von Frank Hille (CDU) angeregt, die Leihe vorzunehmen, die zuletzt einstimmig empfohlen wurde. Da der Kompromiss erst am 1. März in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden kann, hofft Hille, dass der Magistrat bereits Vorbereitungen trifft.

Die Geräte waren erneut Thema im Hauptausschuss, nachdem die Fraktionen weitere Informationen angefordert hatten. Förderfähig sind sie nicht, weil in den städtischen Kitas samt evangelischer Kindergarten in Leihgestern ausreichend gelüftet werden kann.

Bürgermeister Jörg König (CDU) konnte nur noch einmal betonen, dass die Kita-Leitungen keinerlei Erfahrungswerte mit den Geräten besitzen und daher fachlich nicht in der Lage seien, deren Einsatz abzuschätzen.

Magistrat dagegen

Frank Hille (CDU) fragte wieder nach den CO2-Ampeln, die die Luftqualität in Form von Farben anzeigen. Bei Rot muss gelüftet werden.

Der Magistrat habe sich aber gegen die Anschaffung beider Gerätschaften ausgesprochen, erklärte König. »Lüften ist das beste Konzept«, meinte der Bürgermeister. Gudrun Lang brachte das auf: »Die Gesundheit der Kinder scheint hier nicht gewünscht zu sein. Auch wenn es keine Zuschüsse gibt, muss es uns das wert sein.«

Der Schlagabtausch endet damit, dass Lang in Richtung Bürgermeister fragte, ob denn auch die Schlafräume in den Kitas gelüftet würden. König entgegnete ihr: »Die Leitungen achten darauf. Das ist im eigenen Interesse der Erzieherinnen.«. Thomas Altenheimer (CDU) unterstrich letztlich: »Das kann man nicht kontrollieren.« Ob die Geräuschkulisse der Geräte für die Kinder förderlich sei, bezweifelte er.

Im Hinblick auf die allgemeine Pandemie-Lage erklärte der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten: »Wir werden es alle kriegen, früher oder später. Hoffentlich kommen wir damit gut zurecht. Völlig verhindern wird man es nicht. Der Antrag ist gut gemeint, es ist und bleibt aber Aktionismus.« Er hatte bereits im Hauptausschuss darauf hingewiesen, dass dies seine ganz persönliche Meinung sei und nicht die Meinung der gesamten Fraktion.

Unsicherheit

Frank Hille (CDU) fasste zusammen, dass es Unsicherheit gebe und das Kita-Personal der Stadt Angst vor der Gefährdung von Kindern habe. Er schlug daher vor, eine »Hand-voll dieser Geräte zu mieten, um Erfahrungen zu sammeln«. Sollten diese positiv ausfallen, »dann kaufen wir die auch«.

Keine Statistik zum Einsatz

Lothar Weigel (FDP) stimmte ebenfalls für die Leihe. »Es gibt einfach keine Statistik, ob mehr oder weniger erkranken, wenn wir die Geräte einsetzen. Bevor wir viel Geld ausgeben, ist das sinnvoll, sie erst einmal zu leihen.« Jetzt sei die Angelegenheit bereits wochenlang diskutiert, andere Projekte dagegen seien schnell durchgewunken worden. »Spiel und Spaß lassen wir uns 80000 Euro kosten«, spielte er auf die Fahrradbahn Pumptrack an, die in Linden umgesetzt werden soll. Dr. Christof Schütz (Grüne) forderte die Evaluierung nach dem Aufstellen der Geräte. Hille (CDU) schloss das Thema ab, indem er noch einmal auf das Lüften einging: »Wir wollen niemand hinterherschleichen, ob gelüftet worden ist. Wir wollen jetzt Erfahrungen mit den Geräten sammeln.« Damit erntete er Applaus von der Tribüne, auf der Kindergartenpersonal wegen der folgenden Personaldebatte saß.

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