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Feuerwehr Leihgestern feiert drei Jubiläen

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Von: Thomas Wißner

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Die Jugendfeuerwehr-Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Leihgestern existiert seit einem halben Jahrhundert. Das Gruppenfoto stammt aus dem Jahr 1976. Fotos: Wißner © Wißner

Im und um das Feuerwehrhaus werden am 29. Oktober, 50 Jahre Jugendfeuerwehr, 25 Jahre Minifeuerwehr und 25(+1) Jahre Feuerwehr-Partnerschaft Leihgestern-Rübenau/Erzgebirge begangen.

Linden (twi). Ein goldenes und zwei silberne Jubiläen feiert die Freiwillige Feuerwehr Leihgestern am Samstag (29. Oktober) im und um das Feuerwehrhaus des Lindener Stadtteils. 50 Jahre Jugendfeuerwehr, 25 Jahre Minifeuerwehr und 25(+1) Jahre Feuerwehr-Partnerschaft Leihgestern-Rübenau/Erzgebirge werden unter dem Motto »Wir feiern Jubiläum« ab 11 Uhr begangen. Besucher erwartet eine Fahrzeugausstellung, Informationen über die Freiwillige Feuerwehr und für Kinder gibt es eine Hüpfburg. Ein Feuerlöschertraining und eine Plakatausstellung runden das Programm ab.

Wie wichtig die Jugendfeuerwehr ist, zeigt ein Blick in die aktuell 34 Brandschützer zählende Einsatzabteilung, von denen 60 Prozent einst in der Jugendfeuerwehr aktiv waren. Mit Ehrenstadtbrandinspektor Harald Will, dem ehemaligen stellvertretenden Wehrführer Holger Schäfer und Jürgen Laux stehen noch drei Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr dem Nachwuchs auch als Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung hilfreich zur Seite.

Diskussionen vor der Gründung

In der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Leihgestern wurde 1972 über die Gründung einer Jugendabteilung noch heftig diskutiert. Bereits im Vorfeld sollten sich die jungen Feuerwehrkameraden der Einsatzabteilung »einmal Gedanken darüber machen, wie man Jugendliche für die Feuerwehr gewinnen oder begeistern kann«, wie es damals so hieß. Horst Eiff, Wilhelm Laux und Hans-Jürgen Jung machten sich kundig und sammelten Informationen über die Jugendfeuerwehr, worauf Wehrführer Horst Textor für das Amt des Jugendfeuerwehrwarts Hans-Jürgen Jung und Manfred Engel als Jugendleiter gewann. Bürgermeister Helmut Jung, der ein Gönner der Jugendfeuerwehr war, bezahlte seinerzeit den Nachwuchsblauröcken ihren ersten Jugendfeuerwehrwimpel. Die Jugendlichen wurden zudem mit Jugendfeuerwehrkombis ausgestattet und erhielten zwei Modellbausätze für Segelflugzeuge. Diese wurden nach den Übungsstunden und den zusätzlichen Treffen zusammengebaut.

Im Frühjahr 1973 erhielt die Jugendfeuerwehr vom Sägewerk Weller ihre ersten aus Holz gefertigten Wettkampfgeräte. Hinzukam noch ein roter Kriechtunnel aus Kunststoff, der beim Deutschen Feuerwehrverband bestellt wurde. Für das einheitliche Auftreten der Gruppe spendete Hilde Jung, die Mutter des Jugendfeuerwehrwarts, den Jugendlichen schwarze Krawatten mit dem Feuerwehremblem. Beim Festzug zum 110-jährigen Bestehen des Gesangvereins Liederkranz im Juni 1973 präsentierte sich die mittlerweile aus Wilfried Bunk, W. Jung, Rainer Kuhl, Jürgen Schepp, Antonio Catrufo, Norbert Jung, R. Reh, Luis Catrufo und Ralf Alban bestehende Jugendfeuerwehrgruppe gemeinsam mit einem Motivwagen der aktiven Feuerwehr unter dem Motto »Brandbekämpfung anno 2000«. Erstmals fand im Sommer ein Zeltlager, im Herbst ein Grillfest im Böhmerwald sowie eine Weihnachtsfeier mit den Eltern statt. Nach vielen Trainingsstunden für die Jugendfeuerwehrwettkämpfe nahm die mittlerweile 27 Jugendliche starke Jugendfeuerwehr gleich mit zwei Wettkampfgruppen 1974 in Steinbach an den Wettkämpfen auf Kreisebene teil.

In den Anfangsjahren führte die Jugendfeuerwehr Altpapiersammelaktionen im Ort durch. Trainingsanzüge, T-Shirts mit Feuerwehremblem und der Rückenbeschriftung »Jugendfeuerwehr Leihgestern« wurden vom Verein und der Gemeinde finanziert. Großen Erfolg konnte man 1977 mit dem Gewinn der Hessenmeisterschaft bei den Jugendfeuerwehrwettkämpfen feiern. Im August 1980 wurde der Nachwuchs nochmals Kreissieger bei den Pokalwettkämpfen in Lindenstruth. Im Dezember 1980 wurde Jung als Jugendfeuerwehrwart verabschiedet.

Damit kamen auch die Wettkampfteilnahmen zum Erliegen und die Jugendgruppe widmete sich verstärkt der Ausbildung. Auf Jung folgten als Jugendfeuerwehrwart Andreas Heller, Gerold Seim, Frank Heller, Stephan Kegler, Thorsten Bücking, Dennis Lux, Lorenz Wurm und Simon Mutz. Aktuell zählt die Jugendfeuerwehr 15 Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahre.

Minifeuerwehr zählt zu den Ältesten

Zehn Kinder sind bei den Minis aktiv, wobei die Leihgesterner Minifeuerwehr eine der ältesten im Landkreis ist. Der damalige Jugendfeuerwehrwart Stephan Kegler trug 1997 der starken Nachfrage von Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren Rechnung. Weil aber die Satzung erst Kinder ab zehn Jahre in der Jugendfeuerwehr vorsah, musste gehandelt werden. Bereits fünf Jahre zuvor war in Frankfurt/Main eine der ersten Minifeuerwehren in Hessen ins Leben gerufen worden. Und so wurden auch in Leihgestern die Voraussetzungen geschaffen, zogen Vereinsvorstand und Wehrführung an einem Strang und gründeten die Minifeuerwehr. Diese hat sich in den 25 Jahren ihres Bestehens zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. In beiden Abteilungen werden dem Nachwuchs altersgerecht die Grundbegriffe der Feuerwehr vermittelt. Die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr ist beitragsfrei und die erforderliche Schutzkleidung wird gestellt.

Partnerschaft über Vierteljahrhundert

Bereits am 27. September 1996 unterzeichneten Vorstand und Wehrführung Leihgestern und Rübenau/Erzgebirge Partnerschaftsurkunden. Bis ins Jahr 1994 reichen die Kontakte beider Wehren zurück, als seinerzeit das ausgediente Tanklöschfahrzeug der Leihgesterner Wehr nach Rübenau überstellt wurde und diese im Gegenzug einen Anhänger erhielt. Es folgten gegenseitige Besuche, die zur offiziellen Begründung der Partnerschaft führten. Diese hat sich bis heute bewährt, prägen doch gegenseitige Besuche der Aktiven und auch der Jugendgruppen die gemeinsamen Beziehungen. So weilte erst im Sommer die Leihgesterner Jugendfeuerwehr in Rübenau, um mit den dortigen Jugendlichen ein gemeinsames Zeltlager abzuhalten.

Doch nicht nur in Rübenau befindet sich mittlerweile ein Feuerwehr-Oldtimer, denn auch die Leihgesterner Wehr kann einen ausgedienten Feuerwehr-Oldtimer aus der Großen Kreisstadt Marienberg, zu welcher Rübenau gehört, in Form eines Robur, einem ausgedienten Löschfahrzeug, welches zu DDR-Zeiten als typisches Feuerwehrfahrzeug im Einsatz war, ihr Eigen nennen.

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Die Minifeuerwehr, hier im Jahr 2017, besteht seit 25 Jahren. © Thomas Wißner

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