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Gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung

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Das Leben der Anne Frank und die Zeitgeschichte standen für die Schüler bei dem Projekt im Mittelpunkt. Foto: Wißner © Wißner

Linden/Langgöns (twi). »Schon wieder Anne Frank?!« An der Anne-Frank-Schule (AFS) Linden fand ein kooperatives Projekt zwischen Schule und der Geschichtsdidaktik der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen statt. Für die 48 Schüler der achten Jahrgangsstufe hatte Olga Schmidt diesen Projekttag zum »Umgang mit einer Erinnerungskulturikone« in Zusammenarbeit mit JLU-Dozentin Monika Rox-Helmer organisiert.

In fünf Gruppen befassten sich die Schüler mit Themen, die sich mit dem Leben und der Zeitgeschichte der Schulnamensgeberin beschäftigen. Das Themenspektrum reichte dabei von »Anne Frank an unserer Schule«, »Der Holocaust - Mehr, als das Tagebuch verrät?«, »Freundschaft in Extremsituationen am Beispiel Anne Franks«, »Tagebücher in Krisensituationen - Wie gehen Kinder in der NS-Zeit mit Krisensituationen um?« und »Anne Frank - Das einzige Opfer in Hessen?«

Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden in einer Abschlussrunde in der Aula vorgestellt und ergänzten die Ausstellung »Freundschaft« anlässlich des Anne-Frank-Tags. Auf einer Gedenktafel positionierten sich die Schüler im Sinne von Anne Frank gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung, für Diversität und Toleranz an ihrer Schule. Der allgemeine Tenor zum Schluss der Veranstaltung war, dass diese gelungene, gemeinschaftliche Aktion der JLU und der AFS eine gute Gelegenheit war, von und miteinander zu lernen und dabei auch andere Holocaust-Schicksale kennenzulernen.

So etwa das von Walter Blondheim aus Alten-Buseck, der ebenfalls ein Tagebuch führte und hier seine Erlebnisse von 1933 bis zu seiner abenteuerlichen Emigration 1938 aufschrieb. Blondheim arbeitete seinerzeit als Hilfsarbeiter bei einer Firma in Gießen und sah am 9. November 1938 die Synagogen brennen. Er wurde zwar verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt, dort aber nach 14 Tagen wieder entlassen, da seine Familie bereits gültige Papiere für die Auswanderung nach Argentinien besaß. Dort kam die Familie Blondheim am 27. Dezember 1938 an.

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