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Geschichte zu Hausnamen

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gikrei0104Dorfnamen2_010_4c © Thomas Wißner

344 Hausnamen in Großen-Linden sind auf der Homepage der Stadt zu finden. Dazu zählt auch eine interaktive Karte. Ergänzt wird das Ganze um einige geschichtliche Informationen.

Linden (twi). Insgesamt 127 sogenannte Haus- und Dorfnamenschilder wurden im vergangenen Jahr in Großen-Linden an Häusern im alten Stadtkern angebracht.

Gleich drei Führungen hatte der Heimatkundliche Arbeitskreis Linden im Sommer dazu veranstaltet, um den Bürgern die Hintergründe zu den Schildern zu erläutern.

Vorsitzender Helmut Faber hat nun, wie angekündigt, seine Ausarbeitungen dazu der Stadt übergeben, damit diese dann über die städtische Homepage abgerufen werden können.

Insgesamt 344 Hausnamen hat Faber für Großen-Linden zusammengetragen und dabei auch jene Namen von Häusern aufgelistet, die nicht mehr vorhanden sind. Dies zudem ergänzt um einige geschichtliche Informationen.

Die Namenslisten sind zu finden unter www.Linden.de, Rubrik »Kultur und Freizeit«. Aufgearbeitet hat dies mit einer interaktiven Karte Torsten Heise aus Leihgestern, der den städtischen Internetauftritt betreut.

Mit Heises Unterstützung hat Faber nun die Daten eingepflegt. Dabei wurden die Namen den entsprechenden Häusern zugeordnet. Wer die Karte aufruft und anklickt, dem erscheint der Hausname und eventuell auch der zweite Hausname und rechts die Erklärung dazu. Allerdings ist die Hintergrundkarte nicht fehlerfrei, denn so findet sich zur Frankfurter Straße 89 der Hinweis »Nebengebäude der Justus-Liebig-Universität«.

Kostenlose Führungen

Allerdings stehen diese Gebäude in Gießen in der Frankfurter Straße 89 und nicht in Großen-Linden, wo sich einst die Universitätsmühle befand. In der Frankfurter Straße 42 steht nicht die evangelische Kirche, sondern das derzeit im Umbau befindliche evangelische Gemeindehaus. Bei der Frankfurter Straße 54 steht Nummer 56 und bei der Bergstraße 7 handelt es sich um Alte Heerstraße Nummer 1.

Beim März-Stammtisch des Heimatkundlichen Arbeitskreises Linden, mit dem die Winter-Vortragsreihe endete, ging Faber auf die Haus- und Dorfnamenschilder-Aktion ein und blickte dabei auch auf die Führungen im vergangenen Jahr zurück. Aufgrund des großen Interesses soll es auch in diesem Jahr wieder Führungen »Alte Haus- und Dorfnamen in Großen Linden« geben. Im Spätsommer sollen diese stattfinden, wobei jedoch noch keine Terminierung erfolgte. Fest steht jedoch, dass sich die Führung wieder auf drei Teile, sprich auf drei Samstage, verteilt und die Teilnahme für interessierte Besucher kostenlos sein wird.

Die Aktion der Haus- und Dorfnamenschilder war für die Bürger kostenlos, übernahm die Stadt dafür doch die Kosten für Schild und Anbringung. In Großen-Linden hatte Faber bereits im Herbst 2018 mit der wenige Monate später verstorbenen Hiltrud Wagner damit begonnen, die Haus- und Dorfnamen zusammenzutragen.

Wie Faber berichtete, ging es zunächst darum, den Namen festzulegen, gibt es doch für viele Häuser auch zwei Namen. Hier wurde der bekanntere Name dann für das anzubringende Schild festgelegt, wobei in weiteren Gesprächen Ilse Luh, Ludwig Engel und Werner Wagner Faber zur Seite standen. Vor allem aber auch bei der Ausdrucksweise und der Umsetzung der Mundart- in die Schriftsprache.

»Da stellte sich die Frage, welchen Vokal verwenden wir ›e‹ oder ›i‹, ist doch bei der Aussprache hier kein Unterschied zu erkennen, wenn wir von ›Foawesch‹, ›Kregs‹, ›Größesch‹, ›Feschesch‹ oder ›Mellesch‹ sprechen. Beide Vokale sind richtig. Wir hier in Großen-Linden haben uns für ›e entschieden, in Leihgestern wurde ›i‹ genommen«, so Faber.

Bewohner im 19. Jahrhundert

Dieser räumte ein, dass gerade die Vorarbeiten viel Freude bereitet hatten, etwa 70 Prozent aller Namen auf die Forschungsarbeit von Hiltrud Wagner zurückgehen.

Im Oktober 2020 wurde das erste von insgesamt 183 Haus- und Dorfnamenschilder in Linden in Leihgestern angebracht. Nach Abschluss der Aktion, an der sich nicht alle Hauseigentümer beteiligten, die Geschichte jedoch erforscht wurde, kündigte Faber bereits im vergangenen Jahr an, über die städtische Homepage die Namen zu den Großen-Lindener Anwesen mit den Haus- und Dorfnamen zu veröffentlichen.

Dies ist nun geschehen und die 344 Hausnamen sollen vor allem all jenen eine Hilfe sein, die gerne mehr über die Geschichte der Namen wissen möchten und sich dann darüber im Internet ihre Informationen holen können.

Während sich etwa am Haus Bahnhofstraße 13 der Name »Kregs« findet, kann nun auch ersehen werden, dass einst hinter der Nummer 11 ein Haus stand, welches auf Schuhflechter Jakob Kröck zurückgeht. »Brous« in Nummer 14 ist auf Julius Braun zurückzuführen.

Überhaupt sind es hier fast ausnahmslos Personen, die im 19. Jahrhundert in diesen Häusern wohnten, wie etwa Schuhmacher Karl Theiß in Nummer 15 (»Theiße«), Gemeindediener Georg Größer in Nummer 16 (»Größesch«), Schreinermeister Louis Fischer in Nummer 17 (»Feschesch«) und Rangiermeister Karl Weiß in Nummer 19 (Weiße«).

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gikrei0104Dorfnamen1_010_4c © Thomas Wißner

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