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Große Hilfe für das Team

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Volodymyr Shutyi mit den beiden Koordinatorinnen der Generationenbrücke Linden Martina Stöhr (links) und Heike Steinmüller. © Wißner

Der gebürtige Ukrainer Volodymyr Shutyi arbeitet eng mit der Generationenbrücke Linden zusammen.

Linden (twi). Es war ein Dank von Bürgermeister Jörg König in der jüngsten Stadtverordnetensitzung an die Generationenbrücke Linden, welche sich mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine einsetzt, der für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte.

Dabei verwies das Stadtoberhaupt darauf, dass ein Hilfsangebot von montags bis freitags jeweils von 9 Uhr bis 12 Uhr, eingerichtet wurde, bei welchem die Menschen bei Anträgen, Anmeldung, Wohnungssuche und vielem mehr was umgehend zu erledigen ist, unterstützt werden. »Die Kleiderkammer beteiligt sich ebenfalls. Betreuung und Spielmöglichkeiten sind organisiert. Ein Dank geht auch an einen Lindener Mitbürger, welcher bereits 14 Geflüchtete in Familien vermittelt konnte«, berichtete König.

Seitens der Generationenbrücke waren es Koordinatorin Martina Stöhr und Heike Steinmüller die mit zahlreichen Helfern den Geflüchteten zur Seite stehen und sich über die Fortschritte freuen, die mittlerweile im Umgang mit Geflüchteten durch den Landkreis gemacht und vieles mittlerweile in geregelten Bahnen läuft.

Eine große Hilfe ist dem Team, der Generationenbrücke dabei Volodymyr Shutyi aus Leihgestern. Der in Kiew geborene Ukrainer lebt bereits seit drei Jahrzehnten in Linden und bringt sich im Vorstand des Vereins »Gießen hilft Ukraine« ein. Der Verein wurde bereits vor acht Jahren ins Leben gerufen, als Russland im März 2014 öffentlich die Annexion der Krim feierte und dann mit dem Donbas-Konflikt weitere Territorialstreitigkeiten mit der Ukraine folgten. Zu diesem Zeitpunkt begann Shutyi Sachspenden zu sammeln um diese in sein Heimatland zu bringen.

Dolmetscher

Er ist jener Mann, dem König für die Vermittlung von 14 Geflüchteten in Familien dankte, aber nicht seinen Namen nannte. Mittlerweile sind es noch mehr Geflüchtete die Shutyi vermittelte, doch bei ihm geht die Hilfe vor und da wird nicht nachgezählt wie viele es tatsächlich sind. Seine Hilfe reicht dabei von der Begleitung bei Behördengängen, wo er auch als Dolmetscher fungiert, die Meldung bei der Ausländerbehörde, das Sammeln von Sachspenden, die Vermittlung von Wohnungen und auch der Kontakt zur Generationenbrücke Linden mit dem Infopoint in den städtischen Räumen des Erlebnispark. Hier bringt sich Shutyi bei den beiden Koordinatorinnen Martin Stöhr und Heike Steinmüller mit seiner fünfköpfigen »Linden Community« ein. Bei Linden Community handelt es sich um Shutyi und vier weitere Ukrainer, die hier Hilfe leisten. Ein besonderer Dank gilt der Stadt und Bürgermeister Jörg König, die der Community in Linden einen Lagerraum kostenlos zur Verfügung gestellt hat, um hier Hilfsgüter kurzfristig zu lagern.

Dabei beschränken sich Shutyis Kontakte nicht nur auf Gießen, sondern über Stadt und Kreis, wurden Kriegsflüchtlinge auch nach Lollar vermittelt und diesen dort eine Wohnung besorgt. Doch nicht nur die Stadt sondern mit M+W-Druck auch eine Druckerei in Linden unterstützt Shutyi bei seiner Flüchtlingsarbeit, hat diesem 2.500 kostenlose Farb-Flyer zur Verfügung gestellt um über den Verein »Gießen hilft der Ukraine« und die Spendensammelaktion zu informieren. Hier soll noch ein Spendenkonto eingerichtet werden, für welches eine juristische Person erforderlich ist, handelt es sich doch beim Verein um keinen eingetragenen Verein.

Keine Leerfahrten

Hierzu werden bereits Gespräche mit der evangelischen Kirchengemeinde Großen-Linden und Gemeindepfarrer Axel Zeiler-Held geführt. Seit Kriegsbeginn wurden bereits mehrere humanitäre Hilfstransporte organisiert, wobei gerade hier die Grenzabwicklung in Polen hervorragend verlaufe. Dabei wurden in eine Klinik in Kiew Medikamente und Verbandsmaterial gebracht. »Vieles wird dabei hier aus Linden organisiert, die Logistik mit Helfern funktioniert gut. Medikamente werden hingeschickt. Es gibt dabei keine Leerfahrten, denn auf der Rückfahrt bringen die Fahrer Menschen mit, die evakuiert werden. Auch werden viele Flüchtlinge durch unsere Gießener Community abgeholt in Polen aus dem neutralen Territorium mit Privat-Pkw", berichtet Shutyi.

Werden große 40-Tonner für Hilfstransporte eingesetzt, so sind es auch Busse und kleine Autos, mit denen oftmals die Hilfstransporte besser abgewickelt werden können um die Sachspenden vor Ort zu verteilen. Im Flyer wird um Campingausrüstung, Outdoorbekleidung für Erwachsene, warme Decken, Isomatten, Schlafsäcke, Bergschuhe, Feuerzeuge, Campingkocher mit Gaskartuschen, Taschenlampen, Batterien, Autoakkus, Powerbanks, Generatoren und Rettungsausrüstungen, bei Lebensmittel Instant und langer Haltbarkeit und Schokolade, Trockenfrüchte, Nüsse, Energieriegel und Konserven sowie bei Hygiene- und Sanitärartikeln um Windeln für Erwachsene, Einwegmasken, Antiseptika und Erste Hilfe-Kästen gebeten. Die Abgabe von diesen Sachspenden ist jeweils von montags bis samstags von 11bis 16 Uhr im THM-Gebäude A 15 in der Wiesenstraße 17 (erste Tür links vom Eingang) in Gießen möglich. Als Ansprechpartner stehen neben Shutyi unter der Rufnummer 01736717555 auch Svitlana Bobkova unter 01778487739 zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme ist auch unter E-Mail: hilfeukrainegiessen@gmail.com möglich.

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