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»Hilferuf nach zusätzlichen Stellen missachtet«

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Linden (red). »Der Lindener Haushalt für 2022/2023 konnte am 1. März nicht beschlossen werden. Diese Sitzung der Stadtverordnetenversammlung war auf Faschingsdienstag verschoben worden, damit die Stadtverwaltung genügend Zeit hatte, den Haushalt abschließend zu bearbeiten. Urlaubs- und krankheitsbedingt genügte die Zeit nun doch nicht. »Das ist völlig nachvollziehbar«, meint Stadtverordnete Meric Uludag (Die Linke) in einer Pressemitteilung.

Die Ironie sei, dass das Stadtparlament den Haushalt samt Stellenplan noch immer nicht beschließen kann, da offensichtlich dieser wichtige kommunale Prozess nicht vorankomme, wenn ein oder zwei Mitarbeitende der Verwaltung fehlten. Dann sei es doch kein Wunder, dass andere Prozesse noch langsamer vorangehen.

Den Hilferuf des Bürgermeisters und der Beschäftigten nach zusätzlichen Stellen hätten die Fraktionen von CDU, Grünen und FW missachtet und lediglich einen Bruchteil genehmigt.

Die in den letzten Sitzungen zahlreich erschienenen und anscheinend sehr an ihrem Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld interessierten Menschen möchte man mit einer Corona-Bonuszahlung bei Laune halten, aber auch nur dann, wenn es der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst nicht bereits vorsehe.

Manche sehen das Problem nicht

»Insbesondere in Richtung Schütz und Grüne gewandt, müsse noch gesagt sein, dass diese sich immer wieder über liegengebliebene Anträge, fehlende Beschlussbücher oder andere Verzögerungen zurecht beschwerten. Gleichzeitig möchte man das Problem von fehlendem Personal aber nicht wahrhaben.« Zur CDU brauche man nicht viele Worte verlieren. Da sei offensichtlich einiges im Argen. Anderweitig sei die Blockadepolitik und der Vertrauensentzug gegenüber dem Bürgermeister nicht zu erklären, so Uludag.

»Generell finde ich es ein Problem, dass hauptsächlich Rechtsanwälte und Ärzte die Richtung in Linden vorgeben. Die Belange von abhängig Beschäftigen wie beispielsweise die der städtischen Bediensteten wird dadurch nicht ernst genommen. So auch die Interessen von Eltern, die sich nicht mit überdurchschnittlich hohen Gehältern problemlos um individuelle Betreuung ihrer Kinder kümmern können«, kritisiert der Linke. Er hoffe und wünsche sich, dass das Stadtparlament in vier Jahren jünger und diverser werde. »Wir brauchen Pflegekräfte, Schichtarbeitende, Arbeitssuchende, Kassenpersonal genauso wie Akademikerinnen und Akademiker in diesem Gremium.«

Die Kritik an der Jugendpflegerin fände er in der geäußerte Form maßlos, unfair und beschämend. Als würde Alexandra Agel ihrer Arbeit nicht nachgehen. Politische Funktionäre zu kritisieren und auch öffentlich zu kritisieren, sei völlig legitim und auch ein Mittel von Politik. Das gehöre nunmal dazu. Nicht aber bei Angestellten, das sei äußerst unfair.

»Auf Instagram verfolge ich die Aktivitäten der Jugendarbeit in Linden und finde die Ansätze große Klasse. Da muss man vertrauen. Die Jugend ändert sich und, was vor fünf Jahren noch galt, ist heute schon anders. Da gehört viel Feingefühl und soziale Kompetenz dazu. Die zusätzliche Ferienbetreuungswoche halte ich für sinnvoll«, so Uludag abschließend, der in der Stadtverordnetensitzung entschuldigt fehlte, in der auch dieses Thema besprochen wurde.

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