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Höhere Wasserbezugskosten führen zu schlechterer Bilanz

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Von: Thomas Wißner

Linden (twi). Ausschussvorsitzender Axel Peter Globuschütz (Grüne) begrüßte die Teilnehmer und Besucher zur ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Zwei Prüfungsberichte standen im Mittelpunkt der Sitzung in den städtischen Jugendräumen im Erlebnispark.

In 38 Minuten wurden die beiden Tagesordnungspunkte mit jeweils einstimmiger Beschlussempfehlung für die in der kommenden Woche zusammentretende Stadtverordnetenversammlung zur Annahme empfohlen. Den Jahresabschluss 2011 der Stadt hatte nun die Revision des Landkreises Gießen geprüft und dabei eine Bilanzsumme von 44,566 Millionen Euro mit einem Jahresergebnis von rund 750 100 Euro sowie einem Bestand an Zahlungsmitteln zum Ende des Haushaltsjahres von rund 1,691 Millionen Euro festgestellt.

Aus dem Prüfungsbericht: »Aufgrund der durchgeführten Prüfungshandlungen wird hiermit festgestellt, dass der Jahresabschluss 2011 mit Einschränkungen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und unter Berücksichtigung der angewendeten Mindeststandards zur Prüfung rückständiger Jahresabschlüsse bis einschließlich 2015 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Stadt Linden vermittelt. Der Rechenschaftsbericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Stadt Linden und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.«

Per Saldo einen Verlust von 116 000 Euro hat der städtische Eigenbetrieb 2019 zu verzeichnen. Einen Jahresverlust in Höhe von rund 224 500 Euro im Wasserbereich stand ein Jahresgewinn von 108 500 Euro im Abwasserbereich gegenüber. Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft konstatierte, dass die Verschlechterung des Jahresergebnisses in der Wasserversorgung im Wesentlichen durch die gestiegenen Wasserbezugskosten sowie die zum 1. Januar 2018 beschlossene Wassergebührensenkung begründet ist.

Weniger Wasser verbraucht

Im Bereich Wasserversorgung wurden 576 079 Kubikmeter und damit 23 672 Kubikmeter weniger als im Vorjahr, verbraucht. Die Wasserverluste bewegen sich mit 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 9,4 Prozent. Im Bereich Abwasserversorgung betrug das Abwasseraufkommen 552 090 Kubikmeter, was einer Verminderung von 23 136 Kubikmeter im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Das Niederschlagswasseraufkommen erhöhte sich um 2689 Quadratmeter auf 1,1394 Millionen Quadratmeter.

Moniert von den Prüfern wurde, dass der Lagebericht 2019 nicht innerhalb der ersten sechs Monate des darauffolgenden Geschäftsjahres aufgestellt worden ist. »Der Magistrat hat beim Eigenbetrieb keine Befugnisse«, meinte Manfred Leun (FW), der darauf verwies, dass hier nicht der Magistrat, sondern der Betriebsleiter die Bilanz dem Parlament vorzulegen hat. »Der Beschluss sollte angepasst werden«, so Leun, dem Globuschütz beipflichtete und in Richtung der drei anwesenden Bürgermeisterkandidaten verdeutlichte, dass hier Handlungsbedarf bestehe. »Wer ist Leiter Eigenbetrieb? Das ist alles etwas diffus. Da kommt viel Arbeit auf den neuen Bürgermeister zu.« Mit der Aufgabe, zur Stadtverordnetensitzung eine ordnungsgemäße Vorlage vorzulegen, gab es eine einstimmige Beschlussempfehlung bei Enthaltung von Matthias Spangenberg (SPD).

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