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Im Selbstversuch einfach mal alles halbieren

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Linden (twi). Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern laden nach den Worten von Gemeindepfarrerin Edith Höll (Großen-Linden) zu einem Experiment ein. Vom 11. Juni bis zum 3. Juli läuft der Selbstversuch, der mit einem am Samstag (11. Juni) um 18 Uhr in der Peterskirche Großen-Linden stattfindenden Gottesdienst mit dem Chor »ProChoLi« aus Leihgestern startet.

Der Arbeitskreis Umwelt, Frieden und Gerechtigkeit in der evangelischen Kirchengemeinde Großen-Linden hat sich Gedanken darüber gemacht, wie die Welt zumindest im Kleinen verändert werden kann. »Die sogenannte ›Postwachstumsökonomie‹ fordert, dass jeder in jedem Bereich seines Lebens seinen Konsum halbieren sollte, damit sich hier fundamental etwas ändert. Gleichzeitig zwingen uns die überall gestiegenen Preise und die immer mehr in den Blick kommende prekäre Ernährungssituation dazu, von alleine zu reduzieren, und das eher widerwillig. Dass die Reduktion des Konsums aber sogar glücklich machen kann und ganz andere Perspektiven eröffnet, das merkt man erst, wenn man es ausprobiert hat. Und so kam uns die Idee zu ›Ich bin FDH - Für Die Hälfte‹«.

Im Vorfeld wurde auch damit begonnen, selbst zu experimentieren. Vor allem die Kinder im Waldkindergarten »Forstifanten« hatten viele Ideen. »Da es im Allgemeinen schwer ist, auf etwas ganz zu verzichten, möchten wir dazu anregen, es mit dem Halbieren zu versuchen. Ob man nun nur noch alle zwei Jahre Ski fahren geht, nur noch halb so viel Fernsehen schaut oder seine Zeit im Internet halbiert, die Hälfte an Fleisch isst, die Flugreisen halbiert - den Experimenten sind keine Grenzen gesetzt. Ob man sich auf den Aktionszeitraum beschränkt, es wöchentlich mit etwas anderem probiert oder gleich mit mehreren Dingen versucht, ist dabei egal, denn es geht um die persönliche Haltung, die es hier zu entwickeln gilt. Damit wir bei diesem Experiment nicht alleine unterwegs sind, hat sich auch die evangelische Kirche in Leihgestern angeschlossen«, so Höll.

Gottesdienst zum Schluss der Aktion

Neben dem Eröffnungsgottesdienst mit anschließendem vegetarischen Fingerfoodbüfett und einer Bioweinprobe soll es während des Aktionszeitraums eine WhatsApp-Gruppe geben. Zum Ende der Aktion gibt es einen On-the-road-Gottesdienst am Sonntag (3. Juli) um 11 Uhr in Leihgestern unter Mitwirkung der »Forstifanten«. Als Beispiele nennt Hölle, nur noch zwei- statt bisher viermal in der Woche Fleisch zu essen, halb so viel Internet, Social Media und TV pro Tag, nur jeden zweiten Tag Alkohol oder Süßigkeiten, nur alle zwei Jahre Ski fahren oder fliegen, nur noch die Hälfte an Kleidung und neuen elektronischen Geräten kaufen, die Hälfte des Gartens zum Nutzgarten umgestalten und halb so viel Abfall.

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