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Einen Papageientanz zeigten beim Klimatag die Konfettis der TSDG Leihgestern. Foto: Wißner © Wißner

Trotz Gottesdienstpremiere und Konfetti-Auftritt der TSG 1893 Leihgestern bleibt die Besucherzahl beim 3. Lindener Klimatag der Klimainitiative Linden hinter den Erwartungen zurück.

Linden (twi). Die Sonne strahlte, doch die Besucherzahl blieb trotz Gottesdienstpremiere und Konfetti-Auftritt der TSG 1893 Leihgestern beim 3. Lindener Klimatag der Klimainitiative Linden hinter den Erwartungen zurück. Nach zwei (Samstag-)Klimatagen in Großen-Linden fand diesmal der Klimatag an einem Sonntag im hinteren Teil der Hauptstraße in Leihgestern statt. Für die Veranstaltung war die Straße im Abschnitt zwischen Johannes-Heß- und Ringstraße für den Verkehr gesperrt.

Hier waren allerlei Infostände rund um den Klimaschutz und die Verkehrswende aufgebaut, gab es Probefahrten von Leihrädern, E-Bikes und Integrationsrädern, wurde der Bürgerbus präsentiert und die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine boten an ihrem Stand selbst gebackene Kuchen wie auch Bastelarbeiten der Kinder an. Alles wurde gegen eine Spende abgegeben und die Einnahmen sollen den in der Ukraine verbliebenen Kindern zugutekommen.

Zahlreiche Stände

Die Jugendwerkstatt Gießen bot an ihrem Stand gleich zu Beginn Upcycling-Kleidung an und gleich nebenan konnten beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kostenlos Fahrräder codiert werden wie auch einmal auf der Straße jener mittlerweile vorgeschriebene Abstand von zwei Metern beim Innerorts-Überholen eines Fahrradfahrers in Augenschein genommen werden. Mit Ständen waren seitens der Ortsvereine die veranstaltende Klimainitiative, Nabu wie auch Bündnis90/Die Grünen vertreten. Auch informierte die Bürgerinitiative Grüne Sudetenstraße über das geplante Großbauprojekt und die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) über »Gemüse aus gutem Grund«.

An anderen Ständen gab es Infos zur Verkehrswende wie auch Klima-Fakten. Begonnen hatte der 3. Klimatag mit einer Premiere, gab es erstmals einen Freiluftgottesdienst der beiden evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern zum Abschluss der dreiwöchigen Aktion »Ich bin FDH- für die Hälfte!« Hier sollte der Konsum eingeschränkt werden, weil dieser zu Lasten dieser Welt gehe. »Hunger, Durst, Klimaveränderung, Kriege, Flüchtlingsströme sind die Folgen. Statt einer CO2-Emission von derzeit im Schnitt zwölf Tonnen pro Person und Jahr bei uns hier in Deutschland wären 0,9 Tonnen weltverträglich«, hieß es zum Start der Aktion (wir berichteten).

Die beiden Pfarrerinnen Edith Höll und Angelika Maschke gestalteten mit Pfarrer Axel Zeiler-Held und den Kindern des evangelischen Waldkindergartens Großen-Linden, den Forstifanten, den Gottesdienst. Während Erzieher Joscha Kuttler über jene Maßnahmen berichtete, die im Waldkindergarten ergriffen wurden, um FDH erfolgreich zu gestalten, zogen die Kinder mit selbstgemalten Bildern durch die Reihen auf denen Empfehlungen wie »schützt den Wald«, »weniger heizen«, »Strom sparen«, »beim Heizen die Fenster nicht lange öffnen« und »mehr Recycling« zu lesen waren.

Maschke predigte über die Speisung der 5000 (Markus 6, 33) und die wundersame Brotvermehrung. »Es ist nicht veganfreundlich mit dem Fisch, aber es ist Bio und sie machten Foodsharing und Essensrettung.« Die Kollekte ist für eine Baumpflanzaktion der Mully Childrens Family Hilfe für Straßenkinder in Kenia bestimmt. Höll rief die Besucher dazu auf, »Zeit für die Verkehrswende in Hessen!«, zu unterschreiben. Farbenprächtig und als Besuchermagnet erwiesen sich die von Victoria Wemhöner trainierten »Konfettis«, die einen Papageientanz darboten. Michael Heinz aus Breitscheid informierte wie es ihm gelungen ist, sein Mehrfamilien- und -generationenhaus so zu optimieren, dass keine fossilen Energien mehr verbrannt werden. Was einst eine Einsparung von 4500 Euro erbrachte, spart mittlerweile angesichts gestiegener Energiekosten 11 800 Euro im Jahr.

Polit-Talk

Gitarrenklänge von Rolf Weinreich leiteten zum Polit-Talk über. Und hier hat das Interesse spürbar nachgelassen. Lediglich drei der insgesamt sieben in der Lindener Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien hatten Vertreter entsandt. Und hier waren zudem sowohl Grüne als auch SPD gleich doppelt vertreten, als sich Stadtrat Dennis Dern, Kathrin von der Decken (beide Grüne), Fraktionsvorsitzende Gudrun Lang, Ortsvereinsvorsitzender Andreas Eichberger (beide SPD) und Fraktionsvorsitzender Thomas Altenheimer (CDU) den Klima-Fragen des Vorsitzenden der Klimainitiative Linden, Pfarrer Axel Zeiler-Held, und seiner Stellvertreterin Dr. Sandra Herrmann stellten. Das Themen- und Verbesserungsspektrum reichte von der Schaffung einer Stelle in der Stadtverwaltung für einen Biodiversitätsmanager, über Steingärten, ÖPNV-Verbesserungen vor allem bei den Bussen bis hin zum Wasser und Photovoltaikanlagen.

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Es gab interesssante Infos zur Verkehrswende und Klima-Fakten. Foto: Wißner © Wißner

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